FC Schalke 04

S04 schwächelt beim KSC - Die Schalke-Akteure in der Einzelkritik

Yannik Möller
Darko Churlinov gegen Philip Heise
Darko Churlinov gegen Philip Heise / Thomas Niedermueller/GettyImages
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Nach dem groben Schnitzer bei der Niederlage bei Fortuna Düsseldorf rappelte sich Schalke am vorigen Wochenende auf und nutzte die Patzer der Konkurrenz. Doch schon jetzt ist der 2:0-Sieg gegen Paderborn wieder vergessen und - je nach Verlauf des Spieltags - nichtig. Durch das 1:1-Remis beim Karlsruher SC gerät Königsblau schon wieder in dringenden Zugzwang.

Dass der KSC ein unangenehmer Gegner werden würde, war abzusehen. Nicht nur durch die Hinspiel-Niederlage, sondern weil sich die Mannschaft von Trainer Christian Eichner gut auf Gegner einstellen kann, in der Regel mit Effizienz und guter, defensiver Ordnung.

Vorweg: Es war ein Unentschieden am frühen Samstagnachmittag, das für alle Beteiligten in der Form in Ordnung geht. Für S04 war es aber zugleich zu wenig, um mit einer guten Ausgangslage in die entscheidenden Wochen des spannenden Aufstiegsrennens zu gehen.

Ko Itakura
S04 muss sich mit dem Remis begnügen / Thomas Niedermueller/GettyImages

Erneut zeigte die Elf von Dimitrios Grammozis, insbesondere in den ersten 60, 70 Minuten spielerisch sehr schwere Kost. Nur sehr wenige Bälle fanden ihren Weg ins letzte Drittel, klare Torchancen waren - wie in gewohnter Manier - Mangelware. Gegen Karlsruhe war der Fokus auf Thomas Ouwejan und Simon Terodde wieder deutlich zu spüren - und entsprechend leicht zu verteidigen.

Zahlreiche Ballverluste machten beiden Mannschaften das Leben schwer. Die Zweikämpfe, in denen sich die Gelsenkirchener einen ganz leichten Vorteil erarbeiteten, wurden teils ruppig geführt. Während der eingewechselte Marvin Pieringer kurz vor Abpfiff den Schalker Siegtreffer hätte erzielen müssen, hätte der KSC bereits davor in Führung gehen können.

Schlussendlich müssen sich beide Teams mit dem Remis zufriedengeben. Wobei die Gastgeber damit natürlich deutlich besser leben können. Der FC St. Pauli legte zeitgleich vor, während Darmstadt (4.) am Abend gegen Aufsteiger Dresden antritt, und der HSV (3.) und Werder Bremen (2.) am Sonntag aufeinandertreffen. Von hinten rückte der 1. FC Nürnberg durch einen Auswärtssieg in Rostock auf zwei Zähler an die blau-weißen Freunde heran.


Schalke schwächelt erneut - S04 in der Einzelkritik

1. Tor & Abwehr

Ko Itakura
Ko Itakura / Thomas Niedermueller/GettyImages

Martin Fraisl: Zeigte sich in der ein oder anderen Parade als sicherer Rückhalt, konnte den Ausgleich nicht verhindern. Dieses Mal mit weniger angekommenen Zuspielen als gewöhnlich. 6/10

Ko Itakura: Stand gegen den KSC eher als Spiel-Lenker und nicht so sehr als Zweikämpfer im Fokus - auch wenn er etwas mehr als die Hälfte seiner Duelle gewann. Ein unspektakuläres, teilweise aber zu wildes Spiel. 6/10

Salif Sané: Wirkte hier und da mit Ball am Fuß etwas unsicher, blieb gegen Hofmann aber standhaft. Elf seiner 15 Zweikämpfe konnte er für sich entscheiden. Weniger Fehler als einige andere Knappen. 7/10

Marcin Kaminski: Erneut wirkte Kaminski wie das schwächste Glied der Abwehrkette. Seit seiner Covid-Rückkehr kommt er nicht mehr an seine soliden Leistungen heran. In Duellen hat er zu wenig gezeigt. 5/10

2. Mittelfeld

Jerome Gondorf, Yaroslav Mikhailov
Yaroslav Mikhailov / Thomas Niedermueller/GettyImages

Thomas Ouwejan: Wie immer ein Fixpunkt im S04-Spiel. Dieses Mal besonders gefordert wegen des sehr einseitigen Spiels mitsamt Ziel-Bällen auf Terodde. Spielte vier Schlüsselpässe und trat die wichtige Ecke zur Führung. 8/10

Darko Churlinov: In Halbzeit eins so gut wie gar nicht sichtbar und ohne richtige Offensivaktion. In der zweiten Hälfte, vor allem nach der Sturm-Umstellung, deutlich aktiver - aber ohne die Durchschlagskraft der Vorwoche. 6/10

Florian Flick: Eine sehr gute Passquote und nach Ouwejan die meisten Schlüsselpässe (zwei) gespielt. In Zweikämpfen zwar kein Vergleich zu Palsson, aber spielerisch ein besseres Element. 7/10

Blendi Idrizi: Leistete sich einige unnötige Ballverluste. Ansonsten kaum einflussreich, dazu nur ein Abschluss. Wurde in der Pause wieder ausgewechselt. 5/10

Yaroslav Mikhailov: Ein nahezu identischer Auftritt wie Idrizi. Nur selten im Spiel, vergleichsweise wenig Ballaktionen. Konnte die Offensivspieler und Churlinov auf außen nicht in Szene setzen. In Zweikämpfen mehrmals deutlich unterlegen. 4/10

3. Sturm & Einwechselspieler

Dimitrios Grammozis
Dimitrios Grammozis / Thomas Niedermueller/GettyImages

Marius Bülter: Wie gewohnt der aktive Part im Schalker Angriff. Seine wichtige Kopfballverlängerung des Eckballs führte zum Tor, ergo erneute Vorlage. Vom Spiel allerdings zu häufig abgeschnitten, wobei das kaum sein Fehler war. 7/10

Simon Terodde: Erzielte zwar das zwischenzeitliche 1:0, war ansonsten recht wenig ins Spiel integriert. In der Luft nur 50 Prozent der Duelle gewonnen, am Boden sogar nur ein Drittel der Zweikämpfe. Als Anspielstation entsprechend ungefährlich heute. 6/10

Dominick Drexler &
Danny Latza: Beide kamen zur zweiten Halbzeit ins Spiel, hinterließen aber keinen bleibenden Eindruck. Latza zwar mit mehr Ballaktionen, von denen die allermeisten aber keine Gefahr ausstrahlten. Drexler (19 Ballaktionen) kam nur bei einem ungefährlichen Abschluss richtig in Szene. 5/10

Henning Matriciani: Ersetze Churlinov auf der rechten Seite. In der defensive zumeist sicher mit solidem Stellungsspiel, offensiv aber - nicht überraschend - aufgrund der durch das Grammozis-System notwendigen Doppelrolle ohne Auswirkung. 5/10

Marvin Pieringer: Rund zehn Minuten vor Abpfiff ins Spiel gekommen. Hatte kurz vor Ende eine große Chance auf den Siegtreffer, konnte den Ball aber nicht an Keeper Gersbeck vorbei ins Tor bringen. Aufgrund der geringen Einsatzzeit jedoch ohne Wertung.


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