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Mühsamer Sieg über Hertha: Favre verteilt Sonderlob an Can

Emre Can, Roman Buerki
Hummels-Vertreter Emre Can (Mitte) erhielt am Samstagabend ein extra Lob von BVB-Coach Favre | Lars Baron/Getty Images

Im zähen Topspiel gegen Hertha BSC hatte der BVB nach 90 Minuten die Nase vorn. Dank des Siegtores von Emre Can festigte Schwarz-Gelb den zweiten Tabellenplatz und nimmt Kurs auf die Champions League, einfach war die Aufgabe gegen die Alte Dame allerdings nicht. Nach dem Spiel kassierte Can ein Sonderlob von Lucien Favre, der gleichzeitig Julian Brandt in Schutz nahm.

Die leere Atmosphäre im Signal Iduna Park passte zum Spiel zwischen Dortmund und der Hertha. Der BVB war auf dem Weg nach vorne bemüht, benötigte jedoch viel Zeit und Geduld, um das Berliner Abwehrbollwerk zu knacken. Nach einem feinen Spielzug über Jadon Sancho und Julian Brandt konnte Emre Can das Leder in der 57. Minute versenken, der deutsche Nationalspieler erzielte mit seinem Flachschuss von der Strafraumkante das Tor des Abends.

Sonderlob für Can

Dabei spielte Can eigentlich in der Innenverteidigung. In der Dreierkette ersetzte er Abwehrchef Mats Hummels, der aufgrund einer Gelbsperre zum Zuschauen verdammt war. Im Verbund mit Manuel Akanji und Lukasz Piszczek ließ die BVB-Defensive praktisch nichts zu - laut Favre vor allem ein Verdienst von Can: "Er hat das sehr gut gemacht. Wir waren solide hinten und wir müssen weiter so machen. Er hat gut gespielt und macht das Tor dazu", sagte der Trainer nach dem Spiel (zitiert via Sky). "Wir haben gut verteidigt, das ist sehr wichtig. Und er war auch wichtig. Du brauchst in einer Mannschaft drei, vier Leader, die sagen, man muss es so oder so machen. Das ist nötig", lobte Favre den 26-Jährigen.

Allen voran bei der Entstehung des Tores geriet Favre ins Schwärmen: "Ein sehr schönes Tor. Die Verlängerung von Julian Brandt war entscheidend. Emre macht das sehr gut, auch der Pass von Jadon. Das haben wir sehr schön gemacht. Wir hatten noch mehr Torchancen, aber das 1:0 genügt. Es war klar verdient."

Auch Siegtorschütze Can freute sich über die drei Punkte, allerdings haderte er auch mit der Mannschaftsleistung, die unter der Abwesenheit der Zuschauer leide: "Es ist zurzeit ein bisschen schwierig. Man muss ehrlich sein: Ein paar Spielern fehlt vielleicht ein bisschen die Spannung ohne die Fans. Heute war es vielleicht so ein Spiel." Nichtsdestotrotz sei die Defensivarbeit gelungen, "Hertha hatte keine richtige Torchance", hielt Can fest. "Dann musst du vorne ein Tor schießen, das hat geklappt. Manchmal musst du so Spiele gewinnen."

Favre über Brandt: "Er kennt die Situation"

Einen etwas komplizierteren Arbeitstag erwischte Julian Brandt. Der Kreativspieler ersetzte Mittelstürmer Erling Haaland und fungierte als falsche Neun, wirklich wohl fühlt er sich in dieser Rolle aber nicht: "Natürlich leide ich. Mir ist es lieb, wenn einem mehr Räume geboten werden", so der 24-Jährige. Favre hat Verständnis, lässt sich von dieser taktischen Ausrichtung aber nicht abbringen: "Er kennt die Situation. Wenn wir so spielen, muss er auf die Seite oder als falscher Stürmer."

Julian Brandt
Phasen wie die aktuelle musste Julian Brandt beim BVB schon mehrfach aushalten. Wann findet der 24-Jährige die richtige Position? | DeFodi Images/Getty Images

Brandt erlebt eine Saison mit Höhen und Tiefen, jedoch wird er sich nie weigern, sich in den Dienst der Mannschaft zu stellen. Das gemeinsame Ziel ist die Qualifikation für die Champions League, der Vorsprung auf Platz fünf beträgt nunmehr sieben Punkte. "Heute haben wir einen Riesenschritt gemacht. Das steht über allem. Das war heute kein Gaumenschmaus", sagte Brandt. Laut Can müsse man sich derweil auf die eigenen Leistungen konzentrieren: "Wir müssen noch versuchen, die nächsten Spiele zu gewinnen. Wir müssen auf uns selber schauen und das Maximale rausholen. Unser Ziel ist, nächstes Jahr in der Champions League zu spielen." Nach der erneut titellosen Saison soll in der nächsten Spielzeit erneut angegriffen werden.