Leupolz mit deutlichen Worten: Equal Pay für Frauenfußball "nicht passend"

Yannik Möller
Melanie Leupolz spricht sich gegen Equal Pay aus
Melanie Leupolz spricht sich gegen Equal Pay aus / Marco Canoniero/GettyImages
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Zwischen dem Männer- und dem Frauenfußball gibt es immer wieder eine große Debatte: es geht um Equal Pay, also eine gleiche Bezahlung in beiden Fußballbereichen. Melanie Leupolz vom FC Chelsea hingegen spricht sich gegen dieses Anliegen aus. Sie findet es "nicht passend". Deutliche und zum Glück sachliche Worte.


Die Debatte um Equal Pay zwischen dem Männer- und dem Frauenfußball wird immer wieder und oftmals emotional aufgeladen geführt. Eine bekannte Verfechterin dieses Konzepts ist die US-amerikanische Nationalspielerin Megan Rapinoe. Lautstark setzt sich die 36-Jährige für die vermeintliche Lohngleichheit ein.

Auch in Deutschland wird dieser Punkt immer wieder diskutiert. Ganz aktuell hat sich auch Melanie Leupolz zu diesem Thema geäußert. 73 Spiele hat sie für die Frauen-Nationalelf absolviert, seit letztem Jahr spielt sie in England für den FC Chelsea.

Leupolz mit Kritik an "Equal Pay"-Forderungen: "Mit welcher Rechtfertigung Millionen verdienen?"

Im Interview mit Spox fand sie nicht nur sehr vernünftige und faktisch korrekte, sondern auch sachliche Worte zu diesem Thema. "Ich finde Equal Pay nicht passend, weil man sehen muss, was die Männer an Geld einbringen und was die Frauen einbringen. [...] Equal Pay ist daher nicht passend, denn mit welcher Rechtfertigung sollte ich jetzt auch Millionen verdienen? Und am Wochenende spiele ich vor 3000 Zuschauern."

MELANIE LEUPOLZ
Seit Sommer 2020 im Dienste der Blues / Visionhaus/GettyImages

Doch damit nicht genug. Statt diese Diskussion mit diesen sehr passenden Worten abzuhaken, verweist sie auf die notwendigen Verbesserungen im Frauenfußball: "Bei uns ist es aktuell so, dass Vereine Minus machen für Frauenmannschaften. Man muss jetzt investieren, damit sich der Frauenfußball in ein paar Jahren selbst tragen kann und Gewinne einbringt."

"Ich würde mir eher wünschen, dass wir auf guten Trainingsplätzen trainieren, in schönen Stadien spielen und dass die Rahmenbedingungen die gleichen sind", setzte sie ihre Prioritäten. Derartige Vorhaben seien zugleich "mit geringeren finanziellen Verpflichtungen" verbunden. Es gehe daher nicht um das Spielerinnen-Gehalt, "sondern um die Bedingungen rund um den Frauenfußball".

Damit zeigt Leupolz wie falsch auch hierzulande über dieses Thema gesprochen wird. Es ist eine falsche Prioritätensetzung, die den wirklich wichtigen Fortschritt im Frauenfußball verhindert. Und da wird sie kein Einzelfall sein: den allermeisten Spielerinnen wird es nicht um eine tatsächlich faktisch völlig unbegründete Gehaltsangleichung gehen, sondern um bessere Rahmenbedingungen.

"Es scheitert oftmals schon daran, dass Frauen einen guten Trainingsplatz haben", führte die 27-Jährige weiter aus. Ein eigenständiges Aufleben des Frauenfußballs ist das, was sie als Ziel vor Augen hat und dass sie für möglich hält, würde es mehr "professionelle Rahmenbedingungen" geben. Dann folgt ein höheres Gehalt auch von selbst. Zurzeit gebe es sogar noch viele Bundesliga-Spielerinnen, die tagsüber noch arbeiten gehen müssen.

So bleibt weiterhin zu hoffen, dass solch deutliche Worte früher oder später auch belohnt werden. Scheindebatten wie die des Equal Pay mögen einen noblen Hintergrundgedanken haben - schlussendlich ist es aber eine falsche und sicherlich nicht zielführende Debatte, wenn es um das Aufleben des Frauenfußballs geht. Melanie Leupolz zeigt dafür einen klaren Weg auf.

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