Bayern München

Magath wütet bei Lanz: "FC Bayern eine Abart des Fußballs"

Dominik Hager
Felix Magath hat bei Lanz ordentlich gegen den modernen Fußball und den FC Bayern ausgeteilt
Felix Magath hat bei Lanz ordentlich gegen den modernen Fußball und den FC Bayern ausgeteilt / Josef Bollwein/GettyImages
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Der FC Bayern ist auf dem besten Wege dazu, die zehnte Meisterschaft in Serie zu feiern. Außer den Münchnern selbst freut sich der Rest der Liga natürlich nicht sonderlich darüber. Nicht wenige beklagen die anhaltende Dominanz der Roten, gehen dabei aber meist nicht so weit wie Trainer-Legende Felix Magath bei Markus Lanz.


Eigentlich sollte man meinen, dass die gnadenlose 0:5-Pokalblamage der Bayern so einige Gemüter beruhigt hat. Schließlich haben sich viele gewünscht, dass sich die vor Dominanz und Selbstvertrauen strotzenden Münchnern auch mal menschlich zeigen. Zwar zeigten sich die Bayern an diesem Abend eher unmenschlich schlecht, jedoch wird das viele neutrale Betrachter umso mehr gefreut haben.

Magath schießt gegen die Bayern: "Eine Abart des Fußballs"

Allerdings brachte das Felix Magath nicht davon ab, ordentlich gegen den Branchen-Primus der Bundesliga auszuteilen. Zum Thema Geld und Moral im Profi-Fußball wetterte der frühere Trainer nur so los.

"Das ist doch das, was sich im Fußball entwickelt hat. Es geht nur noch ums Geld. Und Sie gucken doch alle nur noch nach Bayern München", legte Magath los und redete sich weiter in Rage. "Bayern München ist nicht Fußball. Es ist eine Abart von Fußball, Bayern München,“ schimpfte der 68-Jährige.

Während Lanz und andere Gäste begannen, über die Aussage zu lachen, blieb die Miene von Magath eisig und streng.

"Das steht morgen in der Zeitung. Bayern München ist die Abart des Fußballs. Was heißt das denn?“, hakte Lanz nach der fragwürdigen Äußerung nach.

"Die kaufen sich die Besten zusammen. Da ist nix entwickelt. Da ist nichts zusammengefügt. Die holen sich Spieler von irgendwo. Weil sie mehr Geld haben als alle anderen hier in der Liga, sind sie unangefochten, seit, was weiß ich, 20 Jahren, so weit oben, dass keiner mehr drankommt", wütete er.

Wohingegen Lanz widerlegte und die gute Aufbauarbeit der Bayern hervorhob, schmunzelte Magath nur und hatte den Rest der Runde mit seinen populistischen Aussagen längst für sich gewonnen.

Zwischen Genie und Wahnsinn: Kaderplaner Magath hat sich mit so manchen Transfers in Erinnerung gehalten

Die Bayern dürften über die Aussagen des Ex-Coaches aber nur müde schmunzeln. Dieser hatte in seiner Zeit in der Bundesliga ohnehin eine ganz eigenwillige Transferstrategie. Diese bestand grundsätzlich daraus, pro Transferphase 15 Spieler zu holen, in der Hoffnung, dass drei oder vier richtig durchstarten.

Dies hat auch durchaus eine Zeit lang geklappt, wenn man an Grafite, Dzeko und die Meisterschaft mit Wolfsburg denkt. Auf der anderen Seite bleibt aber auch seine absurde Kaderplanung beim FC Schalke in Erinnerungen, als Charisteas und Karimi im Spätherbst ihrer Laufbahnen die Kohlen aus dem Feuer holen sollten.

Grundsätzlich ist Magath jedenfalls so ziemlich der letzte, der sich über den modernen und von Geld geprägten Fußball beklagen sollte. Selbst seine teils mittelalterlichen Trainingsmethoden täuschen nicht darüber weg, dass er den auf Geld rauswerfen und Kader zusammenkaufen basierenden Stil selbst mitgeprägt hat.

Felix Magath
So mancher Star dürfte heute noch Alpträume vom "Quälix-Training" haben: Felix Magath und seine Medizinbälle / Clemens Bilan/GettyImages

Die Kommerzialisierung des Fußballs und auch speziell der Bundesliga kann kritisch durchleuchtet werden, jedoch ist dies kein Punkt, in dem sich der FC Bayern klar von anderen abgrenzt. Wenngleich Sponsoren-Deals mit Katar natürlich auf Ablehnung stoßen können, gilt es zu bedenken, dass jeder Klub seine Sponsoren hat und sich seinen Kader mithilfe der Gelder zusammenkauft. Dabei sind wir von englischen Verhältnissen dank der 50+1-Regel noch weit entfernt.

Letztlich war auch der FC Bayern einst nur ein Verein von vielen und hat sich sein Standing erst erarbeiten und einige Krisen durchlaufen müssen. Felix Magath ist eigentlich lange genug dabei, um das Wissen zu müssen. Vielleicht genießt es der frühere Star-Trainer aber auch einfach, mal wieder so richtig im Rampenlicht der Berichterstattung zu stehen.

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