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SC Freiburg

Die Perspektive der Talente des SC Freiburg im Überblick

Nikolas Pfannenmüller
Freiburgs Kevin Schade (mitte) entkommt seinen Gegenspielern Dominik Kohr (links) und Stefan Bell (rechts).
Freiburgs Kevin Schade (mitte) entkommt seinen Gegenspielern Dominik Kohr (links) und Stefan Bell (rechts). / Alex Grimm/GettyImages
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Junge Spieler wie Nico Schlotterbeck (21 Jahre) oder Woo-yeong Jeong (22) prägen den SC Freiburg. Speziell der U21-Europameister Schlotterbeck ist aus der Mannschaft von Trainer Christian Streich nicht mehr wegzudenken. Gemeinsam mit Phillip Lienhart bildet er ein fast unüberwindbares Innenverteidiger-Duo. In sieben Spielen haben die Freiburger erst fünf Gegentore hinnehmen müssen - nur Mainz kommt auf die gleiche Anzahl. Doch Freiburg hat neben Schlotterbeck und Jeong, der gegen den VfB Stuttgart doppelt traf, auch noch mehrere Talente in der Hinterhand.

1. Kiliann Sildillia (Innenverteidiger, 19 Jahre)

Kiliann Eric Sildillia
Kiliann Sildillia sammelt mit dem SC Freiburg II wertvolle Erfahrung in der 3. Liga. / Christian Kaspar-Bartke/GettyImages

Im vergangenen Jahr wechselte Kilian Sildillia aus der zweiten Mannschaft des FC Metz an die Dreisam. Angeblich hatte auch die lokale Konkurrenz aus Stuttgart und Hoffenheim Interesse an Sildillia. Bisher kam er noch nicht für die erste Mannschaft zum Einsatz, in der zweiten Mannschaft ist der Innenverteidiger allerdings unumstrittener Leistungsträger und Führungskraft.

Beim jüngsten Remis gegen den Halleschen FC (1:1) erzielte er sogar per Kopf sein erstes Saisontor und rettete den Freiburgern somit zehn Minuten vor Spielende einen Zähler. In der Tabelle der 3. Liga liegt man als Aufsteiger auf dem 15. Platz. Spielpraxis soll Sildillia in der zweiten Mannschaft sammeln, im Training hingegen misst sich der 1,86 Meter große Abwehrspieler mit der Bundesliga-Truppe.

2. Kimberly Ezekwem (Linksverteidiger, 20 Jahre)

In zehn Tagen trifft der SC Freiburg II auf den SC Verl. Bei diesem Spiel könnte es zum direkten Duell der beiden Ezekwem-Brüder kommen. Während Cottrell für den SC Verl aufläuft, kickt Kimberly für die Freiburger. Wegen einer Muskelverletzung fehlte Kimberly Ezekwem allerdings seit Ende August. Der Linksverteidiger kann auch im linken Mittelfeld spielen.

Welch enormes Talent Ezekwem hat, konnte man in der vergangenen Saison sehen. In 37 Spielen in der Regionalliga Südwest gab er 14 direkte Torvorlagen. Als Belohnung konnten die Freiburger die Meisterschaft und den Aufstieg in die 3. Liga feiern. Bis 2018 spielte der gebürtige Münchner in seiner Heimatstadt für den FC Bayern.

3. Yannik Keitel (defensives Mittelfeld, 21 Jahre)

Yannik Keitel
Yannik Keitel stand in dieser Saison bereits 5 Mal in der Startelf. / Christof Koepsel/GettyImages

Anders als Ezekwem und Sildillia spielt Yannik Keitel schon eine große Rolle in der ersten Mannschaft des SC Freiburg. Insgesamt 22 Bundesligaspiele hat der 21-Jährige schon bestritten. Zu Beginn der laufenden Saison stand Keitel noch regelmäßig in der Startelf, doch mit der Verpflichtung von Maxi Eggestein aus Bremen ist die Konkurrenzsituation auf der Sechserposition groß geworden. In den letzten beiden Partien wurde der deutsche U21-Nationalspieler jeweils rund 30 Minuten vor Schluss eingewechselt.

Im November 2020 geriet Keitels Name in die Schlagzeilen, als Coach Christian Streich öffentlich die Trainingsleistungen des Mittelfeldspielers bemängelte. Kurz darauf zog er sich zu allem Überfluss auch noch eine Innenbandverletzung im Knie zu.

Im kicker-Interview wurde Keitel gefragt, wie er aus diesem Tal herausfinden konnte und er antwortete: "Gute Frage, vielleicht kam die Verletzung auch genau richtig, um im Kopf nochmal abzuschalten, nochmal Kraft zu sammeln und mental in sich reinzuhören. Als ich von der Verletzung zurückkam, konnte ich befreit aufspielen und hatte, etwas übertrieben gesagt, nichts mehr zu verlieren. Ich habe einfach den Kopf ausgeschaltet und wieder Fußball gespielt. Dann habe ich meine Chance in der Rückrunde wieder bekommen."

Persönlich hat sich der Youngster auch noch einiges vorgenommen und möchte sich auf mehreren Gebieten steigern, zum Beispiel will er die kleinen, unnötigen Fehler aus Leichtsinnigkeit abstellen und "defensiv noch mehr Zweikämpfe gewinnen", aber ihm gehe es vor allem darum, torgefährlicher zu werden, um "endlich die erste Kiste in der Bundesliga machen", sagte Keitel.

4. Noah Weißhaupt (Linksaußen, 20 Jahre)

Noah Weißhaupt
Noah Weißhaupt ist deutscher U20-Nationalspieler. / Christian Kaspar-Bartke/GettyImages

Seit 2012 ist Linksaußen Noah Weißhaupt bereits beim SC Freiburg. Schon sein Vater Marco war zwischen 1997 und 2001 für den SC Freiburg aktiv. Wie der Vater ist auch Noah Offensivspieler. In der letzten Saison machte er mit fünf Toren und elf Vorlagen in der Regionalliga auf sich aufmerksam. Seine starken Leistungen führten zu seiner Beförderung ins Bundesligateam.

Und sein Debüt vor einem Monat hätte er sich kaum schöner ausmalen können. Der 1. FC Köln führte in Freiburg mit 1:0, als Weißhaupt in der 87. Minute eingewechselt wurde. Zwei Minuten später bekam er den Ball auf dem rechten Flügel zugespielt, ging ins Dribbling und zog an Jonas Hector und Louis Schaub vorbei. Weißhaupts scharfe Hereingabe fand zwar keinen Freiburger Abnehmer - dafür aber Rafael Czichos innerhalb des Fünfmeterraums, der den Ball unhaltbar für Torwart Timo Horn in den eigenen Kasten lenkte.

Ein weiteres Mal ist Weißhaupt zwar seitdem nicht mehr in der Bundesliga aufgelaufen, doch sein erster Auftritt macht Hoffnung, dass da noch mehr kommen könnte. An den Wochenenden pendelt er aktuell zwischen den Kadern der ersten und zweiten Mannschaft.

5. Kevin Schade (Rechtsaußen, 19 Jahre)

Malik Tillman, Kevin Schade
Beim 5:1-Sieg der deutschen U21 trumpfte Kevin Schade (oben) mit zwei Toren und zwei Vorlagen auf. / Alexander Hassenstein/GettyImages

In der aktuellen Länderspielpause hat Kevin Schade seine ersten zwei Einsätze für die deutsche U21 verbuchen können - und die hatten es in sich. Beim 3:2-Erfolg gegen Israel traf der Rechtsaußen bereits einmal, beim 5:1 gegen Ungarn ließ Schade zwei weitere Treffer folgen.

Nach guten Leistungen für Energie Cottbus lotste der SC Freiburg das junge Talent 2018 in den Breisgau. Zunächst planten die Verantwortlichen mit ihm in der U19, in der vergangenen Spielzeit schoss Schade für die zweite Mannschaft acht Tore und bereitete fünf weitere Treffer vor. Am 2. Spieltag der aktuellen Saison gegen Borussia Dortmund gab er als Einwechselspieler sein Bundesligadebüt. Mit seiner Dynamik gelang es ihm durchaus gegen die erfahrene BVB-Elf auf sich aufmerksam zu machen. Gegen den 1. FSV Mainz 05 stand Schade sogar zum ersten Mal in der Startelf.

Christian Streich jedenfalls hält viel von seinem Schützling. "Ein selbstbewusster, junger Kerl. Er ist sehr sprungstark und hat ein richtig gutes Kopfballspiel. Und jetzt müssen Spiele kommen, ob in der 3. Liga oder ab und zu bei uns. Da hatte er ja jetzt schon Einsätze - das ist toll. Er ist talentiert und hat diese Waffe - Schnelligkeit. Ich bin zufrieden", so Streich.

6. Nishan Connell Burkart (Mittelstürmer, 21 Jahre)

Nishan Burkart
Früher spielte Nishan Connell Burkart für die U23 von Manchester United. / Pete Norton/GettyImages

Geboren wurde Nishan Connell Burkart in Aarau in der Schweiz. Seine ersten Schritte auf dem Fußballplatz machte er für den FC Zürich. Als Jugendlicher zog der Mittelstürmer auch das Interesse von Top-Klubs aus dem Ausland auf sich. 2016 wechselte Burkart in den Nachwuchs von Manchester United. Seine Zeit in England war nicht unerfolgreich, aber wahrscheinlich bewog ihn die starke Jugendförderung und die Nähe an der Heimat im Sommer 2019 zu einem Wechsel zum SC Freiburg.

"Nishan war in dieser Saison eine der tragenden Säulen des Regionalligateams. Er bringt viel Tempo und eine hohe Intensität auf den Platz", erklärte Freiburgs Sportdirektor Klemens Hartenbach bei der letzten Vertragsverlängerung im Juni 2021. Eine konkrete Laufzeit gab der Klub jedoch nicht bekannt.

In der laufenden Saison hat Burkart in fünf Drittligaspielen für die zweite Mannschaft ein Tor erzielt, für die erste Mannschaft heuer aber noch keinen Einsatz gehabt. 2020/2021 hatte er starke 16 Treffer zum Aufstieg beigesteuert. Im April 2021 gab er als Joker sein Bundesligadebüt gegen Borussia Mönchengladbach.

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