FC Schalke 04

Schalke in der finalen Phase der Vorbereitung: Hier liegt nun der Fokus

Yannik Möller
Schalke geht in die letzten zwei Wochen der Saisonvorbereitung
Schalke geht in die letzten zwei Wochen der Saisonvorbereitung / Christof Koepsel/Getty Images
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Für Schalke 04 sind die zwei letzten vollen Wochen in der Saisonvorbereitung angebrochen. Bereits am 23. Juli geht es freitagabends in die Eröffnung der 2. Bundesliga - und natürlich direkt gegen den Hamburger SV.

Zwei Wochen der Vorbereitung sind noch übrig, ehe es dann in den Vorlauf zum ersten Spieltag geht. Viel Zeit ist also nicht mehr, um die Mannschaft zusammenzustellen, sie zu einer Einheit zu formen und die wichtigsten Grundlagen anzueignen. Die letzten Tage im Mittersill-Trainingslager sowie auf dem heimischen Gelände müssen wichtigen Fokussierungen unterliegen.


Schalke startet in die finale Phase der Saisonvorbereitung: Hier liegt das Hauptaugenmerk

1. Die neue Mannschaft einen

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Das neue Schalke muss auf und neben dem Platz eine gefestigte Einheit sein / Christof Koepsel/Getty Images

Entfernt von taktischen Anweisungen und spielerischen Vorhaben steht die Notwendigkeit, aus der Mischung zahlreicher neuer und zahlreicher junger Spieler eine eingeschworene Einheit zu formen. Jeder weiß, wie wichtig eine solche Grundlage ist und welchen Effekt sie haben kann.

Agiert ein Team auch als Einheit, kann es viele schwere Hürden nehmen und Probleme meistern. S04 hat einige Neuzugänge, die integriert werden müssen, und junge Spieler, die in diesem neuen Haufen ihren Platz finden wollen.

Doch nicht nur der Stimmung wegen ist es wichtig, diese Mannschaft zu formen. Natürlich ist dieser Schritt schlussendlich auch auf dem Platz von großer Bedeutung: Abläufe und Abstimmungen müssen funktionieren, Missverständnisse nahezu ausgemerzt werden.

Weiß der Spieler, welchen Lauf sein Teamkollege gleich anbieten wird, oder wie ein anderer in einer bestimmten Situation agieren wird, läuft das eigene Spiel viel einfacher. So stehen die übrigen Wochen auch im Zeichen der Teamfindung.

2. Fitness auf Spitzenniveau bringen

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S04 muss mit möglichst wenig Verletzungen und guter Fitness auftreten / Christof Koepsel/Getty Images

Seit Jahren ein großes Thema auf Schalke: die mangelhafte Fitness. Darunter fällt nicht nur der Aspekt, über 90 Minuten eine intensive Partie mitgehen zu können, sondern auch möglichst frei von Verletzungen zu bleiben.

Nicht ganz übertrieben: Teilweise hatte man das Gefühl, den Knappen würde aufgrund fehlender Fitness und zahlreicher Ausfälle eine ganze Mannschaft wegbrechen. Dazu darf es in Liga zwei nicht kommen.

Die intensiven Einheiten zu Beginn der Saisonvorbereitung mit oftmals zwei Einheiten am Tag haben einen gewissen Grundstein gelegt. Doch während nun primär spielerisch gearbeitet werden wird, ist es wichtig, die Fitness nicht wieder zu vernachlässigen.

"Wir waren nicht konkurrenzfähig", erklärte Dimitrios Grammozis angesichts dieses Themas zur letzten Saison (via Bild). Ein solcher Befund darf sich in einem Profiverein schlichtweg nicht wiederholen.

3. S04 in Ballbesitz: Über flexible Lösungen zu Torchancen

Benito Raman
Benito Raman im zweiten Testspiel der Vorbereitung / Christof Koepsel/Getty Images

Der große Fokus im S04-Spiel wird auf dem Ballbesitz liegen. Das ergibt sich durch das sehr wahrscheinliche Abwarten der kommenden Gegner, aber auch durch den eigens anvisierten Spielstil.

Auch dieser Aspekt war jahrelang ein Problem bei Königsblau. Stellte sich ein Gegner tief, waren die Schalker regelrecht aufgeschmissen. Das muss einfach besser werden, wenn es mit dem Wiederaufstieg klappen soll.

Im Test gegen Zenit St. Petersburg war zu sehen, dass es dahingehend noch Probleme gibt. Klar, schließlich handelt es sich um eine neue Mannschaft, die sich umstellen muss und erst zweieinhalb Wochen im Training ist. Deshalb ist dies auch ein Hauptaugenmerk für die letzten zwei Wochen, ehe es ernst wird.

Vor allem wichtig: Nicht nur einen Plan für das Flankenspiel mit den Neuzugängen Thomas Ouwejan und Reinhold Ranftl zu haben. Sondern auch kreative Lösungen durch die Zentrale zu finden, und Abläufe, die die Angreifer hinter die letzte Kette bringen können.

4. Personalsuche bis zum Saisonstart: Spielmacher wird noch gesucht

Rouven Schroeder
Auch auf Rouven Schröder kommt in den zwei Wochen noch viel Arbeit zu / Christof Koepsel/Getty Images

Apropos kreative Lösungen durch die Zentrale: Auch weiteres, neues Personal wird noch benötigt. Das wirkt mit dem noch immer aufgeblähten Kader zwar etwas seltsam, doch soll es noch zu mehreren Abgängen kommen. Dann steht ein Spielmacher auch auf der Liste.

Sportdirektor Rouven Schröder erklärte jedoch bereits, man werde auch nur handeln, wenn man auch handeln kann. Konkret: Ist ein Transfer finanziell nicht darstellbar, wird er auch nicht vollzogen. Keine blinde Hoffnung, das Geld werde man schon irgendwie bekommen.

Doch nicht nur im offensiven Mittelfeld gibt es noch Handlungsbedarf. Durch den vermutlich langfristigen Ausfall von Salif Sané, benötigt man für die Dreierkette mindestens einen weiteren Innenverteidiger. Schließlich soll auch Matija Nastasic noch gehen.

Im Tor könnte sich ebenfalls noch etwas tun. Bis dato ist es durch den neuen Torwarttrainer unklar, ob mit Ralf Fährmann (Favorit) oder Markus Schubert als Nummer eins gestartet wird. Außerdem, ob die Nummer zwei bleiben oder den Verein (per Leihe?) verlassen wird. Je nachdem wird es auch dort noch Bewegung geben. Die Personalien im Tor sollen möglichst bis zum Saisonauftakt geklärt sein.

5. Auch Defensiv-Formen werden zum Training gehören müssen

FC Schalke 04 - Training Session
Auch die Defensive um Timo Becker und Co. muss greifen / Christof Koepsel/Getty Images

Bei allem definitiv berechtigten Fokus auf die Offensive und das Spiel mit dem Ball, braucht S04 aber auch eine sehr gute Grundlage, um bestenfalls erst gar nicht in Rückstand zu geraten. Die Dreier- beziehungsweise Fünferkette muss funktionieren: Abstimmungen, Übernahme der Gegner, aktives Verteidigen.

Nach 86 (!) Gegentoren in der letzten Saison muss dabei ein radikaler Schnitt erfolgen. Wer aufsteigen will, braucht nicht nur eine gute, flexible Offensive, sondern auch eine stabile Defensive.

Der VfL Bochum als Meister sowie Holstein Kiel als Relegationsteilnehmer hatten, als passendes Beispiel, nicht einmal über 40 Gegentore in der gesamten Saison. Ein Schnitt von nur knapp über einem Gegentor pro Spiel müsste die anvisierte Grundlage sein.

Ein weiterer Aspekt, der nicht vergessen werden sollte: Die Anfälligkeit bei gegnerischen Standards. Eine furchtbare Schwäche in der Vorsaison, die unbedingt abgelegt und überwunden werden muss.

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