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Meppen-Ultras protestierten mit Trillerpfeifen - Kommentar und Netzreaktionen

Marc Knieper
Fan-Protest in der 3. Liga gegen Montagsspiele
Fan-Protest in der 3. Liga gegen Montagsspiele
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Der Protest geht weiter: Nach den Fans des VfL Osnabrück setzten auch die Meppener Ultras abermals ein klares Zeichen gegen Montagsspiele. Ein Trillerpfeifen-Konzert sorgte für enormes (mediales) Aufsehen und eine zwischenzeitliche Spielunterbrechung.


Puh, ganz schön komische Stimmung beim SV Meppen. 7.736 Zuschauer verfolgten den 4:0-Heimerfolg über Viktoria Köln. Damit katapultierten sich die Emsländer auf den dritten Tabellenplatz der dritten Liga. Eigentlich alles super, wäre da nicht diese blöde Spielansetzung.

Denn wegen des Montagabendspiels blieb es in der Hänsch-Arena trotz solider Zuschauerzahl erschreckend still. Niemand wünscht sich eine Fußballpartie zu Beginn der Woche. Nichtsdestotrotz sind Montagsspiele in Liga drei bis zum Sommer 2023 vertraglich geregelt. Für viele Fans bleibt da nur der (Stimmungs-)Protest.

"Die Stimmung war heute ein bisschen komisch. Die Fans haben ihren Standpunkt. Das muss man auch ein Stück weit akzeptieren. "

Steffen Puttkammer via NOZ

90 Minuten keine Fahnen, keine Trommel und kein Capo, der die Seinen und das gesamte Stadion zum Beben bringt. Stattdessen unbehagliche Stille und vergebliche Versuche verschiedenster Fans, doch noch etwas Stimmung in die Bude zu zaubern. Zuletzt hatten auch die Ultras des VfL Osnabrück satte 90 Minuten geschwiegen.

Domaschke kritisiert Protest: "Die sollen sich etwas Anderes einfallen lassen"

Beim SV Meppen ging man noch einen Schritt weiter: Mit Trillerpfeifen sorgten die Fans für einen späteren Anpfiff der Partie und eine zwischenzeitliche Unterbrechung nach nur zehn gespielten Minuten. Der Lärm habe nicht nur den Schiedsrichter, sondern auch die Spieler "im Spielfluss gestört", so Torwart Erik Domaschke via NOZ.

"Die Jungs sind so kreativ, die sollen sich etwas Anderes einfallen lassen, wie sie das boykottieren", meinte Meppens Keeper weiter. Auch bei den Fans in den sozialen Medien stieß die Pfeif-Aktion, die nach der Unterbrechung zum Stillstand kam, auf eine Vielzahl an Kritik.

Kommentar: SVM-Ultras erreichen mediale Aufmerksamkeit

Dabei haben die Ultras mit ihrer Aktion genau das erreicht, was ein bloßer Stimmungsboykott nur bedingt erreichen kann: eine enorme mediale Aufmerksamkeit. Bei vielen Medien stand nicht etwa das Sportliche, sondern die durch den Protest herbeigerufene Spielunterbrechung im Mittelpunkt. So titelte der kicker etwa: "Nach Trillerpfeifen-Unterbrechung: Tankulic führt Meppen zum Sieg". Die in Köln ansässige Boulevardzeitung Express beschrieb "erst das Pfeifkonzert, dann die Pleite".

90min meint: Der Prost fand Gehör, durch die Aktion wurde niemand verletzt. Die Spielunterbrechung war das Ziel, danach verschwanden die Trillerpfeifen in den Taschen der Fans. Alles in allem eine gute Aktion, die abermals auf die irrwitzige Entwicklung der Anstoßzeiten und die einhergehende ekelige Kommerzialisierung des Fußballs aufmerksam macht.

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