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Newcastle-Übernahme: So will der neue Krösus der Super-Reichen die Spitze erobern

Simon Zimmermann
Ein Bild, das bald Realität wird?
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Als Tabellen-19. der Premier League wird man eigentlich weniger mit den Stars und Sternchen der Fußball-Szene in Verbindung gebracht. Wenn man aber von einem Konsortium übernommen wird, das vom saudi-arabischen Staatsfonds geleitet ist und man urplötzlich zum wohl reichsten Klub in der reichsten Liga der Welt wird, ändern sich die Dinge schnell.

So geschehen beim englischen Traditionsklub Newcastle United. Am Donnerstag verkündete die Premier League die von langer Hand geplante Übernahme des Klubs offiziell. Der Public Investment Fund - besagter Staatsfond Saudi-Arabiens - ist (Haupt-)Teil der Investorengruppe, die von nun an 80 Prozent des Vereins besitzt.

Streitigkeiten über die unrechtmäßige Übertragung von Premier-League-Spielen durch den TV-Sender beINSports wurden zuvor beigelegt. Die neuen Eigentümer bekräftigten gegenüber der englischen Elite-Liga zudem, dass die saudische Regierung keinen direkten Einfluss auf den Klub ausüben wird (wer's glaubt). Und auch die lauten Proteste von Amnesty International wegen Menschenrechtsverletzungen und Sportswashing wurden stumm geschaltet.

Newcastle wird der neue "big spender" der Insel - Neuer Trainer zunächst im Fokus

Mit Newcastle United wird die Liga einen neuen 'big spender' erhalten, der von nun an ganz oben mitspielen will. Am liebsten lieber heute als morgen. Dazu wird es im und rund um den Klub viele Veränderungen geben. Neben der Infrastruktur soll der neue Super-Reichtum vor allem für die Mannschaft genutzt werden.

Nach 90min-Informationen geht es aber wohl zunächst dem Trainer und der sportlichen Führung an den Kragen. Steve Bruce, der seit Mitte Juli 2019 als Chefcoach am Werk ist, wird in den kommenden Wochen gehen müssen. Die neue Führung will einen neuen Trainer und Sportdirektor.

Steve Bruce
Trainer Steve Bruce soll Newcastle zeitnah verlassen / Catherine Ivill/GettyImages

Southgate und Carrick als Trainer-Kandidaten

Wie 90min erfahren hat, ist der englische Nationaltrainer Gareth Southgate einer der Wunschkandidaten. Problem: Southgate steht beim englischen Verband FA noch bis 2022 unter Vertrag. Schwer vorstellbar, dass er vor der WM in Katar die Three Lions verlassen wird.

Eine mögliche Übergangslösung wäre Graeme Jones. Der 51-Jährige arbeitet bereits als Co-Trainer im Klub und war im vergangenen Sommer Teil des Trainerteams der Three Lions bei der EM. Jones könnte übernehmen bis Southgate bereitstünde.

Ein weiterer Kandidat scheint Michael Carrick zu sein. Der ehemalige englische Nationalspieler fungiert seit über drei Jahren als Co-Trainer bei Manchester United. Vorbehalte beim 40-Jährigen gibt es wegen seiner mangelnden Erfahrung.

Im St. James' Park laufen bald die Topstars auf

Egal wer künftig an der Seitenlinie im St. James' Park stehen wird: höchste Priorität hat in dieser Saison der Klassenerhalt. Zur Erinnerung: Newcastle steht aktuell auf Rang 19. Heißt, dass neben einem neuen Trainer im Januar auch neue Spieler kommen werden, die den Verbleib in der Premier League garantieren sollen.

Was nutzt die ganze Saudi-Kohle schließlich in der 2. Liga, wenn man die großen Titel angreifen will? Ganz so schnell wird es aber wohl dann doch nicht gehen. Die neuen Eigentümer haben angekündigt, mit den verfügbaren Mitteln "intelligent" umgehen zu wollen. Was immer das bei dieser schier unerschöpflichen finanziellen Feuerkraft auch heißen mag.

Früher oder später wird der erste große Name in Newcastle aufschlagen. Weitere werden folgen. Die Beispiele Manchester City und PSG haben diese Tatsache hinlänglich bewiesen. Die Premier League hat nicht nur einen neuen Finanzkrösus, sondern wird früher oder später auch einen neuen Titelanwärter haben. Dazu braucht man bei diesen Mitteln nicht mal super-intelligent handeln...

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