Schalke-Chef Schröder: S04 "ein großer Player im deutschen Fußball"

Yannik Möller
Bernd Schröder
Bernd Schröder / Christof Koepsel/GettyImages
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Schalke 04 muss die weihnachtlichen Grüße aus dem düsteren Tabellenkeller senden. Und trotzdem ist der Verein nach wie vor "ein großer Player im deutschen Fußball". Davon ist Vorstandschef Bernd Schröder überzeugt.


Über die letzten Jahre zeigte sich Schalke sehr instabil. Erst der Beinahe-Abstieg, dann eine gute Hinrunde, gefolgt von einer Rückrunde, in der es nur einen einzigen Sieg gab - anschließend die Abstiegssaison. Es folgte der direkte Wiederaufstieg, der wiederum einen Absturz in den Tabellenkeller der Bundesliga zur Folge hatte.

Ruhige Jahre gibt es bei den Gelsenkirchenern nicht. Aber das wissen die Fans schon, seitdem sie überhaupt blau und weiß auftragen.

Und trotzdem ist es ein großer Schritt, von regelmäßigen Teilnahmen im europäischen Geschäft, hin zum Taumeln zwischen Liga eins und zwei. In sportlicher Hinsicht hat zweifelsohne eine Verzwergung stattgefunden.

Schalke als "großer Player": Schröder betont große Nachfrage für Königsblau

Dennoch gehört Königsblau weiterhin an die Spitze des deutschen Fußballs. Da ist sich Bernd Schröder sicher. Der Vorstandsvorsitzende des S04 erklärte gegenüber der BamS: "Auch wenn wir gerade 18. sind – wir werden gefragt und haben weiterhin Gewicht. Wir sind immer noch einer der drei größten Vereine in Deutschland, zählen zu den Top 3 und sind wichtig für den deutschen Fußball."

Das mache er an den "über 165.000 Mitgliedern, Millionen von Fans und unserer ungebrochenen Attraktivität" fest. Auch an den TV-Quoten könne man ablesen, dass Schalke weiterhin "ein großer Player im deutschen Fußball" sei. Intern wisse man sehr gut "um unseren Wert", so Schröder.

Umso wichtiger wäre es natürlich auch, sich im Fußball-Oberhaus zu halten. Eine schwierige Aufgabe, die nun auf den Schultern von Thomas Reis ruht. Der Trainerwechsel habe "eine neue Energie freigesetzt", berichtete Schröder, der ausführte: "Das ist auch spürbar, wenn man die Arbeit auf dem Platz erlebt. Ich finde, er hat ein schönes Bild kreiert: Wir sind jetzt der Jäger – wir haben nichts zu verlieren."

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Schröder mit Finanz-Chefin Christina Rühl-Hamers / INA FASSBENDER/GettyImages

Trotz allem Optimismus, müssen die Knappen mal wieder zweigleisig planen. Immerhin ist der erneute Abstieg nicht nur möglich, sondern angesichts der tabellarischen Ausgangslage auch wahrscheinlicher als der Klassenerhalt.

Für den Fall der Fälle braucht Schalke also auch wieder eine Zweitliga-Lizenz. Der Vorstands-Chef ist sich "ganz sicher", dass der Verein diese erneut bekommen würde. Für dieses Szenario werde man sich entsprechend wappnen. Schröder zeigte sich "überzeugt", dass man eine erneute Zweitliga-Saison durchfinanzieren und den entsprechenden Plan gegenüber der DFL vorlegen kann.

Ausgliederung "nicht auf der Agenda" - Hilfe von Tönnes nicht ausgeschlossen

Apropos Geld: Noch immer geistern die Themen Ausgliederung und Clemens Tönnies auf Schalke umher.

Ersteres scheint derzeit weit entfernt zu sein. Seitens des Aufsichtsrates gibt es keinerlei Pläne dazu. Schröder betonte: "In meiner Rolle als Vorstandsvorsitzender muss ich mir grundsätzlich immer alle Optionen anschauen. [...] Aber im Augenblick steht das nicht auf der Agenda. Schalke gehört den Mitgliedern."

Bezüglich eines womöglich vergrößerten Engagements von Tönnies, der bereits öffentlich erklärt hatte, dem Klub finanziell unter die Arme greifen zu wollen, ist das letzte Wort aber wohl noch nicht gesprochen.

Ein kategorisches Nein gebe es seines Wissens nicht, so Schröder. "Schließlich ist Clemens Tönnies mit einem seiner Unternehmen immer noch Partner. Ich spreche prinzipiell mit jedem Schalker, der helfen will", so der 56-Jährige. Dennoch ist die Hilfe unwahrscheinlich, weil der Aufsichtsrat mit Axel Hefer an der Spitze eine deutlichere Grenze zum ehemaligen Vorsitzenden des Kontrollgremiums zieht.



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