Real Madrid

Real Madrid: Kroos-Verletzung eröffnet einem Trio neue Perspektiven

Guido Müller
Fällt wochenlang aus: Toni Kroos
Fällt wochenlang aus: Toni Kroos / Soccrates Images/Getty Images
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Am frühen Dienstagabend machte es Real Madrid via soziale Netzwerke dann offiziell: Toni Kroos wird den Königlichen aufgrund einer Schambeinentzündung in den ersten Saison-Spielen fehlen. Für Spieler wie Martin Ödegaard oder Dani Ceballos, deren Zukunft im Bernabéu-Stadion weiterhin ungeklärt ist, könnte das die große Chance bedeuten.


Auf der Verkaufsliste der Königlichen sind die beiden Mittelfeldspieler durch die Kroos-Verletzung jedenfalls erstmal ganz nach hinten gerutscht. Nur unmoralische Angebote (die in diesen Noch-Corona-Zeiten eher nicht zu erwarten sind) könnten die Verantwortlichen des Klubs zum Umdenken bewegen.

Kroos-Verletzung: Bis zu acht Wochen Pause möglich

Denn: Kroos wird der Mannschaft längere Zeit fehlen. Real wollte zwar keine Prognose für den Heilungsverlauf abgeben, aber aufgrund von Erfahrungswerten kann man von einer sechs- bis achtwöchigen Pause ausgehen.

Auch Kroos selbst hielt sich mit zeitlich umrissenen Vorausschauen zurück und twitterte noch am Dienstagabend: "Nach mehreren Monaten mit Problemen am Schambein denke ich, dass es jetzt Zeit für eine Pause ist und dafür zu arbeiten, sich fit für eine lange Saison zu machen. Ich werde, wie immer, so bald wie möglich wiederkommen."

Auch für Kroos ist diese Verletzung Neuland. In seinen bisherigen sieben Spielzeiten mit den Königlichen hat der Ex-Nationalspieler lediglich 29 Pflichtspiele verletzungsbedingt verpasst. Seine längste Ausfallzeit datiert aus dem Jahr 2017, als er aufgrund eines Haarrisses im Fuß insgesamt vier Wochen (5 Pflichtspiele) passen musste.

Doch die jüngste Malaise wird diesen Wert wohl überschreiten. Um so besser, dass man im Kader über Alternativen wie Martin Ödegaard, Dani Ceballos oder auch Federico Valverde verfügt.

Vor allem für den Norweger könnte die Kroos-Verletzung eine 180 Grad-Wendung seiner Perspektiven bei Real bedeuten. Denn noch bis zum Dienstag lief die bisherige Vorbereitung der Blancos unter Carlo Ancelotti wie ein Abziehbild der vorangegangenen Spielzeiten.

Im Freundschaftsspiel gegen die Glasgow Rangers am vergangenen Sonntag probierte es Ancelotti mit Ödegaard in der Modric-Rolle. Das heißt: weit von der Position des hinter den Spitzen agierenden Zehners entfernt, die der Norweger persönlich am liebsten spielt. Und die er in seinem halben Jahr bei Arsenal überwiegend bekleidet hatte.

Martin Ödegaard: Blasse Vorstellung im Test gegen die Rangers

Das Ergebnis: eine blasse Vorstellung, die ihm keine Pluspunkte für den Rest der Vorbereitung eingebracht hat. Und einmal mehr Zweifel in ihm keimen ließen, ob die Option Arsenal für ihn nicht vielleicht doch die bessere wäre.

Die Gunners würden den Skandinavier auch liebend gerne verpflichten. Doch deren spanischer Trainer, Mikel Arteta, gab sich naturgemäß zurückhaltend: "Wir haben eine ganz klare und entschiedene Haltung bezüglich der Dinge, die wir gerne machen würden, aber er ist nun mal nicht unser Spieler." (via as.com)

Martin Odegaard
Arsenal würde ihn mit Kusshand wieder aufnehmen: Martin Ödegaard / Quality Sport Images/Getty Images

Sondern der von Real Madrid. Und die Madrilenen würden wohl erst bei einer Transfersumme von um die 50 Millionen Euro gesprächsbereit sein. So zumindest der Stand von vor der Kroos-Verletzung. Mit dem bestätigten längerfristigen Ausfall des Deutschen könnte sich nun jedwede Spekulation über einen Abgang des Norwegers erübrigen.

Ceballos will zeitnahes Gespräch mit Ancelotti

Es sei denn, man präferierte intern sowie die Person von Dani Ceballos. Auch der spanische Olympia-Pechvogel (Ceballos verletzte sich im ersten Gruppenspiel der Spanier und fiel für den Rest des Turniers aus) weiß noch nicht wirklich, wie Ancelotti mit ihm plant.

Dass der Italiener einiges von dem feinen Techniker hält, zeigt schon der Umstand, dass Carletto ihn einst für die SSC Neapel verpflichten wollte. Ein Gespräch zwischen den beiden in naher Zukunft soll Klarheit bringen. Ceballos selbst hat immer wieder verkündet, seine Chance bei Real nutzen zu wollen.

Dani Ceballos
Zuletzt ebenfalls bei Arsenal aktiv: Dani Ceballos / Stu Forster/Getty Images

Schon Mitte Juli sagte er der as: "Für mich war immer klar: Ich habe bei Real Madrid noch zwei Jahre Vertrag, und meine Absicht ist es, hier zu bleiben. Nach den olympischen Spielen werden wir sehen, ob sich der Klub mit mir in Verbindung gesetzt hat, und davon abhängig werde ich dann eine Entscheidung treffen."

Die nächste Woche könnte also eine ganz entscheidende werden. Zumal es dann auch schon schnurstracks Richtung Saisonstart geht. Am 14. August (22. 00 Uhr) geht es für Real bei Deportivo Alavés um die ersten Punkte der Liga-Saison 2021/22.

Kommt Valverde wieder in die Form von vor einem Jahr?

Einer der bis dahin auch noch hofft, den Trainer von seiner Wertigkeit zu überzeugen, ist Federico Valverde. Der 23-Jährige hatte unter Ancelottis Vorgänger Zinédine Zidane in der Spielzeit 2019/20 seine bis dato wohl beste Zeit bei Real.

Und schien auf dem besten Wege zu sein, zu einem Unverzichtbaren im System zu werden. Zizou ließ sich sogar einmal zu dem Kommentar hinreißen, dass "Fede" sein bester Box-to-box-Spieler sei.

Federico Valverde
Will an seine guten Leistungen unter Zidane anknüpfen: Federico Valverde / Quality Sport Images/Getty Images

Doch in der darauffolgenden Saison 2020/21 ging es mit den Leistungen des Uruguayers wieder bergab, unter anderem auch aufgrund mehrerer Verletzungen im Winter 2020 und einer Corona-Infektion im Frühjahr dieses Jahres.

Indes gilt nun auch für den Südamerikaner: durch den längeren Ausfall von Toni Kroos werden im Mittelfeld der Blancos die Karten komplett neu gemischt. Mal sehen, welche der drei Optionen auf den Ersatz des Deutschen am Ende das beste Blatt in den Händen halten wird.

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