'One Love' und Co.: Oliver Kahn spricht eine Warnung aus

Yannik Möller
Oliver Kahn
Oliver Kahn / Sebastian Widmann/GettyImages
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Rund um die Weltmeisterschaft gab es viele Kontroversen bezüglich der Menschenrechte in Katar. Auch diverse Sponsorings oder so mancher Klub-Hintergrund wird inzwischen in politischer und gesellschaftlicher Hinsicht hinterfragt. Oliver Kahn hingegen warnt vor einer zunehmenden Politisierung des Fußballs.


Geht man vom deutschen Profifußball aus, so waren die Debatten rund um die 'One Love'-Kapitänsbinde für die Weltmeisterschaft in Katar ein riesiges Thema, das noch längere Zeit anhalten wird. Grundsätzlich und grob zusammengefasst ging es darum, dass mehrere Nationalmannschaften vor Ort ein Zeichen für Menschen- und LGBTQ-Rechte setzen wollten.

Es ist zweitrangig, ob man eine derartige Aktion gut und willkommen heißt oder sie als negativ betrachtet, um festhalten zu können, dass in diesem Falle die Politik im Fußball eine große Rolle gespielt hat.

Das gilt inzwischen für mehrere Themen im Profifußball. Zeichen, die etwa durch Plakate oder sonstige Aktionen an gewöhnlichen Liga-Spieltagen gesetzt werden; Kritik an Sponsorings und Partnerschaften mit Firmen oder gar indirekt mit Ländern, die für Verfehlungen bei Menschenrechten angeprangert werden.

Kahn warnt vor überschätzter Rolle des Fußballs: "Damit überfordert man die Spieler"

Es ist eine Entwicklung, die in den letzten Jahren zweifelsfrei zugenommen hat - und die Oliver Kahn für nicht immer angebracht und sinnvoll erachtet.

Im Podcast bei OMR.com erklärte der Vorstandsvorsitzende des FC Bayern: "Die Politisierung, die im Fußball stattfindet, wird immer extremer und größer. Damit überfordert man die Spieler und ich finde, man überfordert auch den Fußball langsam."

Seiner Meinung nach könne der Fußball auch die ganzen Erwartungen, die dahingehend an ihn gestellt werden, gar nicht mehr erfüllen.

SOCCER WORLD CUP 2022 BELGIUM VS CANADA
Die 'One Love'-Armbinde / BRUNO FAHY/GettyImages

Kahn zufolge müsste sich das Geschäft zwar durchaus mit Problemen wie den Menschenrechten in Katar auseinandersetzen, doch dürfe die Rolle, die eingenommen werden kann, auch nicht überfrachtet und überschätzt werden.

"Der Fußball kann ein Mosaikstein sein, wenn er ein Zeichen setzt, aber der Fußball kann nicht Aufgaben übernehmen und nicht die Rolle übernehmen, die eigentlich andere übernehmen müssten", betonte er. Dafür sei schlussendlich die Politik selbst verantwortlich und nicht der Sport.

Eine Meinung, die allem Anschein nach auch in der Deutschen Nationalelf vorherrschend war. Nachdem Auftaktspiel gegen Japan war seitens mehrerer Reporter zu hören, dass sich zahlreiche Spieler von den Diskussionen um die 'One Love'-Binde ablegenkt fühlten. Sie wollten den Fokus auf den Sport legen.



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