WM

"One Love"-Kapitänsbinde: Deutschland, England und Niederlande knicken ein

Simon Zimmermann
Manuel Neuer wird die "One Love"-Binde wohl doch nicht tragen
Manuel Neuer wird die "One Love"-Binde wohl doch nicht tragen / Alexander Hassenstein/GettyImages
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Die Verbände beugen sich der FIFA. Offenbar wird keine Nationalmannschaft bei der WM in Katar die "One Love"-Binde tragen. Auch DFB-Kapitän Manuel Neuer nicht!


Bei der WM in Katar wollten einige Nationen ein Zeichen setzen - eigentlich. Geplant war, dass die Kapitäne, unter anderem vom DFB-Team, den Three Lions und der Elftal, mit einer Kapitänsbinde auflaufen, die ein Zeichen für Gleichberechtigung, Diversität und Menschenrechte in die Welt schicken sollte.

Gelbe Karte und sogar Punktabzüge? FIFA setzt Verbände unter Druck

Doch dazu wird es nun doch nicht kommen. Die Verbände sind offenbar auf Druck der FIFA eingeknickt. Laut der Bild werden alle europäischen Verbände die Binde doch nicht tragen. Zuvor war angedroht worden, dass die Spielführer beim Tragen der "One Love"-Binde schon vor Anpfiff mit einer Gelben Karte bedacht werden.

Bei Gesprächen im Hintergrund soll sogar noch mehr Druck ausgeübt worden sein. Die Verbände hätten die Drohungen der FIFA sogar so aufgenommen, dass beim Tragen der Binde Punktabzüge verhängt werden könnten.

"Die UEFA Working Group berät sich mit der FIFA und wird diese Entscheidung abwarten und wenn die ersten Teams auf den Rasen gehen, sehen wir, wie diese Entscheidung ist. Wir würden gerne diese Entscheidung abwarten", teilte eine DFB-Sprecherin im Rahmen der Pressekonferenz am Montagvormittag mit.

Verbände geben Statement ab: "Sind sehr frustriert über die Entscheidung der FIFA"

Wenig später ließen die europäischen Verbände (Deutschland, England, Wales, Belgien, Dänemark, Niederlande, Schweiz) in einem gemeinsamen Statement wissen: "Die FIFA hat sehr deutlich gemacht, dass sie sportliche Sanktionen verhängen wird, wenn unsere Kapitäne die Armbinden auf dem Spielfeld tragen. Als nationale Verbände können wir unsere Spieler nicht in eine Situation bringen, in der sie mit sportlichen Sanktionen, einschließlich Platzverweisen, rechnen müssen. Deshalb haben wir die Spielführer gebeten, die Armbinden bei Spielen der FIFA-WM nicht zu tragen."

Und weiter: "Wir waren bereit, Geldstrafen zu zahlen, die normalerweise bei Verstößen gegen die Ausrüstungsvorschriften verhängt würden, und haben uns nachdrücklich für das Tragen der Armbinde eingesetzt. Wir können unsere Spieler jedoch nicht in die Situation bringen, dass sie verwarnt oder sogar gezwungen werden könnten, das Spielfeld zu verlassen."

"Wir sind sehr frustriert über die Entscheidung der FIFA, die unserer Meinung nach beispiellos ist. Wir haben die FIFA im September schriftlich über unseren Wunsch informiert, die 'One Love'-Armbinde zu tragen, um die Inklusion im Fußball aktiv zu unterstützen, und haben keine Antwort erhalten. Unsere Spieler und Trainer sind enttäuscht - sie sind starke Befürworter der Inklusion, und werden ihre Unterstützung auf andere Weise zeigen."



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