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Bundesliga

Schiedsrichter Manuel Gräfe bekommt Unterstützung von den Profis: "Er muss weitermachen!"

Christian Gaul
Manuel Grafe hat die Altersgrenze erreicht
Manuel Grafe hat die Altersgrenze erreicht / Christian Kaspar-Bartke/Getty Images
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Weil Schiedsrichter Manuel Gräfe das vom DFB vorgegebene Maximal-Alter erreicht hat, soll der Unparteiische in die vorzeitige Rente gezwungen werden. Doch bekommt der 47-Jährige nun Unterstützung aus Profi-Kreisen und von den Anhängern - er selbst würde auch gerne weitermachen.


Mit 47 Jahren haben laut DFB die Schiedsrichter ihren Zenit überschritten, danach dürfen sie kein Spiel in der Bundesliga mehr pfeifen. Unabhängig von der Fitness, der Souveränität oder der Beliebtheit bei Spielern und Fans schafft der Verband somit eine fragwürdige und grenzwertig diskriminierende Beschränkung für die Unparteiischen.

Manuel Gräfe ist einer dieser 47-Jährigen, die nun vor dem Abschied stehen, doch mehren sich die Stimmen, die eine Weiterbeschäftigung des Mannes fordern, der in den letzten vier Jahren dreimal zum besten Spielleiter der Bundesliga gewählt wurde. Von den Spielern, wohlgemerkt!

Petition gestartet - Profis sprechen sich für Gräfe aus

Auf openpetition.de wurde nun auch eine Petition ins Leben gerufen, die sich der Sache annehmen will. "LEISTUNG MUSS BELOHNT WERDEN, PRO MANUEL GRÄFE!" lautet das Motto der Initiative, an der sich jeder beteiligen kann, der diese Altersgrenze ebenso ablehnt. Denn während in der englischen Premier League derzeit auch 50-Jährige in die Pfeife blasen dürfen, soll Gräfe nun - trotz anerkannter Leistung - ausgeschlossen werden.

Manuel Grafe
Manuel Grafe ist eine Institution / Stuart Franklin/Getty Images

Gräfe gab sein Debüt in der höchsten deutschen Spielklasse am vierten Spieltag der Saison 2004/05, als er das 2:2 zwischen Hannover 96 und dem SC Freiburg leitete. Mittlerweile pfiff der Unparteiische 287 Bundesligaspiele und rangiert damit hinter Wolfgang Stark (344), Dr. Markus Merk (338) und Dr. Felix Brych (297) auf Platz vier der ewigen Rangliste.

Dass Gräfe die 300 noch voll machen kann, wünschen sich nicht nur anonyme Anhänger im Netz. Auch die Profis sind von der Arbeit des gebürtigen Berliners überzeugt. "Vielleicht bringt es etwas, wenn wir Spieler was sagen. Bei Spielern heißt es auch nicht, dass sie mit 35 aufhören müssen. Da muss man drüber nachdenken, ob so jemand nicht ein bisschen länger Schiedsrichter sein darf. Er ist fit und zeigt eine überragende Leitung auf dem Platz. Bitte lasst ihn noch ein bisschen weitermachen", äußerte sich zuletzt Christian Günter bei Sky über Gräfe, nachdem dieser die Partie von Günters Freiburgern gegen Hoffenheim leitete.

Auch Günters Trainer Christian Streich meldete sich zu Wort. "Du musst dich halt entscheiden, ob du das Alter oder die Leistung als Maßstab nimmst. Er hat das Gespür, ist eine Autorität. So folgen ihm auch die Profis", plädierte Streich.

"Nein, nein! Er darf nicht aufhören! Er muss weitermachen", betonte auch Hoffenheims Keeper Oliver Baumann, dass man Gräfe nicht verlieren sollte.

Der Schiedsrichter selbst äußerte sich unlängst in der ARD Sportschau zur Diskussion um seine Person. "Bis jetzt fühle ich mich persönlich fit", meinte Gräfe. Man kann nur hoffen, dass der DFB wenigstens im Bezug auf die Schiedsrichter ein gewisses Leistungsprinzip einführen wird, statt sich auf sterile und weltfremde Richtlinien zu berufen.

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