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Schwere Verletzung und letztes Vertragsjahr: Wie geht es weiter mit Axel Witsel beim BVB?

Simon Zimmermann
Axel Witsel muss noch eine Weile auf sein Comeback warten
Axel Witsel muss noch eine Weile auf sein Comeback warten / Lars Baron/Getty Images
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Auf Axel Witsel muss der BVB noch für den Rest der Saison verzichten. Der Belgier hat nun über seine schwere Verletzung gesprochen, die Corona-Infektion seiner Familie und wie es sportlich für ihn weitergeht.


Seit 2018 trägt Axel Witsel das schwarz-gelbe Trikot von Borussia Dortmund. Der Belgier wurde auf Anhieb zum Taktgeber im BVB-Mittelfeld. Doch nach einer starken Debüt-Saison wurde die Kritik am Routinier lauter. Witsel verschleppte häufig das Tempo, legte nicht mehr die starken Zahlen auf wie im ersten Jahr.

Anfang Januar folgte dann der Schock. Beim 3:1-Sieg in Leipzig riss sich der 32 Jahre alte Belgier die Achillessehne. "Es hörte sich so an, als ob ein Stück Holz in zwei Teile bricht", schildert Witsel im Interview mit den RuhrNachrichten die Situation vom 15. Spieltag. "Ich wollte auf meinen Füßen stehen, aber der linke Fuß hat nicht mehr reagiert, ich hatte keinen Kontakt mehr zu meinem Fuß. Ich wollte ihn anheben, aber er hat mir nicht gehorcht." 

Witsel spürte die schwere Verletzung sofort
Witsel spürte die schwere Verletzung sofort / Maja Hitij/Getty Images

Wann Witsel wieder für den BVB auflaufen kann, ist offen. Aller Wahrscheinlichkeit nach ist die Saison für den Mittelfeldstrategen gelaufen - und auch die EM im Sommer rückt in weite Ferne. In Dortmund wird er im Anschluss in sein letztes Vertragsjahr gehen. Wie es danach weitergeht? Witsel weiß es noch nicht! Ein Karriereende kommt aber nicht infrage. "Zu keinem Zeitpunkt", habe er darüber nachgedacht, so Witsel. "Ich war immer positiv, meine Gedanken waren und sind immer darauf ausgerichtet, wieder zurückzukommen auf mein Top-Level. […] Ich habe nie ans Aufhören gedacht", erklärt er.

"Was dann die Zukunft bringt, kann ich jetzt noch nicht sagen. Sollte ich in Dortmund bleiben können, wäre das gut."

Axel Witsel, via RuhrNachrichten

Sorgen um die Familie: Witsel berichtet von Corona-Infektion

Positiv zu bleiben war nicht immer einfach für den Belgier in den vergangenen Wochen. Neben seiner schweren Verletzung musste er und seine Familie auch mit Corona kämpfen. "Meine Mutter war die erste in unserer Familie, die krank geworden ist, dann ich, dann meine schwangere Frau und meine Kinder", berichtet Witsel. Frau und Kinder hatten - Gott sei Dank - keinen schweren Krankheitsverlauf. Bei ihm selbst sah das schon anders aus. Zehn Tage hat Witsel in Quarantäne verbracht - mit einem Gips am Fuß. "Ich hatte Fieber, habe mich schlapp gefühlt, als hätte ich gerade drei Spiele am Stück absolviert."

Am schlimmsten getroffen hat das Virus aber Witsels Mutter: "Meine Mutter musste ins Krankenhaus, auf die Intensivstation, bekam Sauerstoff", so Witsel. Nach zehn Tagen ging es ihr aber wieder besser. "Es ist alles gut ausgegangen. Es war bedrückend erleben zu müssen, welch schlimme Auswirkungen eine Corona-Infektion haben kann."

BVB-Verbleib? Witsel braucht starke Saison 21/22

Mittlerweile kann sich Witsel also wieder auf seine Genesung konzentrieren. Zur Vorbereitung auf die neue Spielzeit will er wieder auf dem Platz stehen. "Die Situation ist nicht einfach, weil ich aus einer langen Verletzungspause in die Saisonvorbereitung gehen werde. Aber das Jahr soll für mich, das Team und den Klub so gut wie eben möglich werden", hofft der Belgier. Eine Vertragsverlängerung im Anschluss kann er sich gut vorstellen:

"Was dann die Zukunft bringt, kann ich jetzt noch nicht sagen. Sollte ich in Dortmund bleiben können, wäre das gut, ich fühle mich wohl hier im Klub und in der Stadt. Es ist ja noch ein bisschen Zeit in der Vertragsfrage. Fit zu werden, ist erstmal deutlich wichtiger."

Und notwendig, um im letzten Vertragsjahr beim BVB wieder an seine Anfangsleistungen anknüpfen zu können. Sollte das gelingen, wäre eine weitere Zusammenarbeit auch aus Klubsicht lukrativ. Doch in Witsels Abwesenheit haben sich Delaney, Bellingham und Dahoud in den Vordergrund gespielt. Mit Emre Can gibt es einen weiteren Konkurrenten. Darauf wetten, dass Witsel über 2022 hinaus beim BVB spielt, sollte man also nicht.

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