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Werder Bremen

Sebastian Prödl über Werder-Rückkehr und Friedl-Wechsel

Marc Knieper
Mar 3, 2021, 1:13 PM GMT+1
Das Herz von Sebastian Prödl (33) schlägt weiter Grün-Weiß
Das Herz von Sebastian Prödl (33) schlägt weiter Grün-Weiß | James Williamson - AMA/Getty Images
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Werders einstiger Abwehrchef Sebastian Prödl äußerte sich im #DeichFUMS-Podcast über die Zukunft von Landsmann Marco Friedl und schloss ganz obendrein seine eigene Rückkehr zum SV Werder nach Karriereende nicht gänzlich aus. Friedl selbst stellte sich am Dienstagnachmittag den Fragen einiger Journalisten in einer Medienrunde. Die wichtigsten Aussagen im Überblick:

Die jüngsten Gerüchte um eine potenzielle Rückkehr zum FC Bayern sorgten bei Friedl für ein kleines Schmunzeln. Auch in der Kabine habe man sich "darüber ein bisschen unterhalten", nicht mehr und nicht weniger. "Klar habe ich gelesen, was berichtet worden ist. Ich glaube, das gehört zum Geschäft dazu", leitete der Österreicher ein. "Aber ich fühle mich hier sehr wohl, habe jede Minute gespielt und versuche einfach meine Leistung zu bringen. Ich haben den vollen Fokus hier und bin sehr glücklich."

"Wir haben noch große Ziele in dieser Saison und auch ich habe noch große Ziele."

Marco Friedl zeigt sich ambitioniert

An der Säbener Straße besitzt man eine Rückkaufoption in Höhe von zehn Millionen Euro. Friedl war im Januar 2018 vorerst nach Bremen verliehen, ehe Frank Baumann das Verteidigertalent im Sommer 2019 fest unter Vertrag nahm. Seitdem avanciert Friedl mehr und mehr zu einem gestandenen Bundesligaprofi, konnte dabei - wie vermutet - Kapitän Niklas Moisander in der Abwehrzentrale vom Thron stoßen und nimmt als absoluter Stammspieler (verpasste keine einzige Minute in der laufenden Spielzeit) das Zepter in die Hand.

Friedls Bayern-Wechsel käme (deutlich) zu früh

"Marco hat sich zum Stammspieler entwickelt und gute Leistungen gezeigt, die werdergemäß sind und Bundesliganiveau haben. Das war in den letzten Jahren nicht immer so", kommentierte Prödl den Aufwärtstrend seines österreichischen Landsmannes. "Die Diskussion über einen möglichen Wechsel kommt (auch sportlich) zu früh", meint der Werder-Experte im selben Atemzug. Er selbst würde Friedl von einem Wechsel im Sommer deshalb tunlichst abraten.

Friedl dürfte das ähnlich sehen. Obwohl er sich auf dem besten Weg befindet, gehört er eben noch nicht zur absoluten Elite der Bundesligaverteidiger. "Ich bin grundsätzlich zufrieden, dass ich alle Spiele gemacht habe", resümierte der 22-Jährige den bisherigen Saisonverlauf. Zeitgleich sei er aber enorm selbstkritisch: "Ich bin eigentlich nie zufrieden. Es gibt ganz wenige Spiele, wo ich im Nachhinein sage, dass alles gepasst hat."

Marco Friedl
Marco Friedl (22) kämpft und fightet für den SVW, schmeißt sich in jeden Ball hinein und macht deshalb große Fortschritte | Stuart Franklin/Getty Images

Friedl möchte weiter an sich arbeiten - vor allem was die Offensivaktionen samt Spieleröffnung angeht. Hier kommt es hin und wieder noch zu "Schwankungen", wie Friedl es nennt. Schwankungen, die bei einem Spitzenklub wie Bayern eben nicht passieren dürfen. Deshalb ist Friedl gut beraten, seine starken Leistungen beim SVW auch in Zukunft zu untermauern und als Dauerbrenner und Leistungsträger in der Kohfeldt-Elf für die wichtige - und aktuell ziemlich starke - Defensivkonstanz zu sorgen.

"Sehr werderaffin": Prödl schließt Rückkehr nach Karriereende nicht aus

Jemand, der in der Vergangenheit für diese Bremer Defensivkonstanz sorgte, war ebenjener Sebastian Prödl. Der 33-Jährige steht seit einem Jahr bei Udinese Calcio in der Serie A unter Vertrag, absolvierte mangels Spielberechtigung und dank hartnäckiger Knieverletzung allerdings noch keine einzige Partie. Von 2008 bis 2015 stabilisierte er die Werder-Abwehr. Seine längste Karrierezeit verbrachte er somit am Osterdeich. Eine Zeit, an die sich der ehemalige ÖFB-Nationalakteur (73 Einsätze) gerne zurückerinnert.

Sebastian Proedl
Sebastian Prödl (33) bestritt 176 Pflichtspiele für Grün-Weiß | Boris Streubel/Getty Images

Als aktiver Spieler sei eine Rückkehr zum SV Werder zwar nie ein Thema gewesen, "das heißt aber nicht, dass in Zukunft eine Rückkehr ausgeschlossen wäre", unterstrich Prödl im Gespräch mit DeichFUMS und ergänzte nahezu nostalgisch: "Ich bin nach wie vor sehr werderaffin. Da ist immer ein Platz in meinem Herzen vorhanden, dass ich diesen Verein - in welcher Funktion auch immer - begleiten würde."

Klingt beinahe nach einer Bewerbung - und werdertypisch wäre es durchaus, einen ehemaligen Spieler ins Boot der Führungsriege zu holen. Nach seinem Karriereende möchte Prödl sich erst einmal weiterbilden und dann schauen, in welche Richtung es gehen kann. Ob er dann Trainer, Manager, Scout oder etwas ganz anderes werden möchte, scheint also noch unklar. Ebenso ist unklar, wann er seine Schuhe endgültig an den Nagel hängt. Sein Vertrag in Udinese läuft im Sommer aus - und wird wohl nicht verlängert.

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