VfL Wolfsburg

Maximilian Arnold hakt die EM ab - fehlt dem VfL Wolfsburg die "Anerkennung"?

Christian Gaul
Maximilian Arnold hadert mit der Strahlkraft seines Vereins
Maximilian Arnold hadert mit der Strahlkraft seines Vereins / Boris Streubel/Getty Images
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Für die aktuellen Länderspiele der DFB-Auswahl wurde Maximilian Arnold erneut nicht nominiert, dabei spielt der 26-Jährige wiederholt eine starke Saison mit dem VfL Wolfsburg. Für den defensiven Mittelfeldspieler scheint sein Klub nicht genügend im Fokus zu liegen, auch wenn es um das Verschmähen eines Teamkollegen geht.


Maximilian Arnold durchlief von der U16 bis zur U20 alle Jugendauswahlen Deutschlands, für die U21 des DFB lief er sogar in satten 23 Partien auf. Das Trikot der A-Nationalmannschaft durfte er hingegen nur einmal auf den Rasen tragen, als er im Mai 2014 beim 0:0 im Freundschaftsspiel gegen Polen in Hamburg für rund eine Viertelstunde mitmischen durfte.

Auch damals lief er schon für den VfL Wolfsburg auf, nun allerdings soll die fehlende Strahlkraft der Niedersachsen ein Kriterium für fehlenden Länderspiele Arnolds sein.

"Es fühlt sich nicht richtig an" - Arnold wünscht sich mehr Aufmerksamkeit

"Ich habe ein paar Tage gebraucht, um meine Nicht-Nominierung zu verarbeiten. Ich war enttäuscht. Aber der Groll ist weg", sagte Arnold kürzlich gegenüber der SportBild, wie er zu seiner erneuten Nicht-Berücksichtigung für das DFB-Team steht. So ganz scheint der Ärger jedoch nicht verraucht, denn Arnold hakte nach: "Wenn ich mitgefahren wäre, hätte es keinem wehgetan. Ich kann es nicht verstehen."

Dass die Länderspiele gegen Island, Rumänien und Nordmazedonien ohne Arnolds Beteiligung stattfanden und -finden, sieht der 26-Jährige auch als klares Signal in Bezug auf eine Teilnahme an der kommenden Europameisterschaft, auf die er sich "keine Hoffnungen mehr" machen will.

Statt auf die auf seiner Position überragende Konkurrenz mit Joshua Kimmich, Toni Kroos, Ilkay Gündogan oder Leon Goretzka zu verweisen, erkennt Arnold das Problem eher in der öffentlichen Wahrnehmung seines Arbeitgebers.

Maximilian Arnold
Maximilian Arnold war lange ein Eckpfeiler der deutschen U21-Auswahl / Boris Streubel/Getty Images

"Es fühlt sich nicht richtig an, wenn man beispielsweise wie zuletzt liest: 'Schalke verliert schon wieder' oder 'Bremen kann nicht nachlegen'. Es kommt mir manchmal so vor, dass es keinen interessiert, dass wir der Gegner sind und gut gespielt haben. Für unseren Tabellenplatz hätten wir oft mehr Anerkennung verdient", beschwerte sich Arnold über mangelnde Wertschätzung des VfL Wolfsburg in den Medien.

Doch sind auch die Verantwortlichen beim DFB auf dem Wolfsburger Auge ein wenig kurzsichtig, wenn es um die Nominierung der Nationalspieler geht? "Das weiß ich nicht. Vielleicht ist Wolfsburg kein guter Verein, um sich für die Nationalmannschaft zu empfehlen – dabei dürfte das überhaupt kein Grund sein", will Arnold wissen lassen.

Denn nicht nur er sei in den letzten Jahren übergangen worden, auch seinen Teamkollegen Wout Weghorst betreffe diese Thematik. "Ich möchte keinem zu nahe treten, aber das versteht wirklich niemand. Vielleicht schauen sie in Holland kein deutsches Fernsehen. Wout hat 17 Tore und einen unfassbaren Willen", sprang Arnold für den Holländer in die Bresche.

Sicherlich kann man nicht abstreiten, dass der VfL Wolfsburg - im architektonischen Niemandsland Niedersachsens beheimatet, nur rund 20.000 Mitglieder zählend und mit einem Konzern im Rücken - im Vergleich zu sogenannten Traditionsvereinen wie Bremen oder Schalke medial eher stiefmütterlich behandelt wird.

Doch während die Konkurrenz für Arnold im DFB-Team wohl eher den Ausschlag für dessen Nicht-Beachtung gibt, könnten es bei Wout Weghorst auch andere Attribute wie Position und zwischenmenschliche Extravaganzen sein - wobei letzteres sicherlich auch auf Arnold zutrifft.

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