Bayern München

Matthäus kritisiert Hernández scharf: Muss er gegen Dortmund auf die Bank?

Dominik Hager
Lucas Hernández wurde nach seinem Auftritt gegen Bielefeld scharf kritisiert
Lucas Hernández wurde nach seinem Auftritt gegen Bielefeld scharf kritisiert / Sebastian Widmann/GettyImages
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Mit 80 Millionen Euro Ablöse war Lucas Hernández der mit Abstand teuerste Transfer der Münchner Vereinsgeschichte. Eine Tatsache, die noch immer ein wenig lastet und an der der Abwehrspieler auch gemessen wird. Nach dem katastrophalen Beginn hat sich der Franzose zwar gefangen und einige starke Auftritte geliefert, ist jedoch weiterhin nicht über jeden Zweifel erhaben. Ausgerechnet eine Woche gegen den Bundesliga-Kracher gegen Dortmund gab es nun scharfe Kritik von Lothar Matthäus.


Wenngleich beim 1:0-Erfolg gegen Bielefeld immerhin mal wieder die Null stand und die Münchner Defensive kaum gefordert war, hinterließ Lucas Hernández einen ziemlich wackeligen Eindruck. Lothar Matthäus nahm dies zum Anlass, den Innenverteidiger bei Sky90 scharf zu kritisieren.

Dem deutschen Rekord-Nationalspieler zufolge sei Hérnandez "mehr Mitläufer als jemand, dem man vertrauen kann".

Matthäus empfindet Hernández als zu langsam: "Riesen-Probleme"

Damit stellt er auch indirekt klar, dass er den 25-Jährigen nicht in der Rolle eines Abwehrchefs sieht, die vor Saisonbeginn für ihn angedacht war. Zudem attestierte er Hernández "Riesen-Probleme" bei der Geschwindigkeit, die gerade in den Duellen mit Patrick Wimmer aufgefallen seien.

"In zwei, drei Aktionen ist er ihm hinterher gelaufen. Das darf auf hohem Niveau nicht passieren", bemängelte der Sky-Experte.

Demnach ist der 60-Jährige auch nicht im Klaren, ob sich die Monster-Ablöse wirklich rentiert hat. "Ich glaube, er ist noch nicht hundertprozentig angekommen, so wie sich das die Bayern-Verantwortlichen bei diesem großen Finanzpaket, das er gekostet hat, erwartet haben", bilanzierte er.

Süle wieder fit: Verliert Hernández seinen Stammplatz vor dem Dortmund-Match?

Nach dem mäßigen Auftritt gegen Bielefeld muss der Spieler nun auch wieder um seinen Stammplatz zittern. Niklas Süle hat sich von seiner COVID-Erkrankung erholt und steht gegen Borussia Dortmund als Startelf-Option zur Verfügung.

Wieder mit dabei ist allerdings auch ein gewisser Erling Haaland, der bekannt dafür ist, mit seinen langen und schnellen Schritten den Weg in die Tiefe zu suchen. Matthäus erklärte als Sky-Experte schon häufiger, dass er gerade in solchen Duellen enorme Schwächen bei Hernández erkannt hat.

Fehlt es Hernández wirklich an Tempo? Statistik liefert einen entscheidenden Hinweis

Ist der Münchner Abwehrspieler aber wirklich zu langsam? Immerhin erreichte dieser in der laufenden Saison einen Top-Speed-Wert von 33,88 km/h. Damit rangiert er genau zwischen Upamecano (34,21 km/h) und Süle (33,66 m/h). Allgemein betrachtet gehören die Münchner Verteidiger ohnehin zu den schnelleren Abwehrspielern der Bundesliga und werden klubintern nur von Davies, Coman und Sané übertroffen, was zweifelsfrei keine Schande ist.

Das Fass, dass es Hernández an Sprinttempo fehlt, kann man eigentlich getrost schließen. Immerhin hat er seine stärkste Leistung im Bayern-Trikot gegen die Turbo-Offensive von Paris gezeigt.

Die Schwächen des Spielers sind eher in der Konzentration oder Antizipation zu suchen. Letztlich lassen sich über ein gutes Stellungsspiel die meisten Sprints verhindern. Ansonsten wäre ein Mats Hummels nie ein Weltklasse-Innenverteidiger geworden.

Zudem gilt es, rechtzeitig zu erkennen, wann sich ein Spieler mit Tempo in Richtung Tor bewegt. Gelingt dies dem Verteidiger nicht, sieht er zwangsläufig langsam aus, weil er erst Fahrt aufnehmen muss, wohingegen der Angreifer bereits mit Vollspeed unterwegs ist. In diesen Punkten kann und muss sich Hernández noch verbessern.

Süle das passende Match-Up auf Haaland: Zweikampf zwischen Hernández und Upamecano?

Ob er deswegen gegen den BVB auf die Bank sollte, ist schwer zu beurteilen. Niklas Süle zu bringen, wäre jedoch auf jeden Fall sinnvoll. Der deutsche Nationalspieler bringt die nötige Masse gegen Haaland mit und ist ein Meister darin, Zuspiele in die Tiefe zu erkennen und seine Gegenspieler abzulaufen. Abgesehen davon hat sich Süle in dieser Saison von allen Münchner Innenverteidigern die wenigsten Böcke erlaubt und ist auch statistisch gesehen der beste Zweikämpfer im Team.

Die Frage vor dem Klassiker müsste demnach "Hernández oder Upamecano?" lauten. Diese ist gar nicht so leicht zu beantworten. Wenngleich Upamecano mit seiner Körpermasse und Athletik auf dem Papier ein passendes Match-Up auf Haaland ist, offenbarte der Abwehrspieler gerade gegen diese Spielertypen meist die größten Probleme. Bereits beim Aufeinandertreffen mit Haaland beim Pokalfinale 2021 erlebte der damalige Leipziger einen rabenschwarzen Tag.

Zu Saisonbeginn beim Supercup lieferte der junge Franzose hingegen wieder eine ausgezeichnete Leistung gegen Haaland und den BVB ab. Bei Upamcanco ist im Vorfeld nicht so ganz klar, ob er der grandiose Abwehrchef und der absolute Fels in der Brandung sein wird, oder sich wie ein Jugendspieler übertölpeln lässt.

Hernández wäre demnach womöglich sogar die sicherere Lösung als der Sommer-Neuzugang. Schwierig wird die Entscheidung für Nagelsmann jedoch allemal.

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