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Real Madrid

Real Madrid: Zidanes schwarze Serie gegen Tuchel, Pep und Pochettino!

Guido Müller
Muss eine ganz bestimmte Statistik verbessern, um ins Finale der Champions League zu kommen: Real-Coach Zinédine Zidane
Muss eine ganz bestimmte Statistik verbessern, um ins Finale der Champions League zu kommen: Real-Coach Zinédine Zidane / Soccrates Images/Getty Images
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Treffen sich ein Franzose, ein Deutscher, ein Spanier und ein Argentinier im Halbfinale der Champions League. Was wie die Einleitung zu einem Kalauer daherkommt, entpuppt sich im April 2021 als schlichte Abbildung der Realität. Das Besondere an dem diesjährigen Teilnehmerfeld des Halbfinals der Königsklasse liegt für Reals Trainer Zinédine Zidane in dem Umstand, bisher noch gegen keinen der drei Berufskollegen gewonnen zu haben.

Tuchel sowohl mit BVB als auch mit PSG gegen Zidane noch ungeschlagen

Am häufigsten (nämlich viermal) hat er es gegen Thomas Tuchel probiert. Als der 48-jährige Krumbacher noch den BVB befehligte, trafen die Schwarz-Gelben in der Saison 2016/17 während der Gruppenphase auf die von Zidane trainierten Königlichen. Beide Spiele endeten jeweils 2:2.

Danach sollte es drei Jahre bis zu einem Wiedersehen der Trainer dauern. In der Spielzeit 2019/20, Tuchel hatte gerade sein erstes Jahr an der Seine (mit dem Gewinn der Meisterschaft) hinter sich gebracht, traf der Deutsche mit PSG auf die Blancos. Erneut war es in der Gruppenphase.

Ohne die Superstars Kylian Mbappé und Neymar gelang Paris beim ersten Aufeinandertreffen in der französischen Hauptstadt ein überraschend klares 3:0. Im Rückspiel, diesmal mit Mbappé in der Startformation (Neymar kam zur zweiten Halbzeit) ärgerten die Franzosen den spanischen Rekordmeister abermals und egalisierten binnen zwei Minuten die komfortable 2:0-Führung der Hausherren, die noch bis neun Minuten vor Spielende Bestand gehabt hatte.

Juan Bernat, Thomas Meunier
Hatten beim 3:0 allen Grund zum Feiern: Bernat (li.) legte zweimal auf, einmal auch für Thomas Meunier, der zum Endstand traf / Soccrates Images/Getty Images

Auch "Pep" und "Poch" mit positiver Bilanz gegen "Zizou"

Drei Punkte aus vier Spielen gegen Tuchel ergeben für Zizou einen Punkteschnitt von ausbaufähigen 0,75. Noch geringer ist die Ausbeute in den Direkt-Vergleichen mit Guardiola und Pochettino.

Der Argentinier stellte sich, auch hier wieder in der Gruppenphase, in der Saison 2017/18 mit Tottenham Hotspur in den Weg der Königlichen. Einem 1:1 im Bernabéu im ersten Kräftemessen folgte gut zwei Wochen später ein deutlicher 3:1 der "Heißsporne" in London. Ein Punkt aus zwei Spielen ergibt für Zidanes Pochettino-Bilanz einen Schnitt von 0,5.

Und über diesen Wert kommt der Franzose bislang auch nicht in den Duellen mit Pep Guardiola hinaus. Die zwei bisherigen Aufeinandertreffen der beiden Coaches sind dabei noch in guter Erinnerung. Eine kleine Abweichung gibt es zudem: denn mit dem Katalanen hat sich Zidane bislang nur auf k.o-Runden-Niveau gemessen.

Es war im letztjährigen Achtelfinale der Königsklasse, welches sich aufgrund der damals gerade einsetzenden Corona-Problematik (und des mit ihr einhergehenden Lockdowns ab März) über ein halbes Jahr erstreckte.

Beide Spiele entschieden die Skyblues (jeweils mit 2:1) für sich. Und die stolzen Madrilenen mussten im zweiten Jahr in Folge bereits in der ersten Stufe der k.o-Phase die Segel streichen. (Ein Jahr zuvor waren sie Ajax Amsterdam ebenfalls im Achtelfinale unterlegen).

Unvergessen bleiben die Bilder des freundschaftlichen Dialogs, den beide Trainer unmittelbar nach dem Schlusspfiff auf dem Spielfeld hatten.

Pep Guardiola, Zinedine Zidane
Hatten nach dem Rückspiel im letzten Jahr einen minutenlangen und harmonischen Austausch: Zidane und Guardiola / Pool/Getty Images

Real in CL-Halbfinals nur mit gut 50-prozentiger Erfolgsquote

Und auch ein Blick auf Real Madrids Halbfinal-Bilanz in der Königsklasse sollte für Optimismus bei den drei Gegnern sorgen. Denn während die Blancos auf Endspiel-Ebene eine makellose Bilanz vorweisen können (sieben Finals seit 1998, sieben Siege!), liegt die Erfolgsquote in der Vorschlussrunde bei etwas mehr als 50 Prozent.

Denn den sieben erfolgreichen Vorstößen ins Finale stehen immerhin sechs Scheitern in der Runde der letzten Vier gegenüber. Bayern München und Juventus je zweimal, der BVB und der Erzrivale aus Barcelona waren die (jeweils stärkeren ) Gegner. Kann der FC Chelsea, mit Thomas Tuchel auf der Trainerbank, diese Serie verlängern?

Theoretisch denkbar wäre natürlich auch eine andere Konstellation. Nämlich dass Zidane trotz Verlängerung seiner Sieglos-Serie gegen die genannten Trainer am Ende wieder den Henkelpott in die Höhe stemmen kann.

Zwei Unentschieden im Halbfinale (mit einem Auswärtstor mehr als der Gegner) sowie ein weiteres in einem dann durch Elfmeterschießen zu entscheidenden Finale könnten den Weg zu Reals 14. Triumph in diesem Wettbewerb auch ebnen.

Zumindest in Madrid würde dann wohl kaum einer nach der Bilanz des Franzosen gegen die Berufskollegen fragen.

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