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PSG - das neue Dream Team im Fußball-Kosmos!

Guido Müller
Messi mit Mbappé & Neymar: PSG wird zum Dream Team
Messi mit Mbappé & Neymar: PSG wird zum Dream Team
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Mit der Verpflichtung von Superstar Lionel Messi kristallisiert sich bei Paris St. Germain ein veritables Dream Team heraus, das in der nun beginnenden Saison an den Start geht. Doch in der Historie des europäischen Fußballs gab es ähnliche Konstellationen schon einige Male.


Wenn Lionel Messi seine Unterschrift unter das Arbeitspapier mit dem französischen Spitzenklub Paris St. Germain setzt, kann der von katarischen Geldern großzügig unterstützte Klub sicherlich den von den Namen her aufregendsten Kader der Aktualität vorweisen.

Von der Defensivreihe (Gianluigi Donnarumma, Sergio Ramos, Achraf Hakimi) über die Mittelfeldachse (Marco Verratti, Georginio Wijnaldum) bis zum Angriff (Angel Di Maria, Neymar, Kylian Mbappé) haben die Hauptstädter jetzt schon ein echtes Dream Team beisammen. Lionel Messi würde dem Ganzen freilich die Krone aufsetzen.

Da werden natürlich sofort Erinnerungen wach an vergleichbar stark und namhaft besetzte Teams.

Die Unsterblichen der AC Mailand

Wie in den Achtzigerjahren die AC Mailand. Dort stieg 1986 der Bauunternehmer Silvio Berlusconi ein - und überraschte zunächst alle mit der Verpflichtung des weitgehend unbekannten Trainers Arrigo Sacchi im Sommer 1987.

Der hatte in der Saison zuvor den Zweitligisten AC Parma zurück in die Serie A gebracht - und im Pokal die Rossoneri bezwungen. Grund genug für Berlusconi, ihn als Trainer zu verpflichten.

Und mit den scheinbar unbegrenzten finanziellen Möglichkeiten, die sich nach Berlusconis Amtsübernahme ergaben, formte Sacchi nach und nach eine Elf, die heute noch in Italien die Unsterblichen ("Gli Immortali") genannt wird.

Die Abwehrspieler Paolo Maldini und Franco Baresi waren schon da. Genauso wie Edeltechniker Roberto Donadoni im Mittelfeld. Doch im Sommer 1987 gesellten sich dann zwei absolute Hochkaräter aus Holland hinzu: Ruud Gullit und Marco van Basten.

Beide zählten auf ihren Positionen (Gullit im offensiven Mittelfeld, van Basten als Sturmspitze) damals schon zu den besten Spielern weltweit.

Ein Jahr später kam dann noch Frank Rijkaard, seinerseits einer der stärksten defensiven Mittelfeldspieler seiner Epoche, hinzu. Nicht umsonst wurde dieses holländische Trio im Sommer 1988 Europameister.

Diese AC Mailand sollte dann auch in den folgenden drei Jahren eine Hegemonie in Europa ausüben, wie man sie seit den Siebzigerjahren nicht mehr erlebt hatte.

Roberto Donadoni, Alberico Evani, Franco Baresi, Giovanni Gaslli, Carlo Ancelotti, Frank Rijkaard, Paolo Maldini, Silvio Berlusconi, Mauro Tassotti, Alessandro Costacurta, Marco Van Basten, Angelo Colombo
Soeben hat die AC Mailand den Europapokal der Landesmeister durch ein 4:0 gegen Steaua Bukarest gewonnen / Alessandro Sabattini/Getty Images

Zwei Champions-League-Titel in Folge (1989 und 1990), nebst der Meisterschaft von 1988 und zwei Weltpokalen (1989 und 1990) zementierten ihren Status als das Team in Europa, das es damals zu schlagen galt.

Die Galaktischen von Real Madrid

Eine noch stattlichere Anzahl von Superstars begann dann Real Madrid Anfang des Jahrtausend zu versammeln. Schon der Spitzname dieser Wundermannschaft, die Galaktischen, verweist auf die nahezu überirdisch wirkende Qualität dieser Gruppe.

Das Konzept des damals seine erste Amtszeit beginnenden Präsidenten Florentino Pérez war so simpel wie gleichzeitig ambitioniert: jedes Jahr sollte ein absoluter Superstar verpflichtet werden.

Den Anfang machte der portugiesische Barça-Star Luis Figo, der im Sommer 2000 einfach mal - und mittels 60 Millionen Euro (damaliger Weltrekord!) - aus seinem Vertrag in Barcelona herausgekauft wurde.

Ihm folgten, im jährlichen Rhythmus, Zinédine Zidane (der für 75 Millionen Euro von Juventus Turin verpflichtet wurde), der frühere Blaugrana Ronaldo Nazario (kam für 45 Millionen Euro von Inter Mailand) sowie David Beckham, der im Sommer 2003 gegen eine vergleichsweise bescheidene Ablöse von 37,5 Millionen Euro von den Red Devils aus Manchester kam.

Zusammen mit den damals schon in den königlichen Reihen spielenden Roberto Carlos und Raúl bildete dieses Real Madrid wahrlich ein außerirdisch anmutendes Konstrukt.

Real Madrid team group
Die Galaktischen, die das Champions League-Finale 2002 gegen Bayer Leverkusen (2:1) gewannen / Gary M. Prior/Getty Images

Zwar hielt sich der sportliche Erfolg der Galácticos in relativ überschaubaren Grenzen, denn in dieser Zusammenstellung (ohne Ronaldo und Beckham) gelang auf internationaler Ebene "nur" der Champions-League-Sieg 2002 (sowie der Weltpokal im selben Jahr), doch Liebhaber des guten Fußballs schwärmen noch heute von den Spielen dieser Mannschaft.

Das Tiki-Taka-Team (MSN-Reihe inklusive) des FC Barcelona

Etwas mehr als ein Jahrzehnt später begann dann Reals Erzrivale, der FC Barcelona, eine ähnliche Kollektion von Superstars zu gruppieren.

Im Sommer 2013 standen bereits die spanischen Europa- und Weltmeister Gerard Piqué, Carles Puyol, Andrés Iniesta, Xavi und David Villa (um nur einige zu nennen) im Kader. Auch Weltklassespieler wie Lionel Messi oder Dani Alves waren schon mit von der Partie.

Doch dann kam im selben Sommer noch der Brasilianer Neymar, der für 88 Millionen vom FC Santos verpflichtet wurde (auch wenn die Blaugrana nur 56 Millionen als Kaufpreis angaben), und ein Jahr später, im Sommer 2014, Luis Suárez (für 81 Millionen vom FC Liverpool) hinzu - die legendäre Sturmreihe MSN (für "Messi, Suárez, Neymar") war geboren.

Champions League final - "Barcelona v Juventus"
Die Spieler des FC Barcelona nach dem 3:1-Triumph gegen Juventus im Champions League-Finale 2015 / VI-Images/Getty Images

Ähnlich wie bei ihrem Madrider Pendant erreichte dieses Starensemble aber lediglich einen Triumph in der Champions League (2015).

Das nächste Kapitel in dieser Geschichte von wahrhaftigen Dream Teams wird nun die PSG schreiben.

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