FC Schalke 04

Achter-Casting auf Schalke: Das Mittelfeld-Ranking bei S04

Yannik Möller
Rodrigo Zalazar ist eine Achter-Position des S04
Rodrigo Zalazar ist eine Achter-Position des S04 / Christian Kaspar-Bartke/GettyImages
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Wenn Schalke auf einer Position einen großen Konkurrenzkampf und viele Optionen hat, dann im zentralen Mittelfeld. Schon gegen Darmstadt offenbarte sich diese Qual der Wahl - in den nächsten Wochen werden die Möglichkeiten für das Grammozis-Trainerteam nicht gerade kleiner.


Eine der größten Baustellen im Spiel von Schalke 04 ist der Vortrag im Ballbesitz. Zu häufig ist weder klare Struktur noch einstudierter Plan zu erkennen. Nicht im Umschaltspiel, nicht aus dem eigenen Aufbau heraus. Rundherum um diesen Aspekt stehen auch und vor allem die Spieler im zentralen Mittelfeld im Fokus - die Achter, wie es so schön heißt.

Davon hat S04 nicht nur eine quantitativ gute Auswahl, auch qualitativ gibt der Kader für Verhältnisse der 2. Bundesliga einige Optionen her. Schon beim 2:4 gegen Darmstadt war zu sehen, dass auf das Trainerteam um Dimitrios Grammozis wichtige Entscheidungen bezüglich der ersten Elf anstehen. Er entschied sich für Danny Latza und Dominick Drexler. Rodrigo Zalazar saß auf der Bank. Auch Blendi Idrizi und Yaroslav Mikhailov wären Optionen, Florian Flick und Marc Rzatkowski im weiteren Sinne ebenso.

Sieben Spieler für zwei Positionen. Diese ergeben sich durch das 3-5-2, das sich in der realtaktischen Aufstellung auch als eine Art 3-3-2-2 zu erkennen gibt. Es ist die Qual der Wahl, die sich Grammozis bietet. Gegen die Lilien war die Auswahl nachweislich falsch getroffen, wenngleich das eine im Nachhinein leicht zu formulierende Erkenntnis ist.

Dennoch bieten sich diesen sieben, oder eher fünf Spielern selbstredend nicht die gleichen Chancen. Es gibt einen Kreis der Startelf-Kandidaten, die Optionen aus der zweiten Reihe und die Abgeschlagenen.


Schalke mit verschiedenen Optionen: Das Achter-Ranking des S04

1. Die Startelf-Kandidaten: Latza - Drexler- Zalazar

Danny Latza
Danny Latza ist der Schalke-Captain / BSR Agency/GettyImages

Wirft man einen ganz objektiven Blick auf die Kaderliste, so dürfte Danny Latza die grundsätzlich größten Chancen auf einen regelmäßigen Stammplatz haben. Immerhin war er einer der ersten Transfers, dazu ist er der Kapitän.

Vom Spielerprofil her bestätigt sich dieser Eindruck eigentlich: ein erfahrener Mittelfeldspieler, der in Liga zwei zweifelsfrei zu den Topspielern gehört. Nach seiner Verletzung ist er, wie Grammozis selbst bestätigte, aber noch nicht wieder bei 100 Prozent. Sein schwacher Auftritt gegen Darmstadt hat ihn zudem geschwächt. Nicht was sein Amt im Team angeht, aber seine Startelf-Ansprüche.


Dominick Drexler gehört zu den Typen, die Grammozis augenscheinlich am liebsten hat oder am wichtigsten findet: die vielleicht nicht filigransten Spieler - aber Typen mit Leidenschaft und der passenden Einstellung. Bis er zwischenzeitlich ausfiel wusste er zu überzeugen. Die letzten Auftritte ließen aber eher zu wünschen übrig.

Oftmals zu langsam, zu fehleranfällig und ohne den nötigen Durchschlag: so war der Ex-Kölner in den letzten Partien beinahe ein Spiegelbild des gesamtem Team-Auftritts. Abgesehen von der Kapitänsbinde steht er mit Latza quasi auf einer Stufe.


Rodrigo Zalazar hingegen ist und bleibt wohl erst einmal eine Streitfigur. Es ist nicht abzuerkennen, dass er in den letzten Wochen einer der engagiertesten Spieler war. Ihm ist anzusehen, dass er einer der wenigen war, der am ehesten offensiv gedacht hat.

Weil ihm aber noch der entscheidende Dosenöffner fehlt, etwa ein eigenes Tor oder eine starke Leistung inklusive Assist, scheint er sich hin und wieder zu viel vorzunehmen. Eines ist allerdings abzusehen: will Schalke offensiv gefährlicher werden, führt eigentlich kein Weg am jungen Uruguayer vorbei.


2. Die zweite Reihe: Idrizi - Mikhailov

Blendi Idrizi
Blendi Idrizi gehört zur zweiten Riege / Frederic Scheidemann/GettyImages

In der letzten Saison unter Grammozis zu den Profis gekommen, über den Sommer hinaus geblieben: Blendi Idrizi sammelte zu Saisonbeginn zwar fleißig seine Einsatzminuten, doch gehört er sicher nicht zur ersten Reihe der Achter des S04. Der 23-Jährige ist nun, da die erste Riege vollständig zurückgekehrt ist, ganz klar auf einen festen Bankplatz gerutscht.

Da es aber nur zwei halbwegs klare Achter geben kann, ist er auch nicht mehr der Einwechselspieler Nummer eins - dieser Platz geht zwangsweise an einen der drei aus der Stammspieler-Kategorie. Der gebürtige Bonner wird über den ein oder anderen Einsatz alle paar Wochen vorerst nicht hinauskommen.


Das Gleiche gilt grundsätzlich auch für Yaroslav Mikhailov. Zunächst als Gastspieler überzeugt und beim Saisonstart noch eingesetzt, rutschte er danach ab. Bei seinen beiden Startelf-Partien in Pokal und Liga zuletzt konnte der 18-Jährige nicht überzeugen.

Er wird wohl nur noch Einsatzchancen haben, wenn mindestens zwei seiner Teamkollegen ausfallen. Dann könnte er, je nach Trainingswoche und Matchplan, ausnahmsweise in die erste Elf rutschen oder zumindest eingewechselt werden.


3. Abgeschlagen und/oder mit eher anderer Rolle: Flick - Rzatkowski

Florian Flick
Florian Flick spielt zurzeit keine Rolle / Thomas Eisenhuth/GettyImages

Normalerweise gehört Florian Flick nicht zu der Schalker Achter-Sammlung. Von Grammozis sogar eher als (überfordert wirkender) Innenverteidiger eingesetzt, ist seine Heimat im Mittelfeld eher der defensive Bereich. Dennoch: weil er als eher spielstarker Youngster gilt, könnte er auch diese Rolle übernehmen.

Bis es dazu kommt, muss selbstredend aber viel geschehen. Er ist dahingehend viel eher eine Notfall-Option. Im Laufe der Saison wird er voraussichtlich nur im defensiven Bereich eingesetzt werden.


Und an dieser Stelle eine Erinnerung: Ja, die Gelsenkirchener haben auch Marc Rzatkowski verpflichtet. Mag der ein oder andere schon wieder vergessen haben, ist auch völlig verständlich. Der als Verstärkung für die verletzten Latza und Idrizi geholte Bochumer war bisher ein einziges Mal im Kader. Hinter versteckter Hand wird vermutet, er könnte auch im Erwin-Kostüm stecken.

Spaß beiseite: Rzatkowski wurde als klarer Backup verpflichtet und das bleibt er auch. Je mehr Spieler im zentralen Mittelfeld fit sind, desto weiter ist er vom Kader entfernt. Somit hat er momentan so gut wie keine Chance dabei zu sein. Von der Startelf-Auswahl braucht gar nicht gesprochen zu werden.

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