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RB Leipzig mit gemischten Gefühlen nach "vermeidbarer Niederlage" gegen United - Stimmen und Reaktionen

Yannik Möller
Julian Nagelsmann wählte klare Worte, wusste das Spiel aber einzuschätzen
Julian Nagelsmann wählte klare Worte, wusste das Spiel aber einzuschätzen / DeFodi Images/Getty Images
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Gegen Manchester United endete der bisherige Lauf von RB Leipzig. Die deutliche 5:0-Niederlage des Bundesligisten beschrieb Julian Nagelsmann zwar als "Packung", wusste die Partie aber schon nach Abpfiff einzuordnen. Die meisten Fans verbuchen das Spiel unter dem Punkt lehrreich.

Es war eine deutliche Niederlage, die RB Leipzig am Mittwochabend hinnehmen musste. Am zweiten Spieltag der Gruppenphase in der Champions League wartete der Auftritt im Old Trafford gegen Manchester United, die diesen Abend schlichtweg dominierten - auch wenn die Leipziger insgesamt keineswegs so schlecht aufliefen, wie es das Endergebnis von 0:5 vermuten lässt.

Nagelsmann sieht "vermeidbare Niederlage" gegen Man United - auch positive Aspekte für Leipzig

"Wir haben die Höhe des Ergebnisses uns selber zuzuschreiben", erklärte Julian Nagelsmann nach der Partie gegenüber Sky Sport. "Ich glaube, die Niederlage wäre vermeidbar gewesen. Das 1:0 ist definitiv zu verteidigen, danach haben wir es gar nicht so schlecht gemacht, waren ganz ordentlich im Spiel und hatten viele Ballgewinne", fuhr der Coach fort. Anschließend, das wusste er aber auch zu betonen, habe man nach dem 2:0 durch Marcus Rashford - immerhin erst in der 74. Minute erzielt - "die schlechtesten 15 Minuten seit Langem" gesehen.

In dieser Zeit habe sein Team "nicht mehr verteidigt und [...] ohne große Gegenwehr drei weitere Tore bekommen", womit er zugleich den größten Kritikpunkt des Abends festhielt: "Du kannst so ein Spiel mal verlieren, aber du darfst dann nicht ohne Gegenwehr die letzten drei Tore kriegen, weil das auch etwas mit Respekt zu tun hat." Als fehlend machte er vor allem die Körperlichkeit auf dem Platz aus, die seitens United "schon beeindruckend" gewesen sei. Ebenfalls kritisch sah Nagelsmann die zu vielen Ballverluste, vor allem im letzten Drittel: "Das haben wir in der Vergangenheit schon deutlich besser gemacht als heute."

Emil Forsberg erklärte nach der Partie, es sei schwierig, Worte zu finden, "nachdem man 0:5 verloren hat" (via Sportbuzzer). Auch der Schwede sah etwas Licht und etwas Schatten im Spielverlauf: "Wir sind gut ins Spiel gekommen, haben sie gut unter Druck gesetzt, unser Spielaufbau war in Ordnung. Im letzten Drittel waren wir nicht gefährlich genug. Aber unser Spiel mit Ball war in der ersten Hälfte sehr gut." Nach dem zweiten Gegentor sei das Team schließlich "zusammengebrochen", was nicht passieren dürfte, so Forsberg.

"Sie haben gute Spieler, die die fehlende Gier in unserer Defensive ausgenutzt haben", zog auch Yussuf Poulsen ein Fazit. Auf Seiten der Red Devils stach erneut vor allem Rashford heraus, der zwar erst in der 63. Minute für Mason Greenwood eingewechselt wurde, anschließend aber noch einen Hattrick erzielen konnte. Der Matchwinner wusste seinen Anweisungen Folge zu leisten: "Wir sollten so viel Raum schaffen wie möglich und hatten sehr viel Platz. Wir haben ihre Fehler ausgenutzt. [...] Es war wichtig, aus ihrem Pressing rauszukommen und lange Bälle zu spielen."

Seinen Hattrick-Ball nahm Marcus Rashford - hier mit Trainer Solskjaer - natürlich mit
Seinen Hattrick-Ball nahm Marcus Rashford - hier mit Trainer Solskjaer - natürlich mit / Clive Brunskill/Getty Images

Auch sein Trainer, Ole Gunnar Solskjaer, zeigte sich wenig überraschend sehr zufrieden mit der Partie: "Wir mussten heute hart für dieses Ergebnis arbeiten. In der ersten Hälfte haben wir aber die Grundlage gelegt, haben gut verteidigt, als sie uns unter Druck setzen wollten. In der zweiten Halbzeit hat sich die Qualität unserer Spieler in den offenen Räumen gezeigt und unsere Abschlüsse waren gut."


Fan-Reaktionen zur Leipzig-Packung

So wie sich Nagelsmann, Forsberg und Co. nach dem Spiel äußerten, so fiel im Grunde auch das überwiegende Fazit der Leipzig-Fans in den sozialen Netzwerken aus. Wirklich wütend oder enttäuscht zeigten sich nur sehr wenige, die allermeisten Anhänger schienen diese deutliche Niederlage eher als lehrreich zu verbuchen. Eine Partie, aus der eine junge Mannschaft wichtige Erkenntnisse mitnehmen könne und müsse.

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