FC Schalke 04

Offene Torwart-Frage auf Schalke: 7 Kandidaten als Nummer eins in der Bundesliga

Simon Zimmermann
Ob Martin Fraisl auch kommende Saison im S04-Tor stehen wird, ist fraglich
Ob Martin Fraisl auch kommende Saison im S04-Tor stehen wird, ist fraglich / Selim Sudheimer/GettyImages
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Die Torwart-Situation auf Schalke ist mal wieder offen - zumindest über den Sommer hinaus. Der Vertrag von Routinier Michael Langer (37) läuft aus. Der von Stammkeeper Martin Fraisl auch. Lediglich Urgestein Ralf Fährmann steht nach jetzigem Stand noch unter Vertrag (bis 2025).

Der 33-Jährige wird nach seiner erneuten Degradierung zur Nummer zwei aber nicht als potenzieller Stammkeeper infrage kommen - weder in Liga eins noch zwei. Darüber hinaus wird bei der Torwart-Frage viel davon abhängen, ob S04 ins Oberhaus zurückkehren kann.

Sollte das gelingen, bleibt die Zukunft von Fraisl offen. Am 28-jährigen Österreicher sollen zahlreiche Klubs aus ganz Europa interessiert sein. Auf Schalke dagegen gibt es offenbar mindestens Zweifel, ob Fraisl die richtige Nummer eins für die Bundesliga sein kann. Ein Angebot zur Vertragsverlängerung liegt jedenfalls nicht vor, im Sommer wolle man laut Sportdirektor Rouven Schröder den Torhütermarkt genauestens studieren.

Einiges spricht demnach dafür, dass sich Schalke - vorausgesetzt man steigt auf - im Tor neu aufstellen wird. Fährmann dürfte die Nummer zwei bleiben, Fraisl und Langer dürften gehen. Bei der Suche nach einer Nummer eins werden Königsblau aber finanziell die Hände gebunden sein. Wir blicken daher vor allem auf ablösefreier Keeper oder mögliche Leih-Keeper, die als künftige Nummer eins infrage kommen könnten:

1. Finn Dahmen

Finn Dahmen
Finn Dahmen war Stammkeeper beim EM-Triumph der U21 / BSR Agency/GettyImages

Der U21-Europameister ist eines der größten Talente im deutschen Tor. Bei Mainz 05 kommt der 23-Jährige aber nicht an Stammkeeper Robin Zentner vorbei. Zuletzt erklärte Dahmen daher öffentlich, dass er dringend Spielpraxis auf höchstem Niveau brauche - zur Not auch außerhalb von Mainz.

Die Rheinhessen dürften recht aufgeschlossen gegenüber der Idee sein, Dahmen zu verleihen. Da sein Vertrag aber nur noch bis 2023 gültig ist, wäre eine vorzeitige Verlängerung Voraussetzung für einen Deal.

Für Schalke wäre etwa eine zweijährige Leihe interessant. Ein Kauf des Keepers käme dagegen wohl nicht infrage. Trotz der kurzen Vertragslaufzeit wäre eine Millionen-Ablöse fällig. Bei den Nullfünfern dürfte man dieses Szenario ohnehin verhindern wollen.

2. Stefan Ortega

Stefan Ortega Moreno
Ortegas Vertrag in Bielefeld läuft aus / Lukas Schulze/GettyImages

Die Premium-Lösung auf Schalke wäre mit Sicherheit Stefan Ortega. In Bielefeld läuft der Vertrag des 29-Jährigen aus. Laut Sportbild liegt ein neues Arbeitspapier über vier Jahre mit verbesserten Bezügen vor. Aber auch der FC Bayern soll heiß auf den Keeper sein. In München wäre Ortega nur die Nummer zwei.

Der Deutsch-Spanier ist aber eigentlich viel zu gut, um sich mit der Rolle des Ersatzkeepers zu begnügen - selbst beim Rekordmeister. Gelingt Schalke die Bundesliga-Rückkehr, könnte er eine Säule beim Wiederaufbau von Königsblau werden. S04 hätte auf Anhieb einen der besten Schlussmänner der Liga zwischen den Pfosten.

Darin liegt aber auch die Crux für Schalke: Kann man Ortega ein entsprechendes Gehalt bieten? Welche Klubs buhlen ebenfalls um ihn?

3. Jiri Pavlenka

Jiri Pavlenka
Jiri Pavlenka kann Werder im Sommer ablösefrei verlassen / Alexander Hassenstein/GettyImages

Seit 2017 hütet Jiri Pavlenka den Kasten von Werder Bremen. Der 29-jährige Tscheche hat sich nach einer Verletzung nach dem Abstieg von Grün-Weiß die Rolle als Stammkeeper zurückerkämpft. In der Bundesliga hat der 14-fache Nationalspieler bereits unter Beweis gestellt, dass er einer der besten seines Fachs sein kann.

In Bremen läuft sein Vertrag nun aus. Ob er diesen verlängern wird, ist offen. Ob er stattdessen zu einem aktuellen Aufstiegskonkurrenten wechseln würde, auch. Derzeit sind die Chancen mit Werder ins Oberhaus zurückzukehren für Pavlenka höher als auf Schalke. Zudem dürften einige weitere Klubs aus ganz Europa den ablösefreien 29-Jährigen auf dem Zettel haben.

4. Loris Karius

Loris Karius
Loris Karius wird die Reds im Sommer verlassen müssen / Lewis Storey/GettyImages

Ein schillernder Name auf dem deutschen Torhüter-Markt. Mit konstant guten Leistungen ist Loris Karius in den letzten Jahren allerdings weniger aufgefallen. Seine Leihe zu Union Berlin floppte, seit diese Saison ist er zurück bei Stammklub FC Liverpool, wo er keine Zukunft mehr besitzt. Im Sommer läuft sein Vertrag nach sechs Jahren aus. Wohin es den immer noch erst 28-Jährigen verschlägt, ist völlig offen.

Schalke könnte Karius mit einem "Prove-it-Deal" locken. Im S04-Kasten stünde Karius auf jeden Fall wieder im Rampenlicht. Potenzial für eine starke Nummer eins in der Bundesliga wäre ebenfalls vorhanden.

Die Argumente, die gegen einen Transfer sprechen, sind aber ebenfalls gewichtig: Keine Spielpraxis und ein zumindest umstrittener Charakter, der potenziell für Unruhe sorgen kann.

5. Mile Svilar

Mile Svilar
Mile Svilar: Torwart-Talent im Wartestand / Gualter Fatia/GettyImages

Der 22-jährige Serbe wurde in Belgien geboren und fußballerisch bei RSC Anderlecht ausgebildet, ehe Benfica im Sommer 2017 für 2,5 Millionen Euro zuschlug. Dort debütierte er im Alter von nur 17 Jahren in der Champions League - gegen Manchester United. Insgesamt dreimal durfte er 17/18 in der Gruppenphase von Beginn an im Tor stehen.

Doch Svilars steile Entwicklung bei Benfica ging nicht weiter. Seit seinem Wechsel durfte er nur 23 Mal für die Profis ran, 54 Einsätze hat er für die zweite Mannschaft zu verzeichnen. Svilar scheint in der ersten Mannschaft keine Zukunft zu haben. Im Sommer wird demnach ein ablösefreier Wechsel anstehen.

Der 22-Jährige wäre in jedem Fall ein potenzielles Schnäppchen mit Potenzial. Ob man ihm auf Schalke die Rolle der Nummer eins in der Bundesliga zutraut, ist aber eher fraglich.

6. Lennart Grill

Lennart Grill
Lennart Grill spielte in der Hinrunde in Norwegen / Joosep Martinson/GettyImages

In Leverkusen ist der siebenfache deutsche U21-Nationalkeeper nur die Nummer drei, wenn alle fit sind. Die Hinrunde der laufenden Saison verbrachte der 23-Jährige in Norwegen beim SK Brann. Dort war er bis zum Jahreswechsel (Saisonende in Norwegen) als Stammkeeper gesetzt.

Zuletzt in Dortmund durfte Grill auch wieder in der Bundesliga ran, als Hradecky und auch Lunev ausfielen. Dennoch dürfte zur weiteren Entwicklung eine erneute Leihe anstehen. Bei der Werkself läuft Grills Vertrag noch bis 2024.

7. Yvon Mvogo

Yvon Mvogo
Yvon Mvogo kam in der Eredivisie 21/22 bislang nur zweimal zum Einsatz / Soccrates Images/GettyImages

Der vierfache Schweizer A-Nationalkeeper kam 2017 von den Young Boys zu RB Leipzig, konnte sich dort gegen Peter Gulacsi aber nicht durchsetzen. Im Sommer 2020 wurde Mvogo für zwei Jahre zu PSV Eindhoven verliehen. Im ersten Jahr war er dort die Nummer eins, in dieser Saison ist der 27-Jährige aber nur noch Ersatz.

Bei RBL ist sein Vertrag nur noch bis 2023 gültig. Die Leipziger planen ohnehin ohne Mvogo. Schalke könnte bei einem konkreten Interesse günstig zuschlagen.


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