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Leipzig-Transfers: Was ist bislang passiert - und wo herrscht noch Bedarf?

Dominik Hager
Zu was ist RB Leipzig in der kommenden Saison fähig?
Zu was ist RB Leipzig in der kommenden Saison fähig? / RONNY HARTMANN/GettyImages
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RB Leipzig gehört zu den wenigen Klubs in Deutschland, die zumindest den Anspruch haben dürfen, dem FC Bayern Paroli bieten zu können. Bereits in der vergangenen Saison mussten die Sachsen jedoch mit Dayot Upamecano, Ibrahima Konaté und Marcel Sabitzer wichtige Spieler ziehen lassen. In diesem Jahr gibt es wieder den ein oder anderen Spieler, der wechselwillig sein könnte. Wir werfen einen Blick auf den bisherigen Transfersommer und die Baustellen der Leipziger.


Was ist schon passiert

Zugänge:

- Janis Blaswich (ablösefrei)

Bisher ist bei RB Leipzig noch nicht viel geschehen. Der einzige feststehende Neuzugang ist der 31-jährige Torwart Janis Blaswich. Die bisherige Nummer eins von Heracles Almelo wird jedoch nur als Back-up fungieren. Abgesehen davon kehrt fürs Erste eine zweistellige Liste an Leihspielern wieder zum Bundesliga-Klub zurück. Darunter fallen Sörloth, Lookman, Moriba, Brobbey, Mvogo und Jäkel. Es ist jedoch schon jetzt absehbar, dass nicht für alle Rückkehrer auch Platz im Kader ist.

Abgänge:

- Hee-chan Hwang (16,7 Millionen Euro)
- Tim Schreiber (Leihe)
- Philipp Tschauner (Karriereende)

Der zuletzt verliehene Hee-Chan Hwang wird bei Wolverhampton bleiben. Der Premier-League-Klub hat die Kaufoption gezogen und 16,7 Millionen Euro bezahlt, wovon jedoch auch ein Teil bei RB Salzburg landet. Zudem wird der zuvor nach Halle verliehene Keeper, Tim Schreiber, erneut verliehen. Diesmal geht es zu Holstein Kiel in die 2. Bundesliga. Philipp Tschauner hat seine Karriere derweil beendet, weshalb der Klub auch mit Janis Blaswich einen erfahrenen Mann dazu geholt hat.

Welche Baustellen gibt es noch?

Zunächst gilt es abzuwarten, welche Spieler den Verein noch verlassen. Wirkliche Baustellen findet man im Kader prinzipiell wenige. Das Team ist sehr ausgewogen, auf jeder Position mindestens doppelt besetzt und verfügt über keinerlei Schwächen. Sollten die mit einem Abgang in Verbindung gebrachten Mukiele, Adams und Laimer den Klub verlassen, hätte man Baustellen auf der rechten Abwehrseite und im zentralen Mittelfeld zu schließen. Marcel Halstenberg hat seinen auslaufenden Vertrag am Pfingstmontag verlängert.

Das größte Loch würde im zentralen Mittelfeld entstehen, wo ein athletischer Balleroberer und Antreiber fehlen würde. Lediglich Kampl und Haidara in dieser Rolle aufbieten zu können, wäre qualitativ und quantitativ deutlich zu wenig, weshalb zwei Spieler und darunter zumindest ein Top-Mann her müssten.

In der rechten Verteidigung ist das Problem nicht ganz so groß, da Henrichs dort spielen kann und auch Klostermann immer in der Lage ist, auszuhelfen. Plant man mit Klostermann aber grundsätzlich in der Innenverteidigung, müsste noch ein Spieler her. Im Offensivbereich gibt es keinen Handlungsbedarf, solange Nkunku und Szoboszlai erwartungsgemäß bleiben.

Welche Spieler werden gehandelt?

Als potenziellen Ersatz für Mukiele und Laimer hat RB Leipzig wohl schon bei den Salzburgern angeklopft. Dort spielen mit Rasmus Kristensen und Nicolas Seiwald zwei seht talentierte Spieler. Kristensen ist ein dynamischer und offensivstarker Rechtsverteidiger, der eine Ausstiegsklausel in Höhe von 13 Millionen Euro besitzen soll. Der dänische Nationalspieler möchte aber wohl in die Premier League wechseln und ist sich nach 90min-Infos mit Leeds United einig. Eine Alternative hat Leipzig wohl noch nicht zur Hand. Es wäre jedoch möglich, dass bei Ridle Baku mal angeklopft wird.

Womöglich kann sich Leipzig zumindest im Mittelfeld mit einem Salzburg-Spieler retten. Die Rede ist vom jungen Österreicher Nicolas Seiwald, der wie Laimer ein guter Balleroberer ist und zudem immer das Auge für seine Mitspieler hat und Tore vorbereitet. Der 21-Jährige wird jedoch laut Laola1 mit den Salzburgern in die neue Saison gehen. Alternativen gäbe es für die Roten Bullen aber so einige. Die Sportbild nannte vor knapp einen Monat unter anderem Florian Grillitsch, Anton Stach, Mo Camara und Djibril Sow als potenzielle Neuzugänge. Besonders realistisch erscheint ein Transfer von Grillitsch, der eine Verstärkung wäre und dessen Vertrag in Hoffenheim ausläuft. Die Königslösung wäre aber wohl eher Salzburg-Star Camara. Der 22-Jährige ist ein sehr guter Zweikämpfer und könnte einen Laimer-Abgang vermutlich mehr als ordentlich kompensieren. Der Spieler wäre dementsprechend aber auch sehr teuer.

Abgesehen davon tummeln sich noch ein paar weitere Gerüchte, die vor allem junge Spieler betreffen. Was das Abwehrzentrum angeht, ist man wohl unter anderem an Márton Dárdai dran, wohingegen im Sturm beispielsweise Junior Amadou gehandelt wird. Am 21-jährigen Salzburger sind laut Daily Mail aber zahlreiche Klubs interessiert. Lange wurde zudem über einen Wechsel von Noah Okafor spekuliert, jedoch gibt es hierüber seit Monaten nichts neues.

Wer könnte RB Leipzig noch verlassen?

In erster Linie muss sich Leipzig davor fürchten, Mittelfeld-Herz und Laufwunder Konrad Laimer zu verlieren. Der Österreicher steht unter anderem beim FC Bayern auf dem Zettel, weil Julian Nagelsmann ein großer Fan sein soll. Jedoch haben auch Premier-League-Klubs den nur noch bis 2023 unter Vertrag stehenden Kicker ins Visier genommen. Stand jetzt ist es nicht unwahrscheinlich, dass Laimer den Klub im Sommer für ca. 20 Millionen Euro verlässt. Ebenfalls vor einem Abgang steht Tyler Adams, der die Leipziger in Richtung Leeds United verlassen könnte. Allerdings soll inzwischen auch Benfica Lissabon im Poker mitmischen. RB würde dem US-Amerikaner bei einem guten Angebot wohl keine Steine in den Weg legen. Gleiches gilt auch für den zuletzt etwas wechselhaft spielenden Nordi Mukiele. Am französischen Abwehrspieler sollen BILD-Angaben zufolge Top-Klubs wie PSG, Atlético Madrid und Manchester United interessiert sein. Die Ablöse würde ein Jahr vor Vertragsende wohl zehn bis 15 Millionen Euro betragen.

Ansonsten sieht es nicht so aus, als würde RB einen Hochkaräter verlieren. Um Nkunku buhlen natürlich die Top-Klubs, jedoch deutet alles auf einen Verbleib hin. Dominik Szoboszlai wurde mit einem Wechsel nach Spanien in Verbindung gebracht, jedoch gab es ein klares Dementi von Mintzlaff. Josko Gvardiol steht u.a. auf der Liste von Juventus Turin und dem FC Chelsea. RB Leipzig hat jedoch kein Interesse, den jungen Kroaten schon in diesem Sommer ziehen zu lassen.

Hingegen ist zu erwarten, dass einige Ersatzspieler sowie zuletzt ausgeliehene Kicker den Verein verlassen oder verliehen werden. Brobbey hat sich beispielsweise schon klar dazu geäußert, dass er gerne nicht zu RB zurückkehren möchte. Im Falle von Sörloth wäre ebenfalls naheliegend, dass er bei Real Sociedad bleibt. Auch Lookman wird den Verein endlich auch dauerhaft verlassen und sich Leicester City anschließen, nachdem es um den Spieler lange Zeit Transfer-Streitigkeiten gab. Unklar ist die Lage bei Ilaix Moriba, der zuletzt nach Valencia verliehen wurde und nun laut türkischen Medien bei Fenerbahçe Istanbul Im Gespräch ist. Bei Leih-Rückkehrern wie Mvogo, Krauß, Jäkel, Martel oder Wosz deutet vieles darauf hin, dass sie auch in der kommenden Saison nicht im Leipziger Profi-Kader stehen werden.

Fazit: Was ist für RB Leipzig möglich?

Leipzig ist auch im kommenden Jahr neben dem BVB und womöglich Bayer 04 Leverkusen das einzige Team, dass den Bayern das Leben schwer machen kann. Die im letzten Sommer ziemlich durchgewürfelte Truppe wird sich noch besser finden und vermutlich auch wieder eine konstantere Saison abliefern. Insbesondere Offensiv können wir deutlich mehr erwarten, wenn neben Nkunku auch Silva, Olmo, Forsberg und Szoboszlai zeigen, was sie drauf haben. In der Abwehr werden Spieler wie Simakan und Gvardiol einen weiteren Schritt nach vorne machen.

Die Problemzone ist ganz klar das zentrale Mittelfeld, zumindest für den Fall, dass Konrad Laimer den Klub verlässt. Der Österreicher ist mit seiner Dynamik und Athletik enorm wichtig und schließt Löcher, die sonst keiner schließen kann. Man muss aus RB-Sicht jedoch befürchten, dass Laimer den Klub verlässt, was schon enorm schmerzen würde. Kampl und Haidara sind keineswegs überragend gut, wodurch man einen Transfer-Kracher wie Camara tätigen müsste.

Selbst dann wird es RB aber schwer haben, mit den Bayern mitzuhalten. Für die Meisterschaft müsste alles passen und der FCB schwächeln. Es deutet vieles darauf hin, dass Leipzig um die Ränge zwei bis vier kämpft und auch in den Pokal-Wettbewerben eine gute Rolle spielt.


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