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Real Madrid gibt Traum von Sturmreihe mit Haaland und Mbappé nicht auf!

Oct 13, 2020, 2:24 PM GMT+2
Erling Haaland
Nach oben scheinen ihm keine Grenzen gesetzt: BVB-Star Erling Haaland | Lars Baron/Getty Images
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Binnen zehn Monaten - die Zeit zwischen seiner Präsentation bei Borussia Dortmund und heute - hat sich der Norweger Erling Braut Haaland in die Elite der Top-Stürmer dieses Planeten eingereiht. Dafür stehen die 21 Tore und 5 Assists in 23 Spielen für den BVB. Und weil solche Stürmer nicht auf den Bäumen wachsen, ist das Interesse der ganz Großen im internationalen Konzert entsprechend. Auch Real Madrid hat den Spieler weiterhin im Auge.

Und zwar nicht erst, seit der Skandinavier sein erstes Tor im Signal Iduna-Park geschossen hat. Tatsächlich beobachtet die sportliche Führung der Königlichen den Angreifer schon seit dessen Anfängen im heimatlichen Molde (unabhängig davon, dass er im nordenglischen Leeds geboren wurde).

Um so unverständlicher, dass ihnen das Mega-Talent danach noch zweimal durch die Lappen ging: von Molde ging es für Haaland zum österreichischen Dauermeister RB Salzburg, seiner ersten ernsthaften Station als Profi-Kicker. Und von dort schnappten ihn die Borussen den Spaniern quasi vor der Nase weg.

Damit das nicht noch ein drittes Mal passiert, bleiben die Verantwortlichen an der Avenida de Concha Espina dicht dran. Nehmen Haaland quasi in Manndeckung, um im brancheneigenen Jargon zu bleiben. Der nächste Karriereschritt des 20-jährigen soll ihn endlich ins Bernabéu-Stadion führen.

Aber die wollen doch auch Mbappé, werden jetzt einige einwenden. Ja, so ist es. Doch die Strategie der Planer bei Real ist eine doppelte: Mbappé soll den etwas verblichenen Glanz der Galaktischen neu aufpolieren, sozusagen ein Statement an die Welt sein: seht her, wir können uns immer noch die Allerbesten der Welt leisten. Müßig, darüber zu diskutieren, ob Mbappé tatsächlich "galaktischer" als sein ein Jahr jüngerer Berufskollege ist. Denn wenn man sie beide in seinen Reihen weiß, erübrigen sich derart theoretische Debatten ganz von allein.

Kylian Mbappe
Vieles spricht für einen Wechsel im kommenden Jahr: Kylian Mbappé soll der neue Galaktische werden! | Aurelien Meunier/Getty Images

Reals neues Traumduo: Mbappé & Haaland?

Eines ist klar: dem Real Madrid von 2020 (und eigentlich auch schon der zwei vorherigen Editionen) fehlt das, wofür Cristiano Ronaldo während seiner neun Jahre in Spaniens Hauptstadt stand: Tore. Die schießt der Portugiese nun für die Alte Dame in Turin. Und selbst der treffsicherste Stürmer im aktuellen Kader der Madrilenen, Karim Benzema, kommt bei Weitem nicht an die Zahlen des Europameisters von 2016 heran. Also braucht es neue Stürmer. Zumal Benzema bereits im Herbst seine Karriere steht. Und weil man Real Madrid ist - auch Fußball-Adel verpflichtet! - müssen es halt die besten sein. Mbappé und Haaland gehören ohne jeden Zweifel dazu.

Einzig spieltaktische Einwände könnte man gegen eine Doppel-Verpflichtung gelten lassen. Dahingehend, dass sich der Franzose und der Norweger vielleicht gegenseitig im Weg stehen könnten. Denn beide, das haben die letzten Monate gezeigt, brauchen für ihr Spiel gewisse Räume. Wir alle haben die Bilder von Haalands Sprints vor Augen, wenn Borussia Dortmund in den Modus Umschaltspiel schaltet. Sechzig, siebzig Meter vor dem gegnerischen Tor. Ohne dass sich beide Spieler an sich in ihrer Spielweise ähneln würden, brauchen sie denselben Platz, um ihr ganzes Potential auszuschöpfen.

Aber Spieler entwickeln sich ja auch. Ein Erling Braut Haaland könnte in den kommenden Jahren dem Verschleiß, den sein sehr läuferisches und kämpferisches Spiel mit sich bringt, Rechnung tragen und anfangen, seine läuferischen Ausbrüche zumindest zu zähmen - und sich mehr auf die reine Torjäger-Arbeit im und um den Strafraum zu konzentrieren. Der weitaus filigranere Mbappé (fast sechzehn Zentimeter kleiner als Haaland) würde dann für die Flügelläufe prädestiniert sein, an deren Kulminationspunkt dann der Killer Haaland die Chose vollendet.

Ein Traum für jeden Fußball-Liebhaber, es sich vorzustellen. Doch für Real soll dieser Traum spätestens in zwei Jahren Realität werden.

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