FC Schalke 04

Schalke-Transfers: Was ist bislang passiert - und wo herrscht noch Bedarf?

Yannik Möller
Rouven Schröder
Rouven Schröder / Christof Koepsel/GettyImages
facebooktwitterreddit

Was ist bei Schalke 04 in diesem Transfer-Sommer bereits passiert? Wer muss und soll den Verein noch verlassen? Und welche Positionen müssen weiter verstärkt werden? Analyse, Einblicke und Einschätzungen zum Vorgehen des S04 auf dem Transfermarkt.


Aktueller Stand: Donnerstag - 23. Juni - 20 Uhr

Was ist bereits passiert?

Inzwischen hat der Schalker Transfer-Sommer an Fahrt aufgenommen. Mit Frank Kramer steht der neue Trainer fest. Während einige Fans noch an der Eignung des Coaches zweifeln, hat sich Rouven Schröder sehr deutlich für seine Fähigkeiten ausgesprochen. Dass die Stelle mittlerweile besetzt ist, erleichtert auch die weitere Arbeit am Kader.

Neben den festen Verpflichtungen, die aus den Leihen entstanden sind - wie etwa bei Rodrigo Zalazar oder Thomas Ouwejan - gibt es weitere Neuzugänge. Leo Greiml und Ibrahima Cissé, beides junge Innenverteidiger, stehen bereits seit Längerem fest.

Zuletzt hat S04 auch das Mittelfeld verstärkt: Tobias Mohr und Florent Mollet sind bereits offiziell verkündet worden. Zuletzt gesellten sich noch Mittelfeldspieler Tom Krauß, Torwart Justin Heekeren und die neue Nummer eins, Alexander Schwolow, hinzu.


Neuzugänge

  • Leo Greiml (ablösefrei)
  • Ibrahima Cissé (ablösefrei)
  • Tobias Mohr (ca. eine Million Euro)
  • Florent Mollet (500.000 Euro plus Boni)
  • Tom Krauß (Leihe mit Kaufpflicht bei Klassenerhalt)
  • Justin Heekeren (180.000 Euro)
  • Alexander Schwolow (Leihe - Gebühr etwa 300.000 bis 400.000 Euro)
  • Sebastian Polter (1,5 Millionen Euro)

Bislang hat Schalke sieben externe Neuzugänge zu vermelden. Da nun Kramer als Trainer feststeht, können weitere Personalien in Angriff genommen werden. Immerhin können nun dahingehend wichtige Absprachen getroffen werden.

Mit Leo Greiml und Ibrahima Cissé hat man zwei junge Innenverteidiger verpflichten können. Ablösefrei und jeweils mit einem spannenden Profil. Ob sie schon zum Saisonstart eine gewichtige Rolle einnehmen können, wird abzuwarten sein. Das wird auch an potenziell weiteren Verteidigern liegen sowie einem etwaigen Verkauf von Malick Thiaw.

Im Laufe dieser Woche kamen bereits Florent Mollet und Tobias Mohr. Mollet, 30 Jahre alt, kommt von Montpellier. Sein Marktwert wird zwar auf sechs Millionen Euro geschätzt, doch hat Schröder es geschafft, ihn für eine feste Summe von 500.000 Euro zu verpflichten. Dem Vernehmen nach kann die Ablöse durch weitere Boni auf 1,5 Millionen Euro steigen. Doch selbst dann wäre es noch immer ein finanziell sehr guter Deal für Königsblau.

Der Mohr-Transfer mag auf den ersten Blick weniger eindrucksvoll klingen, doch sollte er nicht unterschätzt werden. Für Heidenheim kreierte er in der letzten Saison so viele Großchancen wie Ouwejan für Schalke. Er kommt für etwa eine Million Euro, womöglich sogar etwas weniger, nach Gelsenkirchen.

Mit Tom Krauß hat sich S04 ein großes Mittelfeld-Talent gesichert. Vor allem defensiv hat er bereits jetzt sehr wichtige Stärken vorzuweisen, die den 20-Jährigen frühzeitig zum Stammspieler machen könnten. Justin Heekeren kommt als neue Nummer zwei von Oberhausen und Alexander Schwolow wurde ausgeliehen, um die neue Saison als Nummer eins zu fungieren.

Zuletzt sicherte sich S04 noch die Dienste von Sebastian Polter. In Bochum hat er gezeigt, dass er für einen Aufsteiger im zweistelligen Bereich treffen und vorbereiten kann. Wenngleich er im Spielertyp ähnlich zu Simon Terodde ist, sollen die beiden den Schalker Angriff so torgefährlich wie möglichen machen.

Die Leihspieler, die fest verpflichtet wurden, sind nicht extra aufgelistet. Dennoch sollten Zalazar, Ouwejan und Marvin Pieringer nicht vergessen werden.


Abgänge

  • Salif Sané (Vertragsende)
  • Martin Fraisl (Vertragsende)
  • Marc Rzatkowski (Vertragsende)
  • Ko Itakura (Leih-Ende)
  • Andreas Vindheim (Leih-Ende)
  • Yaroslav Mikhailov (Leih-Ende)
  • Timo Becker (Verkauf)
  • Reinhold Ranftl (Leihe)
  • Dries Wouters (Leihe)

Mittlerweile speisen sich nicht mehr alle Abgänge von Königsblau aus dem Ende einer einjährigen Anstellung, entweder durch einen Einjahres-Vertrag oder durch das Auslaufen einer Leihe. Salif Sané ist ein finanziell sehr wichtiger Abgang gewesen. Er hat den Klub nach vier Jahren verlassen. Mit ihm verliert S04 auch einen Großverdiener, wodurch eine spürbare Gehaltslast abfällt.

Am meisten schmerzt der notwendige Abgang von Ko Itakura. Bis zum letzten Tag hat Schalke versucht, ihn per Kaufoption zu halten. Diese gestaltete sich aber als finanziell zu riskant, als dass sie in Betracht gezogen werden konnte. Sein Abschied wird am schwersten ins Gewicht fallen, hat er die Mannschaft sowohl persönlich, als auch qualitativ verbessern können.

Yaroslav Mikhailov kehrt derweil zu Zenit St. Petersburg zurück. Marc Rzatkowski, den einige Fans zwischenzeitlich gar vergessen hatten, geht, ohne zuvor eine Rolle gespielt zu haben. Martin Fraisl traute man die Rolle der Nummer eins in der Bundesliga nicht zu - auch Andreas Vindheim konnte sich nicht genug empfehlen.

Timo Becker, mit dem bereits im Vorjahr nicht geplant wurde, hat Gelsenkirchen nun fest verlassen. Bei Holstein Kiel will er sich nun etablieren. Dort ersetzt er Ex-Schalker und Kumpel Phil Neumann.

Zuletzt gesellten sich noch Reinhold Ranftl und Dries Wouters zu den Abgängen. Der Rechtsverteidiger konnte die Hoffnungen in ihn gar nicht erfüllen, er wird die Spielzeit bei Austria Wien verbringen und dort hoffentlich wieder zu guter Form zurückkehren. Wouters spielt, trotz mindestens einer offenen Innenverteidiger-Position, ebenfalls keine Rolle. Seine Leihe nach Mechelen wurde verlängert.


Welche Baustellen gibt es noch?

Mindestens ein weiterer Rechtsverteidiger ist ebenfalls notwendig. Vindheim ist nicht mehr da, Reinholft Ranftl ist verliehen und Mehmet Aydin ist eigentlich ein offensiverer Spielertyp. Timo Becker ist bereits in Kiel.

Auch in der Innenverteidigung wird mindestens noch ein weiterer Spieler notwendig sein. Rein quantitativ sieht sie zwar nicht schlecht aus, doch ist es noch fraglich, welche Rollen Greiml und Cissé übernehmen können. Zudem wird noch mit einem Abgang von Malick Thiaw gerechnet, während Wouters bereits erneut verliehen wurde.

Zudem wäre auch noch ein zentraler Mittelfeldspieler als Verstärkung denkbar. Ob Danny Latza und Victor Palsson in der Bundesliga regelmäßig helfen können, und ob beispielsweise Tom Krauß bereits zum Stammspieler werden kann, ist noch offen.

Sollte es tatsächlich auf einen eher offensiven Ansatz hinauslaufen, könnte auch noch ein weiterer Flügelspieler zu gebrauchen sein. Das kommt jedoch auch darauf an, wie Mohr und Mollet eingesetzt werden sollen. Darko Churlinovs Verbleib ist zurzeit mehr als fraglich.


Welcher Spieler werden gehandelt?

Zuletzt gab es kaum neue, nennenswerte Gerüchte rund um Schalke. Die Notwendigkeit weiterer Abgänge sorgt dafür, dass nach den diversen Neuzugängen eine kleine Verschnaufpause eingetreten ist.

Das Gerücht, Kaan Ayhan könnte zu S04 zurückkehren, da er Sassuolo verlassen möchte, konnte schnell ad acta gelegt werden. Ein solcher Deal ist finanziell keineswegs denkbar und sehr unrealistisch.

Auch die Meldung, Königsblau beschäftige sich mit Manuel Benson, stellte sich frühzeitig als Ente heraus. Es gibt keinerlei Bemühungen um den Stürmer - zumal mit Polter nun ein weiterer, zentraler Angreifer verpflichtet wurde.


Wer könnte Schalke noch verlassen?

Mehrere Spieler könnten und einige Spieler sollen Schalke noch verlassen. Auch wenn derzeitige Streichlisten sehr viel Spekulation enthalten, weil es noch einige Ungewissheiten bezüglich mancher Personalien gibt, so ist dieses Szenario bei einigen Akteuren abzusehen.

Klar ist: Ozan Kabak, Amine Harit, Rabbi Matondo, Can Bozdogan, Hamza Mendyl sollen verkauft werden. Ihre Leihen sind abgeschlossen, sie sollen nun fest abgegeben werden. Auch bei Levent Mercan und Nassim Boujellab ist dieser Ausgang zu erwarten.

Doch auch aus dem aktuellen Kader gibt es Spieler, die verkauft werden könnten. Malick Thiaw würde man grundsätzlich zwar gerne halten, doch ist er derjenige, der am ehesten wichtige Einnahmen verspricht.

Auch weitere Leihen sind denkbar. Etwa für Henning Matriciani, der schlichtweg (noch) kein Erstliga-Niveau vorweisen kann. Je nachdem, wie sich die Personallage auf der linken Seite gestaltet, könnte Kerim Calhanoglu ebenfalls eine Saison verliehen werden.


Fazit: Was ist für den S04 möglich?

Bislang ist es sehr schwer vorherzusagen, wie sich Schalke in der Bundesliga schlagen könnte. Noch gibt es viel zu viele Fragezeichen rund um die Mannschaft, die es nahezu unmöglich machen, zu diesem Zeitpunkt eine Schätzung abzugeben.

Trainer Kramer ist frisch im Amt, zahlreiche Abgänge müssen realisiert werden und einige, teils noch entfernte Verpflichtungen müssen erst noch erarbeitet werden.

Doch schon jetzt ist klar: Das Maximal-Ziel, das kommuniziert und anvisiert werden kann, ist der 15. Tabellenplatz. Ein Klassenerhalt wäre ein großer Erfolg. Das ist schon jetzt, bei allen noch offenen Fragen, gewiss.


Alles zu S04 bei 90min:

facebooktwitterreddit