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Rummenigge spricht über Thiago und schwärmt von Alaba: "Der schwarze Franz Beckenbauer"

David Alaba
Karl-Heinz Rummenigge vergleicht David Alaba (Foto) mit Franz Beckenbauer | DeFodi Images/Getty Images

Im Interview mit Sky hat sich Karl-Heinz Rummenigge über David Alaba und Thiago geäußert. Beide Spieler könnten den FC Bayern verlassen, bei Alaba hat Rummenigge die Hoffnung auf eine Vertragsverlängerung aber noch nicht aufgegeben. Vom Innenverteidiger schwärmt der Vorstandsvorsitzende in den allerhöchsten Tönen.

Alaba und Thiago sind zwei Streitfälle in der Münchner Kaderplanung. Beide besitzen einen Vertrag bis 2021, mit beiden würde der FC Bayern auch gerne verlängern - allerdings deutet bei Thiago alles auf einen Transfer hin. Gegenüber Sky bekräftigte Rummenigge erneut, dass Sportvorstand Hasan Salihamidzic "sehr produktive" Gespräche mit dem Spanier geführt habe, dieser sich dann aber doch dazu entschieden habe, "dass er nochmal etwas Neues machen möchte".

"Das wird man akzeptieren müssen", sagte Rummenigge. Steine werde man ihm keine in den Weg legen, solange die Ablösesumme stimmt: "Wir werden, auch das habe ich auch schon gesagt, keinen Summer-Sale veranstalten" betonte Rummenigge. "Es wird immer eine gewisse Summe X fließen müssen, dass wir einem Spieler auch frühzeitig die Freigabe erteilen."

Thiago
Thiago darf den FC Bayern für eine angemessene Ablösesumme verlassen | DeFodi Images/Getty Images

Der 64-Jährige hegt dennoch keinen Groll über Thiagos Entscheidung. "Ich bin gar nicht sauer, ich mag ihn", so Rummenigge über den Mittelfeldspieler, der 2013 vom FC Barcelona verpflichtet worden war. "Ich finde, er ist ein toller Fußballer, ein feiner Fußballer und er ist auch ein guter Charakter. Und man darf auch nicht vergessen: Er ist mit 29 Jahren in einem Alter, wo er, wenn er was Neues machen will, es jetzt machen muss, weil wenn man die Drei vorne stehen hat, dann wird es schwieriger, Transfers zu bewerkstelligen."

Rummenigge: Alaba "der schwarze Franz Beckenbauer"

Aussichtsreicher sind die Chancen auf eine Vertragsverlängerung mit Alaba, obwohl die Gespräche derzeit auf Eis liegen. Vom bislang letzten Spieler, der aus der eigenen Nachwuchsakademie den Durchbruch geschafft hat, schwärmt Rummenigge: "Erstmal muss ich über David sagen, dass er eine großartige Saison gespielt hat. Das ist ja ein Stück weit aus der Not heraus geboren, dass er in der Innenverteidigung spielen musste, da wir mehrere Verletzte hatten. Und dann hat Hansi ihn auf diese Position gestellt. Das hat er mit Bravour gemacht."

Man habe "einige Zeit keinen Häuptling mehr in der Abwehr gehabt [...], der das Zepter in die Hand nimmt und dort den Ton angibt und einfach auch als Chef der Defensive agiert", so Rummenigge - genau diese Lücke habe Alaba geschlossen. "Das hat man jetzt insbesondere auch in diesen Corona-Zeiten gesehen. In diesem leeren Stadion hat man mit seinen Anweisungen festgestellt, wie gut er das hinten organisiert."

David Alaba
David Alaba will sich erst nach der Champions League Gedanken über seine Zukunft machen | Alexander Hassenstein/Getty Images

Alaba, so Rummenigge weiter, sei "so etwas wie der schwarze Franz Beckenbauer. Er ist der erste Spieler, der wieder auf diesem Niveau wie der Franz damals gespielt hat, mit dem ich ja noch selber auf dem Platz spielen durfte, der dieses Zepter so in die Hand nimmt." Dementsprechend würden die Münchner liebend gerne mit ihrem Abwehrchef verlängern, über die Verhandlungen äußerte sich Rummenigge aber nur indirekt: "Es liegt in der Natur der Dinge, dass der Berater des Spielers so viel rausholt wie rauszuholen ist und es liegt auch in der Natur der Dinge, dass der FC Bayern - speziell in diesen Zeiten - versucht, seine Finanzen ein Stück zusammenzuhalten."

Doch anders als bei Thiago glaubt er nicht daran, dass die Verhandlungen scheitern: "Ich bin trotzdem optimistisch, dass wir am Ende des Tages eine Lösung finden werden, dass David hier sogar seine Karriere beendet", so Rummenigge.