FC Schalke 04

Christian Gross über Bentaleb-Rückkehr und Schalkes größte Schwäche

Yannik Möller
Bleibt noch immer zuversichtlich: Christian Gross
Bleibt noch immer zuversichtlich: Christian Gross / Cathrin Mueller/Getty Images
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Immer weniger Wochen verbleiben für Schalke, um den (inzwischen sehr überraschenden) Klassenerhalt zu schaffen. Christian Gross jedoch bleibt weiterhin zuversichtlich, will und muss aber einige Schwächen des Teams abstellen. Auch zur Begnadigung von Nabil Bentaleb äußerte er sich nun.

Seit Amtsantritt kurz vor Neujahr besticht Christian Gross bei Schalke 04 vor allem durch seinen beständigen Optimismus. Immer wieder betont er, dass er weiterhin davon ausgehe, den Klassenerhalt zu schaffen und den immer mehr drohenden Abstieg noch zu verhindern.


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Das Problem jedoch: Allzu viele Spieltage bleiben nicht mehr, schon bald wird man ins letzte Drittel der Saison gehen. "Ich habe mir die Aufgabe genau so schwierig vorgestellt, wie sie ist, und als grundsätzlich optimistisch eingestellter Mensch glaube ich an den Klassenerhalt, so lange er rechnerisch möglich ist. Mein Optimismus ist weiterhin ungebrochen. Aber klar: Wir haben nicht mehr viel Zeit", erklärte er nun im Interview mit dem kicker.

S04-Coach Christian Gross versucht Optimismus und Realismus zu verbinden
S04-Coach Christian Gross versucht Optimismus und Realismus zu verbinden / LEON KUEGELER/Getty Images

Standards brechen Schalke das Genick

Zwar hat Königsblau unter ihm den ersten Saisonsieg und den ersten Erfolg seit fast einem Jahr feiern können, doch ansonsten fing man sich bis auf das Remis gegen Werder Bremen nur weitere Niederlagen ein. "Wir müssen nach wie vor zu viele Standardgegentore hinnehmen", nannte der Trainer einen Aspekt, der seit unzähligen Monaten einer der ganz großen Schwachpunkte ist. Daran will er weiter arbeiten: "Das erste Mittel ist, die Zahl der ruhenden Bälle in unseren kritischen Zonen so gut es geht zu minimieren." Vor allem am Samstagabend gegen Union Berlin wird das von großer Bedeutung sein.

Gross setzt beim Verteidigen von Standards auf eine Mischung aus Raum- und Manndeckung. "Das Verhältnis fiel bislang eher zugunsten der Raumdeckung aus, wobei wir überlegen, da etwas zu verändern und vermehrt auf Manndeckung umzustellen", gab er eine aktuelle Überlegung aus. Auch Leih-Neuzugang Shkodran Mustafi hatte das nach seinem ersten Einsatz am vergangenen Wochenende angeregt.

Personalentscheidungen mit Kolasinac, Huntelaar und Bentaleb - Gross hofft auf die "sportlichen Qualitäten"

Bei derartigen Plänen und Ansätzen spielen unter dem Schweizer auch die Führungsspieler eine wichtige Rolle. Einer davon ist Sead Kolasinac, der die Kapitänsbinde inzwischen auch trägt, wenn mit Omar Mascarell der eigentliche Kapitän wieder im Kader oder gar auf dem Platz steht. Gross' Erklärung: "Sead bringt mit seiner Erfahrung, seinem Charisma und seinem Charakter gute Eigenschaften mit, einer der Köpfe unserer Gruppe zu sein. Es war keine ad-hoc-Entscheidung, sondern ein Prozess." Betonen wolle er speziell, dass es nicht darum ging, den Spanier abzulösen, sondern für Aufbruchsstimmung zu sorgen.

Auch Klaas-Jan Huntelaar sollte mit seiner Erfahrung und Klasse helfen, fällt bislang aber immer wieder wegen Wadenproblemen aus. "Er ist noch nicht zu 100 Prozent belastbar - mental schon, keine Frage, aber muskulär ist noch nicht alles so, wie es sein soll", so Gross, der zugleich bestätigte, dass es sich derzeit um die andere Wade handelt, als es zum Zeitpunkt des Wechsels der Fall war. Womöglich ein Resultat "durch Fehlbelastung", mutmaßte der Coach.

Sead Kolasinac führt das Team seit Wochen als Captain auf das Feld
Sead Kolasinac führt das Team seit Wochen als Captain auf das Feld / Stuart Franklin/Getty Images

Ein halber Neuzugang könnte Nabil Bentaleb sein, der vor wenigen Tagen wieder zum normalen Training mit dem Team zugelassen und somit offiziell begnadigt wurde. Entscheidend dafür war eine Unterhaltung: "Nachdem klar war, dass Nabil den Verein im Winter nicht verlassen würde, habe ich mit ihm ein Gespräch geführt und erörtert, wie er seine Situation einschätzt. Ich habe mich dann entschieden, dass er wieder am Mannschaftstraining teilnehmen wird. Ich hoffe, dass er seine sportlichen Qualitäten einbringen kann."

Für den Rest der Saison steht noch immer die große Herausforderung des Klassenerhalts an. Zu seiner eigenen Zukunft, die unweigerlich mit dem (Miss-)Erfolg dieser Mission zusammenhängt, wollte sich Gross nicht explizit äußern. Er habe sich "mit großer Freude in diese Aufgabe gestürzt", auch wenn er mittlerweile zu betonen weiß, dass die Zeit langsam aber sicher knapp werden wird.

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