FC Schalke 04

Becker enttäuscht über notwendigen Schalke-Abschied: "Hat mich getroffen"

Yannik Möller
Timo Becker
Timo Becker / BSR Agency/GettyImages
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Wegen der fehlenden Perspektive auf Schalke sah sich Timo Becker zu einem Leih-Wechsel gezwungen. Die ausgebliebenen Chancen haben ihn auch mental hart getroffen, erklärt er.


Über die letzten ein, zwei Jahre hat Timo Becker auf Schalke eine ziemlich wichtige Rolle gespielt. Selbst in der Bundesliga und auch noch unter Dimitrios Grammozis war er gesetzt. Sowohl in der Innenverteidigung, als auch auf der rechten Seite. Und das, obwohl zugleich deutlich namhaftere Spieler zur Mannschaft gehörten, als es seit dem Sommer der Fall ist.

Doch mit dem Einstieg in Liga zwei hatte sich seine Perspektive unter Grammozis schlagartig geändert. Durch die zahlreichen Transfers im Sommer und die Neuplanung des Kaders stand er plötzlich hinten an. Gerade einmal fünf Einsätze bekam er in der Hinrunde, nicht ein einziges Mal stand er in der Startelf.

Fehlende Perspektive hat Becker "getroffen" und "mental heruntergezogen"

Deshalb lief es zuletzt zwangsweise auf einen zumindest zwischenzeitlichen Abschied hinaus. Für ihn ein schwieriger Ausgang, ist er selbst doch glühender Anhänger des S04. "Das hat mich getroffen und mental heruntergezogen. Eine solche Situation ist schwer für den Kopf", erklärte er nun gegenüber der WAZ.

Dennoch war die Notwendigkeit zu wechseln nicht beiseite zu wischen. "Und mit 24 Jahren bin ich kein Talent mehr, sondern in einem Alter, in dem ich regelmäßig spielen will und muss", so Becker weiter, der am vergangenen Wochenende direkt in der ersten Elf von Hansa Rostock stand, seinem neuen Klub bis zum Sommer.

Vor allem seine Familie war für ihn eine wichtige Stütze: "Meine Freundin und meine Familie waren immer für mich da. Bei ihnen konnte ich auch mal meinen Frust herauslassen. Aber auch auf Schalke wurde mir von ganz vielen Personen Mut zugesprochen."

Timo Becker
Becker kam bei S04 nicht mehr zum Einsatz / Christof Koepsel/GettyImages

"Trotzdem gibt es immer mal Phasen, in denen man sich fragt, warum man überhaupt noch so viel Kraft investiert, obwohl man kaum noch Chancen auf Einsätze hat - ich glaube, das geht jedem Fußballer so, der nicht spielt", beschrieb er seinen Frust. Während der letzten Spiele der Hinrunde wurde er sogar in die U23 versetzt.

Doch auch dieser Schritt war in seiner Situation alles andere als hilfreich. "Als ich zur U23 geschickt wurde, war ich in den ersten beiden Spielen vom Kopf her noch nicht anwesend. Die ganze Situation war zu viel für mich", so der Verteidiger. Später habe er aber noch "diesen Schalter umlegen" und sich der Ausgangslage anpassen können.

Ob er im Sommer wieder nach Gelsenkirchen zurückkehren werde, könne er noch nicht sagen. Es ist nicht bekannt, ob es für Hansa eine Kaufoption gibt. Becker gab sich zurückhaltend: "Klar kann ich mir vorstellen, zu Schalke zurückzukehren, doch in erster Linie geht es jetzt darum, in Rostock die gemeinsamen Ziele zu erreichen. Im Sommer werden wir dann sehen, wo ich lande."


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