Paris SG

So soll Mbappé doch noch von einem Verbleib bei PSG überzeugt werden

Guido Müller
PSG plant eine sechsfache Offensive, um Mbappé zu halten
PSG plant eine sechsfache Offensive, um Mbappé zu halten / FRANCK FIFE/Getty Images
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Wie zwei riesige Planeten im Mikrokosmos Fußball umkreisen sich seit einiger Zeit Real Madrid und Paris St. Germain. Im Zentrum der von ihnen ausgehenden Gravitationswellen: Kylian Mbappé. Ein Wechsel zu den Königlichen kam in diesem Sommer letztlich nicht zustande, doch die meisten Beobachter rechnen mit einem Abgang des 22-Jährigen nach Ablauf seines bis kommenden Sommer laufenden Vertrages. Aber noch gibt PSG nicht auf.


25 Millionen Euro jährlich - netto. Das war das letzte Angebot, das PSG-Sportdirektor Leonardo seinem vielumworbenen Stürmer angeboten hat. Ohne Erfolg. Mbappé ließ die Frist zur Annahme dieser Offerte abermals verstreichen.

Mehrgleisige Offensive ab Oktober

Doch weiterhin wollen die Verantwortlichen am Prinzenpark nicht klein beigeben. Und für den Oktober eine allerletzte Offensive starten, um den Angreifer doch noch von einem Verbleib in seiner Quasi-Heimatstadt (Mbappé wurde in Bondy, neun Kilometer östlich der französischen Hauptstadt geboren) zu überzeugen.

Gehaltsangebot dürfte nochmals erhöht werden

Dabei wollen die katarischen Besitzer des Klubs mehrgleisig fahren. Zum einen natürlich über die rein finanzielle Schiene. Sprich: die letzte Offerte dürfte noch einmal erhöht werden.

Buddy Neymar und Superstar Messi als Argument

Doch auch auf zwischenmenschlicher Ebene soll sich Mbappé in Paris rundum und jederzeit wohlfühlen. Die Vertragsverlängerung von Neymar ist da nur einer von mehreren Bausteinen. Mit dem Brasilianer ist Mbappé freundschaftlich verbunden. Neymar selbst äußerte vor Kurzem, davon zu träumen, mit Mbappé noch viele Jahre zusammenzuspielen.

Kylian Mbappe, Neymar Jr
Ziemlich beste Freunde: Neymar und Mbappé / John Berry/Getty Images

Mit Lionel Messi hat man zudem in diesem Sommer den besten Spieler der Gegenwart verpflichtet. Welcher Spieler träumt nicht davon, einmal mit Messi gemeinsam auf dem Platz zu stehen? Zumal diese Ansammlung an absoluten Weltklassespielern es natürlich nicht unwahrscheinlicher macht, diesen vermaledeiten Henkelpott, dem die Pariser nun schon seit Jahren hinterherlaufen, endlich an die Seine zu holen.

Die Aussicht auf große Titel

Triumphe und Erfolge einzufahren, je mehr, um so besser, ist letztlich der Antrieb eines jeden Profi-Fußballers. Und mit dem aktuellen Personal ist PSG so gut wie noch nie in seiner gut fünfzigjährigen Geschichte aufgestellt. Reich wird man mit einem Tipp auf PSG als kommenden Champions-League-Sieger sicherlich nicht...

Der Einfluss des Staatspräsidenten

Des weiteren können die Macher bei PSG auch auf die Trumpfkarte des Staatspräsidenten verweisen. Emmanuel Macron hat bereits im Sommer einmal öffentlich Stellung zum Transfer-Drama genommen und dabei gesagt, dass es wünschenswert sei, wenn Mbappé in Paris bliebe. Er sei schließlich ein Vorbild für alle Jugendlichen des Landes.

Doch soll der Austausch zwischen Staatsoberhaupt und Nationalstürmer auch auf privater Ebene vonstatten gehen.

Die Fans

Auch wird man, von Klubseite, die emotionale Karte mit den Fans spielen. Die sind zwar nicht die lautesten im Lande (diese Ehre gebührt den Anhängern von Olympique Marseille), gehören aber doch zu den emotionalsten Fan-Gruppen. Nach der insgesamt verkorksten Europameisterschaft ließen die PSG-Fans ihr heftig kritisiertes Sturm-Juwel jedenfalls nicht im Regen stehen.

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Die Fans von PSG im Prinzenparkstadion / BERTRAND GUAY/Getty Images

Hilfe bei sozialen Projekten

Ein weiterer Baustein könnte die verstärkte Kooperation des Klubs bezüglich der privaten Hilfsprojekte des Spieler darstellen. Mbappé ist sehr engagiert im Kampf gegen soziale Ungerechtigkeiten. Vor zwei Jahren stellte er die von ihm gegründete Stiftung zur Förderung sozial benachteiligter Kinder vor. Hier will der Klub fortan noch mehr Unterstützungsarbeit für sein Aushängeschild leisten.

Verbesserung der Beziehungen zu Mbappés Familie

Und dann wäre da ja noch der familiäre Aspekt. Nach dem gescheiterten Wechsel zu Real Madrid ist die Beziehung zwischen den Mbappés und dem Klub ein wenig "eingetrübt", um es vorsichtig zu formulieren. Zu Sportdirektor Leonardo soll das Verhältnis zur Zeit sogar auf Eiseskälte abgekühlt sein. Der Manager hatte seinen Schützling scharf für dessen Weigerung, seinen Vertrag zu verlängern, kritisiert.

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Zwischen ihnen knirscht es seit einiger Zeit: Mbappé und Leonardo / FRANCK FIFE/Getty Images

In diesem Bereich wird es nun auf das diplomatische Geschick von Klub-Chef Al-Khelaifi ankommen, um die Brüche zu Mbappes Familie, speziell zu dessen Vater, der als Berater agiert, zu kitten.

Geld, Team-Kollegen, Fans, Staatspräsident, Kooperation in sozialen Projekten und Familie: mit dieser sechsfachen Strategie will PSG seinen Weltmeister von 2018 doch noch von einem Verbleib in Paris überzeugen.

Etwas mehr als drei Monate bleiben dafür noch Zeit. Ab dem 1. Januar 2022 könnte Kylian Mbappé dann jederzeit auch ganz offiziell mit anderen Klubs verhandeln.

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