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Real Madrid

David Alaba küsst Real-Wappen und lässt wütende Bayern-Fans zurück

Dominik Hager
David Alaba hat den FC Bayern nach zahlreichen Erfolgen verlassen
David Alaba hat den FC Bayern nach zahlreichen Erfolgen verlassen / Pool/Getty Images
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David Alaba hat in der Bundesliga definitiv Geschichte geschrieben. Dies hat er jedoch nicht nur mit seinen zahlreichen Titeln und starken Leistungen geschafft, sondern auch durch die zäheste und ermüdendste Verhandlungs-Debatte, die Fußball-Deutschland wohl je gesehen hat. Doch auch nach seinem Wechsel zu Real hat der Österreicher nicht damit aufgehört, mit seinen Aktionen einige Bayern-Fans zu verärgern.


David Alaba ist bei den Königlichen eingetroffen und tritt mit der Rückennummer "4" auch symbolisch das Erbe von Real-Legende Sergio Ramos an. Der 29-Jährige schien sich bei seiner Vorstellung schon sichtlich wohl im Trikot der "Blancos" zu fühlen.

„Ich hatte mehrere Angebote, hier geht für mich aber ein Traum in Erfüllung. Ich bin hier beim größten Verein der Welt, das erfüllt mich mit Stolz,“ erklärte der langjährige Münchner.

Worte, die in der bayerischen Landeshauptstadt nicht unbedingt gut ankamen, zumal der deutsche Rekordmeister auch den Anspruch und das Selbstbild hat, zumindest einer der größten Klubs der Welt zu sein.

Zudem erzählte Alaba, dass es schon immer sein Traum gewesen sei, für Real zu spielen, was ihm einige nach dem monatelangen Vertrags-Theater nicht abnehmen.

"Verhöhnung und Verrat": Alaba sorgt mit Wappenkuss für Ärger

Wenn es dann aber noch etwas gebraucht hat, um in München wütende Fans zurückzulassen, dann erreichte er dies mit seinem Kuss auf das Real-Wappen im Rahmen seiner Vorstellung.

Die Bild-Zeitung hat einige Zitate aus den zahlreichen Netzwerken herausgesucht, die zeigen, wie genervt die Münchner Anhänger von ihrem ehemaligen Liebling und seinen Aktionen sind.

Demnach durfte sich Alaba Sätze wie: "Eine größere Verhöhnung gegenüber seines alten Vereins geht gar nicht", "Was für ein Verrat an dem Verein, der dich groß gemacht hat und dem du alles zu verdanken hast" oder "Geld regiert die Welt. Dann küsst man eben alles...", anhören.

Alaba-Abschied erhitzt die Gemüter: Respektlos oder Gang und Gäbe?

Noch bei seinem Abschieds-Video hat Alaba mit Tränen in den Augen betont, dass der Verein wird "immer in seinem Herzen" bleiben werde. Ein wenig verständlich ist der Ärger der Münchner schon, zumal Alaba im Alter von 16 Jahren nach München kam und all seine Triumphe mit dem FC Bayern feierte.

Allerdings sind es dann eben doch nur romantische Fan-Vorstellungen, dass ein Spieler nur einen Verein in seinem Herzen trägt und ewig bei diesem Klub bleibt. Solche Spieler gibt oder gab es mit Sicherheit, wenn man an Rom-Legende Francesco Totti oder Liverpool-Ikone Steven Gerrard denkt. Dass David Alaba nicht in die Reihe dieser Spieler gehört, hat sich bereits in den Vertragsverhandlungen abgezeichnet.

Natürlich bleibt es trotzdem fragwürdig, warum ein Spieler das Wappen eines Vereins küssen muss, mit dem er eigentlich noch gar nichts gemeinsam erlebt hat. Dies kann jedoch weniger unter mangelndem Respekt für das Ex-Team bewertet werden, sondern vielmehr als eine fragwürdige Sitte, die die Fußballer von heute nur zu gerne pflegen. In den vergangenen Jahren gab es immer wieder Wappenküssende Profis zu sehen, die sich nur wenige Monate später als ganz verliebt in ein anderes Klub-Logo entpuppten.

Solche Aktionen können eigentlich gar nicht mehr sonderlich ernst genommen werden. Ob ein Spieler wirklich für einen Verein brennt lässt sich anhand ganz anderer Dinge erkennen, als durch fadenscheinige Wappen-Küsse. Eine solche Aktion nimmt man nur ganz wenigen Spielern ab.

Kein Abschiedsspiel in München: Bayern und Alaba gehen getrennte Wege

Letztlich ist die ganze Aufregung um David Alaba ohnehin ein wenig sinnlos. Der Spieler hat nach zahlreichen tollen Jahren mit den Bayern entschieden, eine neue Herausforderung anzunehmen. Dies ist grundsätzlich überhaupt nicht verwerflich. Dass die Fans den Abwehrspieler nicht mehr auf Händen tragen, ist aber nach dem ganzen Verhandlungs-Theater auch klar. Zudem stellten die Bosse auch klar, dass es kein Abschiedsspiel mehr geben wird.

Von daher ist die Verbindung zwischen Bayern und Alaba schlichtweg eine, die jetzt der Vergangenheit angehört. Spieler kommen, Spieler gehen und nicht jeder setzt sich bei seinem Klub ein Denkmal. Demnach können von nun an alle Parteien nach vorne schauen und sich ihren eigenen Aufgaben widmen.

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