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Die Nerven liegen blank beim FC Barcelona! Revolte gegen den Trainer?

Antoine Griezmann, Gerard Pique
Ließen erneut Punkte im Meisterschaftsrennen liegen: Griezmann und Piqué nach dem 2:2 in Vigo | Soccrates Images/Getty Images

Beim FC Barcelona fliegen zur Zeit mächtig die Fetzen. Quasi als Überlagerung zu dem schon seit Monaten schwelenden Konflikt auf der Führungsebene der Katalanen (Stichwort: Bartomeugate) gesellt sich jetzt der rein auf sportliche Faktoren zurückzuführende Frust innerhalb des Teams. Das 2:2 der Blaugrana bei Celta Vigo fungiert dabei als Brandbeschleuniger.

Während einer Trinkpause des Spiels gegen die Galicier wendete sich der Assistent von Quique Setién, Eder Sarabia, an Kapitän Lionel Messi, um ihm Anweisungen zu geben. Messi jedoch ging überhaupt nicht auf Sarabia ein, schien ihn vielmehr komplett zu ignorieren. Ein zweites Mal versuchte es Sarabia, und erneut wendete sich Messi, ohne Sarabia eines Blickes zu würdigen, ab.

Unbeherrschter Assistenztrainer verärgert die Barça-Stars

Eine Szene, ohne Worte zwar, (zumindest konnten sie nicht von den Mikros eingefangen werden), aber trotzdem eloquent genug, um das mehr als angespannte Nervenkostüm der Blaugrana zu beschreiben. Zu Sarabia muss man allerdings einschränkend sagen, dass er sich seit seiner Ankunft im Nou Camp (im Gefolge von Quique Setién) als dauerpöbelnder und bisweilen die Etikette gänzlich ignorierender Derwisch auf der Ersatzbank der Blaugrana herausgestellt hat. Beim Clásico Anfang März trieb Sarabia es besonders wild, fauchte ter Stegen an ("Das ist Scheiße! Das ist eine verf...Scheiße!") oder meinte, einem Stürmer wie Griezmann Kommandos erteilen zu müsssen ("Schieß doch endlich!"). Die Mannschaft soll sich daraufhin beim Trainer über die allzu emotionale und bisweilen beleidigende Art Sarabias beschwert haben.

Eder Sarabia
Sarabia gibt den Spielern Instruktionen - Messi hat sich schon abgewendet! | Quality Sport Images/Getty Images

Fast vier Monate später sitzt (oder steht) Sarabia weiterhin auf der Barça-Bank - und die Spieler scheinen ihn gar nicht mehr wahrzunehmen. Wenn dann noch Last-Minute-Ausrutscher wie im Estadio de Balaidos hinzukommen, wird aus dem ganzen eine hochgefährliche, weil leicht entzündbare Mischung. Nachdem die Spieler wutstampfend in ihre Kabine gegangen waren, fand Doppeltorschütze Luis Suárez (dessen Auswechslung zehn Minuten vor Schluss auch nicht gerade auf Verständnis bei den Spielern stieß) erste Worte:

"Ich denke, es gibt Trainer, um diese Situationen zu analysieren. Wir verlieren auswärts wichtige Punkte, die wir in anderen Spielzeiten nicht verloren haben. Ich bin froh, dass ich versucht habe, der Mannschaft zu helfen, aber da ist das Gefühl von Wut, von Frustration", wird der Uruguayer von der Sportbild zitiert. Gefährliche Worte, die die Stimmung in Can Barça in den nächsten Tagen wohl eher noch aufheizen denn abkühlen werden.

Xavi bringt sich erneut in Stellung

All zu hoch darauf wetten, dass Quique Setién und dessen vorlauter Assistent auch noch am 38. Spieltag auf der Bank sitzen werden, sollte man jedenfalls nicht mehr. Denn nur ein Zufall dürfte das Vorpreschen von Klub-Ikone Xavi am Tag danach dem doppelten Punktverlust von Vigo kaum gewesen sein:

"Die größte Illusion, die ich jetzt habe, ist es, Trainer beim FC Barcelona zu werden und den Klub wieder zu den Triumphen zurückzuführen. Nicht ich soll triumphieren, sondern diese Spieler und dieser Klub - und in der Konsequenz unsere technische Abteilung, die hart arbeitet und uns sehr viel Hoffnung gibt", so die Klub-Ikone laut Marca.