FC Schalke 04

Rodrigo Zalazar plötzlich im Hintertreffen - aber warum eigentlich?

Yannik Möller
Rodrigo Zalazar
Rodrigo Zalazar / Frederic Scheidemann/GettyImages
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Aktuell gerät Rodrigo Zalazar unter Dimitrios Grammozis ins Hintertreffen. An den Wechseln vom Wochenende ließ sich erkennen: Zurzeit scheint er beim FC Schalke nur Mittelfeldspieler Nummer fünf zu sein.


Schon gegen den SC Paderborn stand Rodrigo Zalazar nicht mehr in der Startelf, wurde lediglich für etwa 25 Minuten eingewechselt. Beim 1:1 gegen den KSC am vergangenen Samstag spielte er erst gar nicht auf - obwohl das Mittelfeld-Duo bereits zur Halbzeit komplett ausgetauscht wurde.

In den letzten beiden Partien setzte Dimitrios Grammozis auf Blendi Idrizi und Yaroslav Mikhailov in der ersten Elf. Nun wurden Dominick Drexler und Danny Latza zusammen zur zweiten Halbzeit eingewechselt.

Zalazar war der einzige Spieler für das zentrale Mittelfeld vor der Sechs, der zwar auf der Bank saß, aber nicht spielte. Ausgehend vom letzten Spiel, scheint der 22-Jährige plötzlich nur noch die Nummer fünf auf seiner Position zu sein.

Zalazar unter Grammozis plötzlich an fünfter Stelle?

Das ist eine sehr schnelle und überraschende Entwicklung. Von seinen insgesamt 21 Liga-Einsätzen hat er satte 18 aus der Startelf heraus absolviert. Auch in beiden Pokal-Partien durfte er von Beginn an aufspielen. Normalerweise war Zalazar immer derjenige, der gesetzt war und dessen Mittelfeld-Partner sich geändert hatte.

Der Grund für diesen Wechsel wird - aus der Sicht von Grammozis - vor allem in den letzten drei Partien vor dem Karlsruhe-Duell liegen. Davon ist recht sicher auszugehen. Es waren die wohl drei schlechtesten Auftritte Zalazars, seitdem er sich im Sommer Königsblau angeschlossen hatte.

Insbesondere aber war es ein Kontrast zu seinen vorigen Leistungen, die er beispielsweise noch in der Vorweihnachtszeit abgeliefert hatte. Zuletzt waren es schwache Auftritte, in denen so gut wie alles fehlte. Es gab zu viele Ballverluste und zu wenig Ballgewinne. Mehrere Aktionen, in denen die Entscheidungsfindung schlichtweg schlecht oder zu spät ablief. Torgefahr strahlte der junge Uruguayer auch nicht mehr wirklich aus.

Rodrigo Zalazar
Rodrigo Zalazar / Thomas Eisenhuth/GettyImages

Dass er dann für das SCP-Spiel zunächst auf der Bank saß, war eine nachvollziehbare Entscheidung des Trainers. Daran gibt es nichts zu rütteln.

Dennoch gibt es ein Problem, sollte Grammozis nicht alsbald wieder auf Zalazar setzen und ihm über die letzten zehn Spiele regelmäßiger Latza, Drexler und Co. vorziehen: Dieses Problem liegt im Schalker Spiel selbst, allen voran im Ballbesitz und in der Bewegung nach vorne. Es ist noch immer behäbig, fehlerhaft, vergleichsweise leicht auszurechnen.

Die notwendige Kreativität oder auch mal die Chance, durch eine Einzelaktion Räume zu ziehen, werden dadurch umso wichtiger. Eines ist klar: Das sind keine Voraussetzungen und Aspekte, in denen das Mittelfeld-Duo der zweiten Halbzeit vom Samstag, Latza und Drexler, glänzen kann. Auch Mikhailov konnte sich dahingehend noch nicht zeigen. Idrizi zwar auch eher selten, aber immerhin.

Schalke kann auf Zalazar nicht verzichten

Zalazar kann das, zumindest potenziell. Er ist in der Lage, durch einzelne Aktionen Torgefahr zu kreieren. In schlechten Spielen, wie er sie zuletzt auch hatte - wie die gesamte Mannschaft - zwar weniger, aber doch auch. In guten Spielen bringt er diese Fähigkeit ohnehin mit. Dafür reicht sogar schon ein Blick auf seine Zeit beim FC St. Pauli im Vorjahr (sechs Tore, sechs Vorlagen).

Das perfekte Beispiel war die 1:2-Niederlage bei Fortuna Düsseldorf, vielleicht sogar das spielerisch schlechteste S04-Spiel dieser Saison. Die zwischenzeitliche und sehr schmeichelhafte Führung war ein Resultat einer solchen Zalazar-Aktion. Er setzte sich auf der rechten Seite gegen seine Gegenspieler durch und konnte den Ball noch so scharf vor das Tor bringen, dass Idrizi nur noch einschieben musste.

Dieses Tor, aber vor allem die Vorarbeit, war und bleibt ein sehr gutes Beispiel dafür, wie wichtig Zalazar sein kann. Sollte er also auch in den nächsten Partien keine oder kaum eine Rolle spielen, wäre das nicht nachzuvollziehen.

Gerade angesichts der zuletzt schwachen Auftritte der Gelsenkirchener braucht es Spieler, die aus dem Nichts Gefahr ausstrahlen können. So wie es beispielsweise Thomas Ouwejan durch seine Standards macht, könnte Zalazar es unter anderem durch seine Dribblings schaffen. Im Gegenzug gäbe es kein schlechteres Mittelfeld als zuletzt mit Latza oder auch mit Mikhailov.


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