90min
facebooktwitterinstagramyoutuberss

Nach umstrittenen Elfmeter: VfB prüft Einspruch gegen Niederlagen in Wiesbaden

Philipp Foerster, Sascha Stegemann
SV Wehen Wiesbaden v VfB Stuttgart - Second Bundesliga | Pool/Getty Images

Der VfB Stuttgart hat den Re-Start der 2. Bundesliga gehörig verpatzt. Gegen Aufsteiger Wehen Wiesbaden setzte es wie schon im Hinspiel eine Niederlage, mit der die Schwaben vom direkten Aufstiegsrang zwei rutschten. Großer Aufreger der Partie war der Handelfmeter für Wehen in der Nachspielzeit. Der VfB will nun einen Einspruch gegen die Spielwertung prüfen.

Das bestätigte ein Vereinssprecher gegenüber der Deutschen Presse-Agentur. Schiedsrichter Sascha Stegemann hatte den Strafstoß in der Nachspielzeit erst nach Eingreifen des Videoassistenten und minutenlangen Studium der Bilder gegeben. Aus VfB-Sicht völlig zu unrecht.

Wiesbadens Paterson Chato hatte Hamadi Al Ghaddioui nach einem Eckball aus kurzer Entfernung an den Arm geköpft. Der VfB-Angreifer hatte seinen Arm dabei ausgestreckt auf Schulterhöhe. In realer Geschwindigkeit war dies allerdings unbemerkt geblieben. Erst als sich Robert Kampka aus dem Kölner Keller einschaltete, wurde die Szene überprüft.

Ganze drei Minuten dauerte die Überprüfung, bis Stegemann zur Elfmeter-Entscheidung gelang. "Al Ghaddioui hatte den Arm oberhalb der Schulterlinie und damit zu weit oben", bestätigte ein nicht namentlich genannter langjähriger FIFA-Schiedsrichter gegenüber den Stuttgarter Nachrichten die Entscheidung. Wegen der verschärften Handspielregeln sei eine Absicht irrelevant.

"Die Entscheidung ist ein Skandal."

Sven Mislintat

VfB-Sportdirektor Mislintat wittert Verschwörung

Alles korrekt also? Nicht aus Sicht der Stuttgarter. "Die Entscheidung ist ein Skandal", so der aufgebrachte VfB-Sportdirektor Sven Mislintat nach dem Spiel. "Ich dachte, es kann nicht mehr schlimmer kommen. Ich möchte kein Prinzip erkennen. Ich kann aber auch nicht verhehlen, dass es eines zu sein scheint", meinte Mislintat weiter und spielte auf einige weitere strittige Entscheidungen in dieser VfB-Saison an.

Sven Mislintat
Sven Mislintat wittert ein "Prinzip" hinter den Entscheidungen gegen den VfB | TF-Images/Getty Images

Die Kommunikation zwischen Köln und Stegemann war bei der Entscheidungsfindung deutlich zu hören: "Da sehe, da erkenne ich gar nichts. Ich erkenne nicht, ob der Ball an der Hand war oder nicht. Gib mir mal Hintertor hoch. Hast du zwei Bilder? Hintertor hoch und jetzt den Kontaktpunkt an der Hand? Okay, dann ist Hintertor hoch für mich die entscheidende Perspektive, um zu sagen: Das ist Handspiel."

DFB meldet sich zu Wort: VAR-Eingriff falsch - Entscheidung richtig

Der DFB meldete sich inzwischen ebenfalls zu Wort. Es sei "keine klare und offensichtliche Fehleinschätzung" gewesen. Daher "erachten wir die getroffene On-Field-Review-Empfehlung des Video-Assistenten vor dem Hintergrund des Ermessensbereichs als nicht angebracht", heißt es in der Stellungnahme. Die Entscheidung, auf den Punkt zu zeigen, sei dagegen "regeltechnisch in Ordnung".

Phillip Tietz verwandelte schließlich nach 97 Minuten den Elfmeter zum Sieg für den SVWW - und ließ den VfB aufgebracht und ohne Punkte zurück. Die Aussichten, dass ein möglicher Einspruch Erfolg haben wird, sind in etwa so groß, wie die Hoffnung auf volle Stadien in dieser Saison...