Max Eberl wehrt sich gegen Vorwürfe: "Mehr kranke Gedanken kann man nicht haben"

Simon Zimmermann
Max Eberl hat sich zu den Vorwürfen der Gladbach-Fans geäußert
Max Eberl hat sich zu den Vorwürfen der Gladbach-Fans geäußert / Christof Koepsel/GettyImages
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Voller Tatendrang und neuer Energie will Max Eberl die Aufgabe bei RB Leipzig angehen. Der ehemalige Gladbach-Sportchef hat nun aber auch über die harten Vorwürfe nach seinem Rücktritt bei den Fohlen gesprochen - und sich vehement dagegen gewehrt.


Max Eberl ist zurück auf der großen Fußballbühne. Nach seiner gesundheitsbedingten Auszeit hat der 49-Jährige die sportliche Führung bei RB Leipzig übernommen.

Vor allem bei vielen Gladbach-Fans ist Eberls Engagement für RBL ein großes Dorn im Auge. Nach seinem Rücktritt bei den Fohlen und der Verkündung, dass er nach Leipzig wechseln werde, warf das 'Fanprojekt Gladbach' Eberl sogar Heuchelei und Lüge vor. Er habe seine mentalen Probleme nur vorgetäuscht, um den Weg nach Leipzig zu ebnen, hieß es in einem offenen Brief.

Eberl über die "schlimmste Verletzung" seines Lebens

In einem Interview mit der Sportbild hat sich Eberl nun zu den Vorwürfen geäußert - und zeigte sich schwer enttäuscht. Außerdem sprach er über die Gründe für seinen Wechsel zu RBL und warum er die Dauer-Kritik an seinem neuen Klub nicht nachvollziehen könne.

"Es war mir bewusst, dass es in Gladbach und vielleicht darüber hinaus nicht jeder verstehen würde. Das Entscheidende ist aber: Ich verstehe es sehr gut. Es ist meine Entscheidung und mein Leben", machte Eberl deutlich.

Vorwürfe, er habe seine mentalen Probleme nur vorgetäuscht, wies er vehement zurück: "Ich habe in Gladbach den größten Vertrag meines Lebens zurückgegeben, weil mir Kohle scheißegal war. Die Menschen, die meine Krankheit dann negieren und so etwas behaupten, schlagen Menschen mit Erkrankung ins Gesicht", meinte der 49-Jährige.

Eberl machte auch klar, dass ihn die Vorwürfe hart getroffen haben: "Das war die schlimmste Verletzung, die mir jemals in meinem Leben zuteilwurde. Dass dir Menschen eine Lüge, Schauspiel und Theater unterstellen und mich gleichzeitig in das Licht stellen, dass ich kranke Menschen benutzen würde, um einen Vereinswechsel zu forcieren - mehr kranke Gedanken kann man nicht haben. Genau das ist in unserer Gesellschaft auch das Problem, warum sich so viele Menschen nicht outen - weil ihnen nicht geglaubt wird."

Eberls "zweites Leben" und die Gründe für den Leipzig-Wechsel

Trotz allem habe er sich im vergangenen Jahr gut erholt. Er fühle sich "voller Energie" und habe gemerkt, dass er "ein Kind der Bundesliga" sei. "Für mich beginnt jetzt mein zweites Leben!", so Eberl.

Und das wird geprägt sein von seiner Arbeit für RB Leipzig. Er habe gespürt, dass er vom Klub profitieren könne. Er wolle neuen Input - "wo in Deutschland hat man diese Chance so sehr wie bei RB?", fragte Eberl rhetorisch.

Die ständige Kritik am RB-Konstrukt könne er nicht nachvollziehen. In den meisten Fan-Lagern ist RB immer noch ein rotes Tuch, einige Klubs weigern sich bis heute Testspiele gegen RBL zu bestreiten.

"Wir alle heften uns Worte an wie Toleranz, Respekt, Akzeptanz. Da gehört für mich auch dazu, dass man irgendwann akzeptiert, dass RB Leipzig ein Verein ist, der dem deutschen Fußball sehr guttut, der in der Region Riesen-Emotionen ausgelöst hat und sehr gute Arbeit macht", befand Eberl.

Kritik gab es auch an seiner Äußerung zu seinen drei Traumvereinen. Eberl nannte dabei den FC Bayern, Arsenal und RB Leipzig - von Borussia Möchengladbach war keine Rede. Für den 49-Jährigen ist aber auch diese Kritik an seinen Worten nicht zulässig. Vielmehr sei er aus dem Zusammenhang gerissen worden. Bei der Frage sei es um drei Vereine gegangen, bei denen er zukünftig gerne arbeiten würde - nach seiner Zeit in Gladbach.

Dass ihm vieles so ausgelegt werde, "dass ich undankbar sei, nicht mehr aufrichtig und für nichts mehr stehe", hätte ihn "früher sehr getroffen. Heute perlt das ein Stück weit wie an Teflon bei mir ab", beteuerte Eberl. Gerade zu Beginn des Bundesliga-Restarts dürfte er diese neue Eigenschaft noch einige Male gut gebrauchen...


Waghalsige Bundesliga-Prognosen für die Rückserie:


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