Reis "nicht zufrieden" mit manchen Schalkern: Die möglichen Winter-Streichkandidaten

Yannik Möller
Thomas Reis
Thomas Reis / Christof Koepsel/GettyImages
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Schalke 04 bereitet sich im Winter bestmöglich vor, um den Klassenerhalt doch noch erreichen zu können. Dazu gilt auch das Vorbereiten des Kaders für die Rückrunde. Aktuell gibt es mehrere Streichkandidaten.


"Grundsätzlich habe ich schon jetzt mit dem einen oder anderen ein Gespräch geführt, weil ich nicht zufrieden mit der Performance bin", erklärte Thomas Reis zuletzt im Hinblick auf mögliche Winter-Abgänge.

Schalke plant, dass es für jeden Neuzugang auch einen Spieler gibt, der die Mannschaft zumindest zwischenzeitlich verlässt. Der Kader soll weder spürbar größer, noch deutlich kleiner werden.

Mit Florian Flick und Kerim Calhanoglu gab es bereits zwei erste Abgänge. Die beiden S04-Youngster werden die Rückrunde in der 2. Bundesliga verbringen, ehe sie im Sommer zurückkehren. Da die Gelsenkirchener aber mehrere Neuzugänge anvisieren, wird es noch weitere Spieler treffen, die bereits im Winter gehen müssen oder verliehen werden.

04 mögliche Schalke-Abgänge im Winter

1. Mehmet Aydin

Bundesliga"Schalke 04 v FC Bayern Munchen"
Mehmet-Can Aydin / ANP/GettyImages

In der bisherigen Saison hat Mehmet-Can Aydin nur eine sehr untergeordnete Rolle gespielt. Cedric Brunner ist ganz klar der favorisierte Rechtsverteidiger, auch unter Reis. Zwischenzeitlich lief ihm sogar Henning Matriciani den Rang als erster Ersatzspieler ab.

Das war zwar noch unter Frank Kramer der Fall, während Reis ihn in den letzten zwei Spielen vor der Winterpause immerhin noch einwechselte. Allerdings könnte Schalke für Aydin, ebenso wie für Flick und Calhanoglu, eine Rückrunden-Leihe anvisieren.

Immerhin ist auch er erst 20 Jahre alt und somit ein Spieler in einer wichtigen Entwicklungsphase. Eine ganze Saison, in der er so gut wie gar nicht aufspielt, wäre für eben jene Entwicklung nicht von Vorteil. Eine Leihe, im Fall der Fälle höchstwahrscheinlich ohne eine Kaufoption, könnte dahingehend die bessere Option für Klub und Spieler sein.

2. Justin Heekeren

Justin Heekeren
Justin Heekeren / Andreas Rentz/GettyImages

Bislang spielte Sommer-Neuzugang Justin Heekeren nur in der U23 auf, ganz im Sinne der Spielpraxis. Frank Kramer setzte auf Alexander Schwolow als Nummer eins und auf Ralf Fährmann als Ersatz.

Reis plant dahingehend keine größeren Veränderungen. Schwolow wird im Tor bleiben. Die einzige denkbare Änderung wäre also, dass Heekeren künftig als Nummer zwei agiert. Dann würde er, trotz der Beförderung, aber nur auf der Bank sitzen und gar nicht mehr aufspielen.

"Ich will ihn in der Vorbereitung auf einem höheren Niveau sehen", erklärte der neue Coach zuletzt (via WAZ). Dass Reis ihn schätzt, ist damit klar geworden. Fraglich jedoch, ob er den Posten in der U23 für qualitativ ausreichend genug hält.

Womöglich möchte er ihn zur neuen Saison als neuen Stammtorwart etablieren. Immerhin wird Schwolow gehen und Fährmann auch nicht jünger. In diesem Sinne wäre eine Leihe im Profi-Bereich einerseits nicht verkehrt und andererseits nicht auszuschließen. Es kommt also ganz auf den Plan an, den Reis mit dem 22-Jährigen hat.

3. Jordan Larsson

Jordan Larsson, Angelino
Jordan Larsson / Christian Kaspar-Bartke/GettyImages

Larsson ist ein besonderer Fall, wenn es um seine S04-Zukunft geht. Einerseits hat er den zurzeit vierthöchsten Marktwert im Kader. Andererseits ist er bislang unter den Erwartungen geblieben.

Die Krux: Sein bis 2025 gültiger Vertrag ist nur für die Bundesliga gültig. Sollte der Verein also wieder absteigen, löst sich das Arbeitsverhältnis automatisch auf. Der 25-Jährige würde Schalke ohne eine Ablösesumme verlassen.

Angesichts der bislang eher enttäuschenden Leistungen könnte die Chefetage angesichts des wahrscheinlichen Abstiegs versucht sein, eine Trennung bereits im Januar anzustreben. Es gäbe zwar nur eine recht kleine Ablöse und dazu die Einsparungen am Gehalt, doch werden ohnehin neue Flügelspieler gesucht und für den finanziell klammen Klub ist jede Entlastung wertvoll.

Es wird wohl vor allem auf Reis ankommen. Glaubt der Trainer noch an Larsson und daran, dass er in seinem System eine gewichtige Rolle einnehmen kann, wird er voraussichtlich bleiben. Gibt es diesen Glauben nicht und es scheint sich ein etwaiges Angebot anzubahnen, könnte der Schwede schon wieder gehen.

4. Kenan Karaman

Bundesliga"Schalke 04 v FC Bayern Munchen"
Kenan Karaman / ANP/GettyImages

Erst als Reis seinen Dienst auf Schalke antrat, rückte Kenan Karaman erstmals in die Startelf. Dass er dann in gleich allen vier Liga-Partien unter ihm von Beginn an aufspielen durfte, sollte aber keineswegs überinterpretiert werden.

Reis hatte zu diesem Zeitpunkt so gut wie keine Chance, sich einen Überblick über die Mannschaft zu verschaffen. In der aktuellen Winterpause und mit der Vorbereitung im Januar wird er diese Gelegenheit aber bekommen. Für Karaman ist das zwar eine Chance, aber auch eine Gefahr.

Im Angriff scheint allen voran auf Simon Terodde und Sebastian Polter gesetzt zu werden. Derweil hat S04 klar ausgegeben, dass noch mindestens zwei schnelle Flügelspieler geholt werden sollen. Die Geschwindigkeit steht dabei eindeutig im Fokus. Dabei hat Karaman, der wohl kaum im Sturmzentrum aufspielen wird und in der Theorie auf Außen ausweichen könnte, einen Nachteil.

Das Problem: Er wurde im Sommer für drei Jahre unter Vertrag genommen. Sollte Königsblau in der Rückrunde aller Voraussicht nach so gut wie gar nicht auf ihn setzen, könnte durch eine Leihe wenigstens versucht werden, das Gehalt zwischenzeitlich zumindest aufzuteilen. Grundsätzlich gilt er aber nicht als der erste Kandidat für einen Winter-Abschied.


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