FC Schalke 04

Viel Lob für "Allzweckwaffe" Flick - S04-Youngster der Gewinner der Vorbereitung

Yannik Möller
Florian Flick konnte sich dem Trainerteam empfehlen
Florian Flick konnte sich dem Trainerteam empfehlen / BSR Agency/Getty Images
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Florian Flick kann wohl zweifelsfrei als einer der Gewinner der Saisonvorbereitung auf Schalke bezeichnet werden. Der junge Defensivspieler durfte sich zeigen und setzte sich durch, könnte nun sogar zum Stammspieler werden. Sein Trainer bezeichnet ihn schon jetzt als "Allzweckwaffe".


In den letzten vier Spielen der vergangenen Saison konnte sich Florian Flick bei Schalke 04 durchsetzen und jeweils in der Startelf stehen. Der aus der U23 hochgerückte Defensivspieler erledigte dabei einen sehr soliden Job, erzielte sogar sein erstes Profi-Tor.

Doch mit dem Gang in die Vorbereitung zur Saison 2021/22 schienen seine Aussichten auf Einsatzzeiten eher zu schwinden. Mit der relativ frühzeitigen Verpflichtung von Victor Palsson, einem guten Bekannten des Trainers, war die Rolle im defensiven Mittelfeld bereits so gut wie besetzt. Danny Latza war bereits vor Ort, auch er könnte notfalls eine Reihe nach hinten rücken.

Nun ist die Vorbereitung an ihrem Ende angekommen, es geht in die Woche zum ersten Spieltag der 2. Bundesliga. Und trotz der zuvor nicht allzu berauschenden Vorzeichen konnte Flick eine sehr gute Bewerbung hinterlassen. Er gilt als einer der Gewinner der letzten Wochen.

Florian Flick
Florian Flick konnte über die Vorbereitung einen guten Eindruck hinterlassen / BSR Agency/Getty Images

Grammozis mit Lob für "Allzweckwaffe" Flick - Startplatz in der Dreierkette denkbar

Bereits zum Ende des Trainingslagers in Mittersill durfte sich der 21-Jährige Lob von Dimitrios Grammozis abholen (Zitate via kicker): "Er ist total unaufgeregt und wird auch nicht hektisch, wenn er angelaufen wird." Ein potenziell wichtiges Attribut für die Zusammenstellung der neuen Dreierkette. Sie soll als Fundament für das eigene Spiel stehen und hat dementsprechend große Bedeutung.

"Er ist eine Allzweckwaffe und sich für nichts zu schade", so Grammozis weiter über Flick. Eine Bezeichnung, die vielsagend ist. Trainer lieben Spieler, die sie ohne Bauchschmerzen auch auf Positionen und in Rollen einsetzen können, für die sie zuvor vielleicht nicht eingeplant waren. Man hat immer eine Option mehr, die alleine schon etwas Druck und gesunden Konkurrenzkampf ausüben kann.

Dimitrios Grammozis
Dimitrios Grammozis hat viel Lob für Flick übrig / BSR Agency/Getty Images

Doch den letzten Eindrücken der Vorbereitung nach wird es wohl eher auf einen Startplatz, als auf die Rolle des ersten Einwechselspielers hinauslaufen. Zwar nicht im defensiven Mittelfeld, wo er sich wohl eher heimisch fühlen dürfte, dafür als zentraler Bestandteil der Dreierkette. Sowohl gegen Shaktar Donezk, als auch in der Generalprobe gegen Vitesse Arnheim spielte Flick dort auf - und zeigte sich unbeeindruckt und bereit für diese Aufgabe.

Dadurch hätte S04 auch einen taktischen Kniff parat: Der Youngster hat kein Problem damit, den Ball aus der Verteidigung ins Mittelfeld zu tragen. Er kann andribbeln und somit eine Überzahlsituation kreieren. Das wiederum kann nicht nur im Aufbauspiel hilfreich sein, sondern auch beim Überspielen der ersten ein, zwei gegnerischen Linien. In der Jugend habe er ohnehin auch schon Innenverteidiger gespielt, erklärte er bereits (via Ruhrnachrichten).

"Das brauchen wir gegen Gegner, die uns zustellen und unter Druck setzen. So sind wir da schon sehr flexibel", betont auch der Coach. So hört es sich danach an, als würde der 1,90 Meter große Defensivspieler zumindest hin und wieder der Startelf angehören. Gegen den Hamburger SV beispielsweise, von dem eine mutigere Herangehensweise zu erwarten ist, könnte das der Fall sein.

Trotz seiner guten Vorbereitung und den für ihn gelungenen Tests (bis auf das 3:2 gegen Arnheim ohne Gegentor) ist das aber nicht sicher. Grund dafür ist die zwar schon weit fortgeschrittene, aber noch immer laufende Kaderplanung. Mit Dries Wouters hat Schalke nämlich einen Spieler verpflichtet, der - zumindest rein von den Positionen her - der umgekehrte Flick zu sein scheint. Er läuft primär in der Innenverteidigung auf, kennt sich aber auch auf der Sechs aus.

Doch hat der Neu-Profi, der im Sommer 2020 von Waldhof Mannheim kam, zumindest vorerst den Vorteil, sich bereits einige Wochen lang unter Grammozis und seinem Team gezeigt zu haben. Wouters wird zwar ein Spieler sein, von den das Trainerteam ebenso überzeugt ist - sonst wäre er nicht verpflichtet worden. Dennoch muss sich der Belgier erst einmal ins Team finden.

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