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FC Schalke 04

Spielmacher zu teuer: Schalke testet ungewöhnliche Alternative

Yannik Möller
Dimitrios Grammozis muss an mancher Stelle Kreativität beweisen
Dimitrios Grammozis muss an mancher Stelle Kreativität beweisen / Christof Koepsel/Getty Images
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Ein Großteil des neuen Schalke-Kaders steht bereits, doch ein neuer Spielmacher ist bislang nicht in Sicht - und wohl auch ziemlich teuer. Deshalb soll Dimitrios Grammozis in diesen Tagen kreativ werden und ungewöhnliche Alternativen testen.


Die rechte Seite, die linke Seite, das Zentrum, die Abwehrzentrale oder der Sturm. Alles Positionen und Rollen, auf denen sich Schalke 04 im Sinne des Kaderumbruchs bereits verstärkt hat. Mit Neuzugängen wie Simon Terodde, Danny Latza und Co. möchte der Klub im ersten Jahr in der 2. Bundesliga direkt oben angreifen.

Was noch immer fehlt, ist ein Spielmacher mit Stammspieler-Potenzial. Can Bozdogan oder auch Levent Mercan könnten rein theoretisch als Zehner hinter den Spitzen auflaufen, doch ist es insbesondere bei Mercan noch völlig unklar, welche Rolle die Eigengewächse in der kommenden Saison einnehmen werden.

Schalke tut sich schwer bei der Suche nach einem offensiven Kreativspieler - Hartel-Paket (noch) zu teuer

Vor ein paar Wochen brachte die Bild Marcel Hartel von Arminia Bielefeld mit den Gelsenkirchenern in Verbindung. Auf der Alm saß er die Rückrunde deutlich häufiger auf der Bank, als er auf dem Feld stand. Durch seinen Vertrag bis 2022 müsste jedoch eine Ablöse gezahlt werden, um die Dienste des 25-Jährigen in Anspruch nehmen zu können.

Das notwendige Geld für den Transfer und das dann fällige Gehalt kann S04 derzeit nicht vorweisen. Zur Erklärung: Einnahmen, die beispielsweise durch den Verkauf der E-Sports-Lizenz gemacht wurden, müssen zu ganz großen Teilen in die finanzielle Stabilität des Vereins fließen. Auch aufgrund der seitens der DFL vergebenen Auflagen.

Marcel Hartel
Marcel Hartel bleibt offenbar ein Thema auf Schalke / Lars Baron/Getty Images

Bei einer kleinen Fan-Fragerunde im Mittersill-Trainingslager erklärte Rouven Schröder zu Spielmacher-Rolle (Zitate via Bild): "Wir hatten schon das ein oder andere Gespräch, werden aber keine Dinge machen, die wir nicht machen können." Der Sportdirektor ebenfalls: "Es ist klar, dass wir uns auf der Position noch umschauen. Es muss aber auch passen und finanzierbar sein."

Somit ist es zum aktuellen Zeitpunkt ungewiss, ob überhaupt noch ein Spielmacher verpflichtet werden kann, und falls ja, wann. Das Problem: Die neue Saison beginnt bereits in gerade einmal etwas mehr als drei Wochen. Direkt zu Beginn wartet mit dem Hamburger SV das theoretisch größte Zweitliga-Duell. S04 muss darauf vorbereitet sein.

Trainerteam plant Spielmacher-Experiment mit Bülter

Also braucht es Alternativen, zur Not auch ungewöhnliche. Und anscheinend plant das Trainerteam um Dimitrios Grammozis auch schon. Denn nach Bild-Informationen soll Neuzugang Marius Bülter als Kreativspieler hinter dem Angriff ausprobiert werden.

Eine Rolle, die der 28-Jährige so natürlich nicht kennt. In der Regel läuft er als Linksaußen auf, hin und wieder übernahm er auch einen Posten direkt im Sturm. Dahinter jedoch, zentral, das ist eine Position die ihm - vorsichtig formuliert - nicht gerade bekannt ist. Es wird eine Art Experiment, geboren aus der Not heraus.

Marius Bülter, Kilian Ludewig
Marius Bülter im Zweikampf mit (inzwischen) Ex-Schalker Kilian Ludewig / Frederic Scheidemann/Getty Images

Mit den Testspielen gegen Zenit St. Petersburg am Samstag und Shaktar Donezk am Freitag darauf gibt es zwei Gelegenheiten, sich die ersten Ergebnisse dieses Experiments anzusehen. Das soll dem Bericht zufolge auch der Plan sein. Dazwischen gibt es intensive Trainingstage, in denen an der Umsetzung gearbeitet werden kann. Seit Dienstag sind die Knappen in Österreich.

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