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Politischer Skandal: Munas Dabbur erhält eine Pause von der Nationalmannschaft

Tal Lior
JACK GUEZ/Getty Images
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Die angespannte politische Lage in Israel wirkt sich mittlerweile auch auf die Nationalmannschaft des jüdischen Staats aus. TSG-Profi Munas Dabbur erhielt nach einem auf die jüngsten Ereignisse bezogenen Instagram-Post massive landesweite Kritik, weshalb er in den kommenden Länderspielen seiner Nation nicht zum Einsatz kommen wird.


Dabbur gehört der arabisch-muslimischen Minderheit Israels an, weshalb er sich oft in unangenehmen Situationen befindet. Dies wurde vor allem in den vergangenen Wochen deutlich, als Dabbur als Reaktion auf die Unruhen auf dem Tempelberg einen Instagram-Beitrag veröffentlichte, der ein Bild des Felsendoms mitsamt Koran-Zitat enthielt. "Gott wird sich an den Sündern rächen."

Neben Unterstützung aus der arabisch-muslimischen Bevölkerung Israels erhielt Dabbur auch massive Kritik von vielen jüdischen Israelis, die den Rauswurf des besten nicht-jüdischen Fußballer Israels aus der Nationalmannschaft fordern.

Der israelische Fußballverband hat sich deshalb dazu entschlossen, Dabbur von den kommenden Testspielen gegen Montenegro und Portugal freizustellen, obwohl er zuvor mit dem Team alle Trainingseinheiten absolviert hat. Dies soll der Wunsch von Dabbur gewesen sein.

Austria v Israel - UEFA Euro 2020 Qualifier
Munas Dabbur kam für Israel 29 Mal zum Einsatz / Thomas Pichler/Getty Images

"Ich habe nicht die Absicht, mich aus der israelischen Nationalmannschaft zurückzuziehen, und ich habe dies in den ehrlichen Gesprächen, die ich mit dem Trainer und dem Vorsitzenden des Verbandes geführt habe, deutlich gemacht", so Dabbur in einer offiziellen Mitteilung. "Alles, was ich jetzt brauche, und vielleicht nicht nur ich, ist eine Auszeit, um die Stimmung zu entspannen und um zu hoffen und zu glauben, dass die Zeit es uns allen ermöglichen wird, zum Fußball zurückzukehren - für die Nationalmannschaft und für das Zusammenleben in Israel. "

Über seinen Instagram-Post sagte der 29-Jährige: "Ich habe versucht, einen Beitrag zu erklären, der von Herzen kam und nicht die Absicht hatte, jemanden zu verletzen, aber die Umstände machten es unmöglich, zuzuhören und zu verstehen. Ich habe immer an das Zusammenleben geglaubt, ich habe immer für Einheit und Partnerschaft gearbeitet und ich werde es auch weiterhin tun."

Über die Begebenheiten auf dem Tempelberg kann man sich hier eingehender informieren.

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