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Schalke bestätigt erneuten Gehaltsverzicht - Schneider lobt "konstruktives Miteinander"

Nov 5, 2020, 7:39 PM GMT+1
S04-Sportvorstand Jochen Schneider hat nun doch einen Gehaltsverzicht verkünden können
S04-Sportvorstand Jochen Schneider hat nun doch einen Gehaltsverzicht verkünden können | Alexander Hassenstein/Getty Images
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Nachdem die Vereinsführung von Schalke über die letzten Wochen und Monate mit der Mannschaft um einen erneuten Gehaltsverzicht gerungen hat, wurde nun ein Kompromiss gefunden. Sportvorstand Jochen Schneider wies dabei einen vorigen Medienbericht zurück.

Es war und ist ein großes Thema beim FC Schalke 04 gewesen, das abseits des Platzes immer wieder für Fragen und etwas Unruhe gesorgt hatte: Ein zweiter Gehaltsverzicht, über den seit August intern wie extern diskutiert wurde, ist am Donnerstagnachmittag verkündet worden.

Das berichtete die WAZ, die Sportvorstand Jochen Schneider auch mit dem folgenden sehr positiven Fazit zur Thematik zitiert: "Wir haben einen sehr guten, einvernehmlichen Kompromiss gefunden, der den Zeitraum 1. August 2020 bis 30. Juni 2021 umfasst."

Noch am frühen Donnerstag meldete die Bild, es sei nicht zu einer Einigung gekommen, da große Teile der Mannschaft nicht mit gewissen Konditionen - etwa einer inzwischen sehr unwahrscheinlichen Teil-Rückzahlung seitens des Vereins bei mehr als 22.000 Zuschauern im Stadion - nicht einverstanden gewesen sein sollen.

Inzwischen Schnee von gestern, nun steht eine Abmachung zwischen S04 und dem Team, das nun in Ruhe den Fokus auf das Sportliche richten kann. Kapitän Omar Mascarell erklärte (via WAZ), es habe "sehr gute Gespräche" gegeben, während man offene Details "unkompliziert geregelt" habe. Sowohl das Statement von Schneider, als auch das von Mascarell zielen klar darauf ab, Harmonie und ein generelles Einverständnis in dieser Sache zu zeigen - was keineswegs überraschend ist. Wie viel Geld nun eingespart werden soll, ist unbekannt.

Schalke-Captain Omar Mascarell erklärte gute Gespräche zum Gehaltsverzicht
Schalke-Captain Omar Mascarell erklärte gute Gespräche zum Gehaltsverzicht | DeFodi Images/Getty Images

Schalke mit langfristigem Gehaltsverzicht: Schneider-Verteidigung löblich, aber nicht notwendig

Den Bericht vom frühen Morgen wiesen demnach sowohl Mannschaft als auch Sportvorstand zurück. "Es gab zu keinem Zeitpunkt eine Verweigerungshaltung der Mannschaft, sondern immer ein konstruktives Miteinander. Es ist mir ein ausdrückliches Anliegen, hier auch die Zusammenarbeit mit dem Mannschaftsrat und die Haltung des gesamten Teams positiv zu erwähnen", so Schneider.

Der Kapitän ergänzte: "Die Behauptung, die Mannschaft habe sich einem erneuten Gehaltsverzicht verweigert, weise ich im Namen des Teams aufs Schärfste zurück." Die Diskussionen, die dazu nun aufgekommen sind, bezeichnete er als "absolut unnötig" und "in dieser Phase alles andere als hilfreich". Ein Grund, weshalb die Gespräche vorgezogen wurden.

Bei dieser Zurückweisung müssen zwei Aspekte jedoch erneut betont und sogar ein wenig verteidigt werden: Zum einen hat die Bild nie behauptet, dass sich die ganze Mannschaft oder ein Teil davon grundsätzlich gegen einen weiteren Gehaltsverzicht stellt. Viel mehr wurde betont, dass einige Spieler sich nicht unter den erwähnten Bedingungen einen Gehaltsverzicht vorstellen können.

Jochen Schneider stellt sich demonstrativ vor den Kompromiss zum erneuten Gehaltsverzicht
Jochen Schneider stellt sich demonstrativ vor den Kompromiss zum erneuten Gehaltsverzicht | DeFodi Images/Getty Images

Zum anderen wird es, anders als der Sportvorstand das behauptet, selbstverständlich zu zwischenzeitlichen Zurückweisungen gekommen sein. Das, was er als "konstruktives Miteinander" bezeichnet, also kleinere Meinungsverschiedenheiten und unterschiedliche Auslegungen, muss es selbstredend gegeben haben - ansonsten hätte man nicht über mehrere Monate nach einer Lösung suchen müssen. Dazu sei aber auch betont: Dass es bei einer solch außergewöhnlichen Situation etwas dauern kann, bis gute Rahmenbedingungen einvernehmlich gefunden sind, ist ebenfalls völlig normal und dementsprechend als solches nicht zu kritisieren.

Fernab von den Geschichten rund um diesen Gehaltsverzicht: Er steht nun, und das langfristig. Auf erneute 30 Prozent (15 Prozent Verzicht, 15 Prozent Stundung), wie es im Frühjahr der Fall wird, wird es dieses Mal mit aller Wahrscheinlichkeit zwar nicht gekommen sein. Dennoch ist jede Einsparung, die Schalke vornehmen kann, sehr wichtig, um den Verein flüssig zu halten.

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