Mit Top-Neuzugängen und neuer Kapitänin: FC Bayern heiß auf die anstehende Saison

  • Trainer Alexander Straus erfreut über die Kaderbreite und -qualität
  • Neue Kapitänin soll vor Bundesliga-Auftakt bekannt gegeben werden
  • Neuzugänge Pernille Harder und Magdalena Eriksson mit Vorfreude auf das Projekt FCB
Da geht's lang - Alexander Straus will den FC Bayern München auch in dieser Saison Richtung Meistertitel führen
Da geht's lang - Alexander Straus will den FC Bayern München auch in dieser Saison Richtung Meistertitel führen / Gualter Fatia/GettyImages
facebooktwitterreddit

Die Frauen-Bundesliga steht kurz vor dem Start in die neue Saison. Auch in diesem Jahr werden die Fans einige neue Gesichter vorfinden können, besonders aktiv auf dem Transfermarkt war der FC Bayern München. Mit unter anderem dem Duo aus Bundesliga-Rückkehrerin Pernille Harder und Magalena Eriksson von Chelsea wollen die Bayern die Mission Titelverteidigung angehen und auch in der Champions League nach dem letztjährigen Viertelfinal-Aus gegen Arsenal wieder vorne angreifen.

Glückliche Gesichter voller Tatendrang - bei einem Pressegespräch am Montagnachmittag standen Vize-Weltmeisterin Georgia Stanway, Neuzugänge Pernille Harder und Magdalena Eriksson sowie Cheftrainer Alexander Straus Rede und Antwort bezüglich der Pläne des FC Bayern München für den anstehenden Saisonstart der Frauen-Bundesliga.

Harder und Eriksson überzeugt von FCB-Projekt

"Wir wollen uns als bestes Team in Deutschland und Europa etablieren", verkündete die schwedische Nationalspielerin Magdalena Eriksson vor der Presse. Das aktuelle Projekt des Münchner Vereins gepaart mit einem gut bestückten Kader sei einer der ausschlaggebenden Argumente gewesen, warum es die Verteidigerin und ihre Partnerin Pernille Harder in die bayerische Hauptstadt verschlagen hat. Man wolle diese Reise gemeinsam antreten und einen eigenen Beitrag dazu leisten. Die beiden Starspielerinnen hatten sich zum Sommerbeginn etwas überraschend für einen Wechsel von Chelsea in die Frauen-Bundesliga entschieden.

Während Harder in der Vergangenheit bereits Erfahrungen mit dem VfL Wolfsburg gemacht hat, ist es das erste Mal für die schwedische Nationalspielerin Eriksson in Deutschlands höchster Spielklasse. "[Der deutsche Fußball] hat sich deutlich weiterentwickelt. Das Interesse an der Bundesliga hat zugenommen, seitdem ich nach England gewechselt bin", bilanzierte Harder. "Deswegen bin ich sehr gespannt, wieder hier spielen zu können."

Die Kapitänin der dänischen Nationalmannschaft hat vor Saisonbeginn bereits eine erste Duftmarke hinterlassen. In zwei Testspielen und in der zweiten Runde des DFB-Pokals konnte sie in jeder Partie einen Treffer beisteuern. Die 30-jährige Offensiv-Akteuerin konnte sich dadurch sicherlich noch mehr Selbstvertrauen für den Ligastart holen, betonte aber auch, dass es nicht nur darum gehe, Tore zu schießen, "sondern sich daran anzupassen, wie wir spielen, an den Verein und meine Mitspielerinnen".

Das Ziel: mit einem breiteren Kader die Spitze attackieren

Eine Verstärkung in Qualität aber vor allem auch Quantität hatte im Sommer-Transferfenster eine hohe Priorität beim FCB, nachdem es in der vergangenen Saison durch Verletzungen immer wieder zu Engpässen gekommen war. Mit zehn Neuzugängen und der Rückkehr der zuvor Langzeit-Verletzten Giulia Gwinn und Linda Dallmann soll in dieser Saison noch mehr möglich sein. Trainer Alexander Straus zeigte sich sichtbar zufrieden über die tiefere Kaderbreite. Dies erlaube es ihm, deutlich "mehr zu rotieren als im Vorjahr".

FBL-GER-BUNDESLIGA-BAYERN MUNICH
Auch in dieser Saison soll die Reise der Bayern-Frauen auf dem Münchner Rathausbalkon enden / CHRISTOF STACHE/GettyImages

Durch die bessere Kadertiefe wolle man nun wettbewerbsfähriger werden. "Jetzt haben wir fast jede Position doppelt besetzt", so Straus. "Auf diese Weise bleibt die Qualität hoch, auch wenn mal eine Spielerin ausfallen sollte." Gerade mit der Einführung der Nations League, die Ende nächster Woche beginnen wird, sollen die Nationalspielerinnen durch mehr Rotation entlastet werden.

Zu den großen Erfolgsgaranten bei den Münchnerinnen zählt Georgia Stanway. Die englische Nationalspielerin kehrte mit einer Silbermedaille aus Down Under zurück, ist amtierende Europameisterin und wurde zudem als beste Bayern-Spielerin der vergangenen Saison ausgezeichnet. Aus gutem Grund - die 24-jährige Mittelfeld-Regisseurin hat sich in ihrer ersten Saison in München überzeugend weiterentwickelt. "Georgia bekommt mittlerweile die Anerkennung, die sie schon lange verdient hat. Sie ist in diesem Jahr sehr gereift und zu einer Führungsspielerin in unserer Mannschaft geworden", gab es das Lob von Straus.

Persönlich habe sich Stanway zu Beginn noch häufig aus ihrer Komfortzone begeben müssen. Trotzdem sei der Übergang von England nach Deutschland, von Manchester City zum FC Bayern München, "vollkommen reibungslos" verlaufen. "Ich habe das Gefühl, dass ich hier gewachsen bin und mehr Verantwortung übernehme." Vor allem der Zusammenhalt in der Mannschaft habe dabei eine tragende Rolle gespielt: "Wir sind nicht nur ein Team, sondern eine Familie auf und neben dem Platz."

Georgia Stanway
Sie ist aus dem Kader des FC Bayern nicht mehr wegzudenken - Mittelfeld-Regisseurin Georgia Stanway / Jasmin Walter/GettyImages

Die Richtung, in die es für den FCB gehen soll, ist für die 24-Jährige ganz klar: "Das ultimative Ziel ist es, so viele Trophäen wie möglich zu holen. Aber wir wissen, dass es sich um einen Prozess handelt. Es wird nicht einfach werden."

Der Matchplan

Neben den personellen Änderungen will man sich auch taktisch weiterentwickeln. "Zu unserer Identität gehört, dass wir das Spiel immer kontrollieren wollen", so Straus. "Wir wollen uns besonders im letzten Gegnerdrittel verbessern und dort effizienter werden. Wir spielen eine Vielzahl an Chancen heraus, können diese aber noch besser verwerten."

Dafür will sich der Bayern-Trainer teilweise auf das Erfolgsrezept der vergangenen Saison verlassen. Man müsse ein Spiel nach dem anderen ins Visier nehmen und dabei nicht zu weit in die Zukunft blicken. "Ich konzentriere mich nicht darauf, wo der Weg uns hinführen wird, sondern auf welche Weise dieser Weg bestritten wird", erklärte Straus.

Ein Puzzleteil, das zu besseren Ergebnissen führen soll, stellt die Abwehrkette dar. Durch Newcomer wie Eriksson, Katharina Naschenweng und Inès Belloumou sowie Rückkehrerin Gwinn bieten sich viele neue Optionen auf taktischer Ebene an. Einen Wechsel zwischen Vierer- und Dreierkette schließt der Trainer nicht aus. Man wolle vor allem flexibler sein, "um nicht mehr so vorhersehbar zu agieren". Eriksson soll dabei vor allem in der Innenverteidigung zum Einsatz kommen, auch wenn sie zusätzlich Qualitäten als Außenverteidigerin mitbringt.

Magull gibt Kapitänsbinde ab

FC Bayern München v FC Rosengard: Group D - UEFA Women's Champions League
Lina Magull hat sich entschieden, die Kapitänsbinde in dieser Saison weiterzugeben / Jasmin Walter/GettyImages

Wer in dieser Saison die Bayern als Kapitänin auf das Feld führen wird, ist noch unklar. Nach Angabe von Straus habe Lina Magull entschieden, die Armbinde in diesem Jahr nicht weiter tragen zu wollen. Die deutsche Nationalspielerin wolle sich "in diesem Jahr mehr auf sich selbst fokussieren".

In den Vorbereitungsspielen und im Pokal waren bereits einige Kandidatinnen auf die Nachfolge mit der Kapitänsbinde zum Einsatz gekommen. Die finale Entscheidung soll noch vor dem Bundesliga-Auftakt gegen den SC Freiburg bekannt gegeben werden. Zu den möglichen Kandidatinnen könnten Abwehrchefin Glódís Perla Viggósdóttir, Sarah Zadrazil oder auch Georgia Stanway zählen.


Am Freitag wird der FC Bayern München auswärts gegen den SC Freiburg das Auftaktspiel der Frauen-Bundesliga-Saison 2023/24 bestreiten. Anstoß ist um 18:15 Uhr im Dreisamstadion.


Die neusten Nachrichten zum Frauenfußball lesen:

feed