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Salihamidzic schlägt Alarm: "Brauchen mehr Straßenfußball und weniger Playstation"

Dominik Hager
Hasan Salihamidžić macht sich Sorgen um den deutschen Nachwuchs
Hasan Salihamidžić macht sich Sorgen um den deutschen Nachwuchs / Alexander Hassenstein/GettyImages
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Bereits im Nachwuchs-Bereich gibt es ein großes Wetteifern zwischen den verschiedenen Top-Nationen. In jungen Jahren werden schließlich schon entscheidende Weichen gestellt. Entscheidend sind in erster Linie zwei Dinge: Wie lassen sich Kinder und Jugendliche vom Sport begeistern? Wie sollen die Youngster gefördert bzw. fußballerisch großgezogen werden? Hasan Salihamidzic macht sich diesbezüglich ein wenig Sorgen.


Der FC Bayern ist bestrebt darin, eine derart starke Jugend-Abteilung aufzustellen, damit man sich den ein oder anderen teuren Transfer sparen kann. Ähnlich wie alle anderen Bundesligisten auch, stoßen die Münchner jedoch auf die Tücken der aktuellen Zeit.

"Wir brauchen mehr Straßenfußball und weniger Fifa-Playstation", beklagte der Bayern-Sportvorstand im Interview mit der tz.

Die Forderung nach mehr "Straßenfußball" ist erst mal nichts Neues, jedoch haben andere Experten dies weniger mit den digitalen Medien, sondern eher mit den Nachwuchs-Leistungszentren in Verbindung gebracht. Diese drillen die jungen Kicker zu sehr auf Taktik und hemmen Kreativität, Spielwitz und Individualität.

Salihamidzic mahnt: "Müssen alles dafür tun, dass Jungs und Mädchen in ihrer Freizeit kicken"

Trotzdem muss es das erste Ziel sein, überhaupt junge Menschen vom Fußball begeistern zu können. Während es früher selbstverständlich war nach der Schule mit dem Ball rauszugehen und eine Runde zu kicken, kämpft man nun gegen die Verlockung der Digitalisierung.

"Wir müssen in Deutschland alles dafür tun, dass die Jungs und Mädchen in ihrer Freizeit kicken, und sich nicht zu sehr in den digitalen Medien aufhalten", mahnt der Bosnier.

Ein berechtigter Einwand des Sportvorstands, wenn man bedenkt, dass Kinder heutzutage früher ein Handy in der Hand als ein Ball am Fuß haben und die Fähigkeiten an der Playstation jene am runden Leder selbst oft um einiges überschreiten. Egal ob im virtuellen Bereich oder in den Sportvereinen selbst: Die Angebote für Heranwachsende werden immer vielfältiger und rütteln am Fußball-Thron.

"Der Fußball konkurriert heute mit vielen anderen Freizeitangeboten", weiß der Bayern-Sportvorstand.

Für die Nachwuchsarbeit im deutschen Fußball wäre es entscheidend, diese Entwicklung umzukehren. "Nur dann schafft es eine ausreichende Anzahl an Talenten in die Internate der Klubs und Stützpunkte der Verbände", erklärte Hasan Salihamidzic. Ansonsten droht den Bundesligisten früher oder später ein Talente-Engpass.

Nagelsmann soll die Bayern-Talente "besser machen"

Die Arbeit in den Leistungszentren erachtet der Münchner immerhin jedoch als "sehr gut". Zudem ist er überzeugt, mit Julian Nagelsmann den richtigen Trainer gefunden zu haben, der Talente einsetzen und "besser machen kann". Dieser sei sich auch bewusst, dass man "aus dem Campus immer wieder gute Spieler entwickeln und an die Profis heranführen" müsse.

Entscheidend sei hierfür eine gute Kommunikation zu den Trainern der Junioren-Teams sowie jede Menge Geduld. Dies wurde laut Salihamidzic auch bei der "Vertragslaufzeit" für den Trainer berücksichtigt.

Letztlich ist sich aber auch der Sportvorstand im Klaren darüber, dass die Arbeit von Nagelsmann mit den Talenten der letzte Schritt ist. Wenn sich der Nachwuchs irgendwann nicht mehr für den Fußball begeistert, kann man bei all der lieben Mühe international keine Bäume mehr ausreißen.


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