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One-Love-Armbinde: DFB stellt sich gegen die Fifa

Daniel Holfelder
Kapitän Manuel Neuer wird auch gegen den Willen der Fifa mit einer One-Love-Kapitänsbinde auflaufen
Kapitän Manuel Neuer wird auch gegen den Willen der Fifa mit einer One-Love-Kapitänsbinde auflaufen / Alexander Hassenstein/GettyImages
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DFB-Kapitän Manuel Neuer wird bei der WM die One-Love-Armbinde tragen - gegen den Willen der Fifa. Das berichtet die Bild-Zeitung.


"Ja! Die Power, die die Binde hat, ist gut. Sie tragen auch andere europäische Nationen, es ist gut, dass wir das zusammen machen", erklärte der Bayern-Profi am Samstag. Neben dem deutschen Team wollen neun weitere Nationen mit der One-Love-Kapitänsbinde ein Zeichen gegen Diskriminierung setzen.

Die Fifa hat derweil einen Tag vor Turnierbeginn eine eigene Binden-Aktion angekündigt. So sollen alle Mannschaft pro Spiel eine Armbinde mit einer speziellen Botschaft tragen. Am ersten Spieltag soll "#FootballUnitesTheWorld " auf der Binde stehen. Insgesamt plant der Weltverband sieben Botschaften bis zum Finale ein. Ein Bekenntnis zu Diversität und gegen Homophobie fehlt allerdings.

DFB nimmt Strafe in Kauf

Am Freitag hatte Präsident Bernd Neuendorf betont, dass sich der DFB auch durch eine etwaige Strafe des Weltverbandes nicht beeindrucken lassen werde: "Die Binde setzt genau da an, worum es uns geht. Ich habe es immer verteidigt, es geht um Menschenrechte, einen Kampf gegen Rassismus und für Frauenrechte. Ich persönlich wäre durchaus bereit, eine Geldstrafe in Kauf zu nehmen."

Noch steht allerdings nicht fest, wie sich die Fifa zur One-Love-Binde verhalten will. "Ich habe auch das eine oder andere gehört. Natürlich ist die Kurzfristigkeit etwas überraschend. Es wirkt, als ob Fifa keine klare Haltung hat. Wir haben klare Haltung in den Themen bekundet. Insofern schaue ich, was kommt. Wir stimmen uns wieder in den Nationen ab, das ist wichtig. Wir gehen davon aus, dass wir die Binde weiter tragen dürfen", erklärte DFB-Direktor Oliver Bierhoff.

Manuel Neuer ließ an der Unterstützung durch den DFB keinen Zweifel aufkommen: "Erstmal muss man sagen, dass wir alle die Erfahrung noch nicht gemacht, das ganze Turnier ist ein Experiment. Aber wir haben die Rückendeckung des DFB, wir haben keine Angst."


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