FC Schalke 04

S04-Vorstandsboss Schröder: Bochum als "vorbildliches Modell"

Yannik Möller
Bernd Schröder neben Christina Rühl-Hamers
Bernd Schröder neben Christina Rühl-Hamers / INA FASSBENDER/GettyImages
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Bernd Schröder, Vorstandsvorsitzender von Schalke 04, sieht weiter große Herausforderungen für den Verein - auch angesichts der neuen Saison. Die Arbeit beim Reviernachbarn VfL Bochum sieht er indes als "vorbildliches Modell".


Seit etwa einem halben Jahr ist die Position des Vorstandsvorsitzenden auf Schalke besetzt. Diese Umstrukturierung war Teil einer "strategischen Neuausrichtung", die der in weiten Teilen noch vergleichsweise frisch besetzte Aufsichtsrat im Laufe der vergangenen Saison angegangen ist.

Schröder, so die damalige Erklärung, wird dabei nicht nur als übergeordnetes Sprachrohr in der Kommunikations-Abteilung agieren. Auch die Ressorts Strategie, Marketing und Vertrieb sind im untergeordnet.

Schalke teilt Sponsoren-Suche auf - Gazprom-Einnahmen nicht zu erwarten

Ganz aktuell muss er sich noch um Sponsoren für die neue Spielzeit bemühen. Nach dem Gazprom-Aus im Frühjahr wird auch das Unternehmen Vivawest nicht langfristig an Bord bleiben. Das war jedoch zu Beginn der Partnerschaft so abgeklärt.

Einen einzigen größeren Namen möchte er jedoch nicht mehr präsentieren, wie er im Interview mit der WAZ erklärte: "Falls Sie an einen ganz großen Geldgeber wie Gazprom denken, das steht bei uns gar nicht zur Diskussion. Wir unterteilen das früher große Hauptsponsor-Recht."

"Wir haben die Trikotbrust fürs Fernsehen, wir haben die Trainingskleidung für die Reichweite über die Sozialen Medien, und wir haben unsere Knappenschmiede", so Schröder weiter. Diese Aufteilung war bereits innerhalb der letzten Monate angegangen worden. In dieser Arbeitsweise sieht der S04 eine stabilere und finanziell lohnenswerte Änderung.

Uwe Eichner, Karin Welge, Dr. Bernd Schröder, Christina Rühl-Hamers, Peter Knaebel
Schröder (mi.) bei der Präsentation der Vivawest-Partnerschaft / Christof Koepsel/GettyImages

Dennoch muss er davon ausgehen, dass diese drei Pakete, die zu besetzen sind, nicht gänzlich an die Summe der Gazprom-Gelder heranreichen werden. Das wäre jedoch auch überraschend gewesen, hatte das russische Gas-Unternehmen stets sehr ordentlich bezahlt.

Allerdings betonte der 56-Jährige auch weitere Einnahmen in diesem Bereich. Etwa die 72 bereits jetzt vermarkteten Logen im Stadion, dazu zehn Prozent mehr Dauerkarten sowie wieder erhöhte Merchandising-Verkäufe.

Schröder mahnt zur richtigen Erwartungshaltung - Arbeit in Bochum als "vorbildliches Modell"

Ein anderes Thema ist die sportliche Zukunft. Da kann es für Schalke nur ein einziges Szenario geben: Der Kampf um den Klassenerhalt.

Ein Abkippen der Stimmung, sollte die Spielzeit schlecht laufen, "fürchtet" Schröder nicht. "Aber ich weiß natürlich, dass es hier auf Schalke auch in die andere Richtung gehen kann. Gerade dann, wenn ein verlorenes Heimspiel die dritte Niederlage in Serie sein sollte, brauchen wir die Unterstützung", betonte er.

Dahingehend werde er auch bereits die am Sonntag anstehende Mitgliederversammlung nutzen, kündigte er an. Es gehe dabei um "ein richtiges Maß bei der Erwartungshaltung". Der Erfolg sei angesichts der nach wie vor existierenden Herausforderungen rund um den Klub "nur gemeinsam" möglich.

Angesichts der Arbeit, die im Sinne einer möglichen und Stück für Stück anzugehenden Etablierung in der Bundesliga nötig ist, sieht er auf Nachfrage auch den VfL Bochum als "vorbildliches Modell": "In Bochum wurde einfach sehr solide gearbeitet [...]. Da ist langfristig ruhiges Agieren belohnt worden. So wollen wir es auch machen, Schritt für Schritt."


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