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Mittelstädt vermisst Führungsspieler: Wer wird Herthas neuer Leader?

Nov 22, 2020, 3:09 PM GMT+1
Maximilian Mittelstaedt
Maximilian Mittelstädt vermisst Führungsspieler bei Hertha BSC | Maja Hitij/Getty Images
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Dass sich Hertha BSC in einem Entwicklungsprozess befindet, wurde bei der 2:5-Niederlage gegen Borussia Dortmund noch einmal deutlich. Maximilian Mittelstädt klagte nach dem Spiel über fehlende Führungsspieler, Vladimir Darida widerspricht seinem Mannschaftskollegen jedoch.

Nach der vergangenen Saison trennte sich Hertha BSC von Vedad Ibisevic, Salomon Kalou und Per Ciljan Skjelbred. Die Routiniers wurden im Zuge des Verjüngungsprozesses aussortiert, mit ihnen brach jedoch auch eine erfahrene und führungsstarke Achse weg, die nun fehlt.

Der Kader von Bruno Labbadia ist mit hochinteressanten und talentierten Spielern gespickt, doch diese müssen aktuell lernen, Verantwortung zu übernehmen. In engen Spielen braucht es einen Antreiber, der die Mannschaft motiviert, sie an die Hand nimmt und die Kommunikation aufrechterhält. Genau das fehlt der Mannschaft jedoch, klagte Maximilian Mittelstädt nach dem Spiel bei DAZN (zitiert via kicker): "Wir brauchen einen Leader, in der letzten Saison hatten wir mehrere solcher Spielertypen. Jetzt stecken wir noch ein wenig im Umbruch und sind noch auf der Suche nach einem Spieler, der uns auf dem Platz vorantreibt." Die fehlenden Führungskräfte wolle man "mit individueller Qualität" ausgleichen, erklärte Mittelstädt, der dabei allerdings "den letzten Push" vermisst.

Hertha BSC: Reine Kopfsache?

Vladimir Darida stimmt dem Linksverteidiger in dieser Angelegenheit nicht zu: "Wir haben Spieler, die Verantwortung übernehmen", so der 30-Jährige, der nach Peter Pekarik (34) der zweitälteste Feldspieler der Hertha ist. Die zweite schwache Halbzeit wollte er daher auch nicht an mangelnden Führungskräften festmachen, sondern am schnellen Doppelpack von Erling Haaland: "Wir haben zu schnell das erste Tor gekriegt, dann das zweite, dann war es schwierig."

Labbadia beklagte indes, dass seine Mannschaft die Partie "sehr einfach aus der Hand" gegeben habe (via bundesliga.com). "Natürlich geht es in dem Moment an die Psyche. Dann kommst du raus aus der Halbzeit und bekommst innerhalb von drei Minuten zwei Tore. Das ist ein Genickschlag. Das ist zu einfach gewesen."

Bruno Labbadia
Muss an der Seitenlinie viel mit seinen Spielern interagieren: Bruno Labbadia | DeFodi Images/Getty Images

Wären Führungskräfte wie Ibisevic oder Skjelbred nicht genau in solchen Spielen wichtig, um die Köpfe der Mannschaft oben zu halten? "Du gehst mit einem 1:0 in die Pause und weißt, dass du das verteidigen musst", resümierte Mittelstädt, "und dann kommt Dortmund mit einer ganz anderen Körpersprache heraus und drückt dich nach hinten. Da kann es schon einmal passieren, dass man schnell zwei Gegentore bekommt." Erfahrungen wie diese gehören im Entwicklungsprozess einer Mannschaft dazu und helfen, künftig mit einer anderen Einstellung auf den Rasen zurückzukehren. Dann entwickeln sich auch die Spielertypen, die der Hauptstadtklub aktuell vermisst.

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