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SC Freiburg

SC Freiburg gibt Nico Schlotterbeck hohes Preisschild - Bruder-Duell beim SC unerwünscht

Simon Zimmermann
Nico Schlotterbeck will mit der deutschen U21 den EM-Titel
Nico Schlotterbeck will mit der deutschen U21 den EM-Titel / Soccrates Images/Getty Images
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Die sportliche Zukunft von Nico Schlotterbeck bleibt weiter offen. Der deutsche U21-Nationalspieler kehr von seiner Leihe zu Union Berlin zum SC Freiburg zurück. Dort will er allerdings einem direkten Duell mit Bruder Keven aus dem Weg gehen. Konkretes Interesse am Innenverteidiger gibt es bereits. Das Freiburger Preisschild ist allerdings happig.


Auf den Spuren von Bruder Keven! Nico Schlotterbeck hat eine äußerst erfolgreiche Leih-Saison bei Union Berlin hinter sich. Der deutsche U21-Nationalspieler gehörte bei den Eisernen zum Stammpersonal und war mitverantwortlich für den Einzug in den europäischen Wettbewerb. Ähnlich, wie eine Saison zuvor Bruder Keven. Auch der 24-Jährige spielte bei Union Berlin stark und kehrte anschließend nach Freiburg zurück.

Doch hier könnte es erstmals keine Parallele beim Brüder-Paar geben. Zwar steht Nico Schlotterbeck noch bis 2023 beim Sport-Club unter Vertrag - ob er aber tatsächlich ab kommender Saison wieder im Breisgau spielt, ist offen. Zum einen, weil der SC in der Defensive gut besetzt ist. Und der drei Jahre ältere Bruder Keven auf der gleichen Position agiert (beide haben einen starken linken Fuß). Zum anderen, weil Nico nach seinen guten Leistungen in Berlin auch bei der U21-EM auf sich aufmerksam macht.

Salzburg und Stuttgart an Nico Schlotterbeck interessiert

Interesse soll es von RB Salzburg und insbesondere vom VfB Stuttgart geben. Der kicker berichtet bereits von "intensiven Gesprächen", auch wenn es mit Freiburg noch keinen Kontakt gebe. Schlotterbeck wäre der gewünschte Ersatz, sollte es Marc Oliver Kempf nach Frankfurt ziehen.

Ob die deutsche U21 den EM-Titel mit Schlotterbeck gewinnt oder nicht - nach dem Turnier dürfte der ein oder andere Klub noch ins Rennen einsteigen. Junger Innenverteidiger, Stammspieler in der Bundesliga und Linksfuß - die Kombination bei Nico Schlotterbeck ist sehr verführerisch.

Freiburg will hohe Ablöse

Das weiß auch der SC. Und hofft deshalb auf eine satte Ablöse für den Youngster. Dessen Marktwert wird zwar "nur" auf vier Millionen Euro geschätzt, die geforderte Ablöse ist aber deutlich höher. "Bei ihm müsste es schon eine Summe im Bereich von Robin Koch und Luca Waldschmidt sein", bekräftige SC-Sportdirektor Clemens Hartenbach. Heißt konkret: Zwischen 13 und 15 Millionen Euro!

Zwar fände es Hartenbach "wahnsinnig toll, wenn beim SC Brüder zusammen in der Abwehr auflaufen, das gibt es nicht so oft". Schränkte aber ein: "Gerade in Corona-Zeiten müssen wir bei jedem Spieler überlegen, wenn es in Sachen Ablöse richtig rummst.“

Keven Schlotterbeck, Benito Raman
Keven Schlotterbeck war beim SC 2020/21 meist gesetzt / Pool/Getty Images

Keine SC-Rückkehr bei direktem Bruder-Duell

Für Schlotterbeck ist bei der Frage nach der eigenen Zukunft ein Aspekt zentral: Gibt es ein direktes Bruder-Duell beim SC oder nicht? Freiburg spielt meist mit einer Dreierabwehrkette. Sollten beide Schlotterbecks als linke Innenverteidiger eingeplant sein, gäbe es ein direktes Duell zwischen Nico und Keven um den Platz in der Startelf. Nico will dem gerne aus dem Weg gehen.

"Ich gehe schon mal erst davon aus, dass ich nach Freiburg zurückkehre. Aber wie wir das Ganze dann handhaben, weiß ich nicht, weil mein Bruder da spielt. Es ist schwer, wenn dein Bruder auf der gleichen Position spielt, weil du einfach den Konkurrenzkampf in der Familie hast. Da geht es nicht nur um schlechter oder besser, sondern da spielt dein Herz eine Rolle", gab er gegenüber dem kicker offen zu.

In der abgelaufenen Spielzeit wurde Keven von Trainer Christian Streich aber häufig als zentraler Spieler der Abwehr eingesetzt. "Mein Bruder hat diese Saison viel zentral in der Dreierkette gespielt, dann stehen wir uns nicht im Wege. Wenn das so gehandhabt wird, dass Keven nur zentral gesehen wird, ist es kein Problem. Dann kann ich mir es auch voll vorstellen, dass wir zusammen in Freiburg spielen können und werden. Wenn zu uns gesagt wird, wir spielen beide linker Innenverteidiger, dann wäre es ein Problem intern in der Familie. Dem würde ich dann gerne aus dem Weg gehen."

Für die tatsächliche Rückkehr von Nico Schlotterbeck nach Freiburg gibt es also noch einige Konjunktive. Kommt diesen Sommer ein Klub und bietet eine zweistellige Millionen-Ablöse, spricht vieles für einen endgültigen Abschied vom SC.

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