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Löst Karlsruhes Hofmann das Sturmproblem beim HSV?

Philipp Hofmann, Philipp Klement
Kann der HSV Philipp Hofmann an die Elbe locken? | DeFodi Images/Getty Images

Den ersten Test hat der Hamburger SV unter seinem neuen Trainer Daniel Thioune bereits absolviert. Dank eines Treffers von Abwehrtalent Stephan Ambrosius gewannen die Rothosen am Sonntag gegen den Drittligisten Hansa Rostock mit 1:0. Dabei wurde das "alte" Problem offenbar: fehlende Durchschlagskraft im Angriff.

Dabei haben alle nominellen Angreifer - sowohl die zentralen Stoßstürmer Manuel Wintzheimer und Lukas Hinterseer als auch die mehr über außen kommenden Aaron Opoku und Xavier Amaechi - eine Chance bekommen. Selbst Bobby Wood erhielt mal wieder eine größere Bühne und durfte sich beweisen. Das Urteil ihres Neu-Coaches fiel diplomatisch, zwischen den Zeilen aber nicht weniger klar, aus: Alle hätten sie gearbeitet, so Thioune gegenüber der Morgenpost.

Im Sturm drückt beim HSV weiterhin der Schuh

Klingt fast schon wie ein früheres Schulzeugnis. Stets bemüht! Aber ohne nennenswerten Ertrag, könnte man süffisant anfügen. Und deshalb hat sich an der Ausgangslage seit Saisonende auch nicht viel verändert: Der Hamburger SV sucht weiterhin fieberhaft nach einem Torjäger. In Wintzheimer oder Hinterseer sieht man diesen offensichtlich nicht. Der Traum, Joel Pohjanpalo erneut an die Elbe zu locken, wird sich wohl nicht erfüllen. Einen Kauf kann sich der klamme HSV schlicht und einfach nicht leisten - und ob die Bayer-Verantwortlichen den Finnen ein weiteres Jahr in die 2.Liga verleihen wollen, ist mehr als fraglich.

Viele Namen, nichts konkretes!

Und so geistern mittlerweile im Wochenrhythmus neue Namen von Offensivakteuren durch den hiesigen Blätterwald. Mal ging es um kaum realisierbare Deals wie bei Max Kruse oder Maxim Choupo-Moting, mal um Wundertüten wie Moussa Konaté oder Christian Gytkjaer. Dann wurden naheliegende Namen wie die von Manuel Schäffler oder Simon Terodde in den Ring geworfen. Konkret wurde aus all diesen Gerüchten bisher nichts!

Jetzt macht das Internetportal transfermarkt.de das Fass um KSC-Stürmer Philipp Hofmann auf. Aus meiner bescheidenen Sichtweise heraus erstaunlich spät. Denn über diesen Spieler habe ich mir in den letzten Jahren schon immer wieder mal Gedanken gemacht. Zum ersten Mal sah ich ihn bei irgendeinem Spiel der deutschen U21-Nationalmannschaft. Und der Mann fiel mir nachhaltig auf. Wuchtig, dennoch auch mit spielerischer Note, stark im Kopfballspiel - eigentlich der perfekte Stürmer für meinen HSV. Warum zum Teufel dümpelt so jemand als Kaderleiche beim FC Schalke herum?

Findet der "Wandervogel" vielleicht in Hamburg seine Heimat?

Nun, von den Knappen hat sich Hofmann schon vor längerer Zeit getrennt. Aber irgendwie hat man angesichts seiner Biographie das Gefühl, dass da jemand noch nicht seine "Heimat" gefunden hat. Seit 2014, als er Königsblau endgültig verließ, weilte Hofmann bei nicht weniger als fünf (!) Klubs. Praktisch jedes Jahr ein neuer. Vom 1.FC Kaiserlautern ging es in Englands 2. Liga zum FC Brentford. Von dort zurück nach Deutschland, wo er über die Zwischenstationen Greuther Fürth und Eintracht Braunschweig mittlerweile beim Karlsruher SC angekommen ist. Dort ist er seit vergangenem Jahr aktiv. Zeit also, mal wieder zu wechseln, könnte man spöttisch sagen.

Philipp Hofmann
Hofmann schoss 2019/20 die zweitmeisten Tore der Liga! | DeFodi Images/Getty Images

Und der HSV täte in meinen Augen gut daran, sich intensivst mit seiner Verpflichtung zu beschäftigen. Mit 27 ist Hofmann weder jung noch alt, sondern geradezu im perfekten Fußballeralter. 23 Scorerpunkte in der vergangenen Liga-Saison für den KSC sprechen zudem schon rein statistisch eine eindeutige Sprache. Mehr Treffer als Hofmann (17) hat im vergangenen Jahr nur Schäffler (mit 19 Toren) geschossen. Der ist aber schon 31 und konnte seine Eignung für das Unterhaus erst in der vergangenen Saison nachweisen. Die Gefahr der Eintagsfliege ist durchaus gegeben. Bei einem Blick auf Hofmanns Statistiken zeigt sich indes, dass er in jeder Mannschaft, für die er in der Zweiten Liga gespielt hat, Tore erzielen und auflegen konnte. Der Vertrag des gebürtigen Arnsbergers läuft zudem im kommenden Jahr aus.

Namhafte Interessenten auch aus der Bundesliga

Klar ist jedoch, dass Hofmann auch das Interesse einiger Bundesligisten geweckt hat. So soll neben dem HSV auch Mainz 05, der SC Freiburg und Union Berlin an dem Spieler dran sein. Wobei sich die Berliner Spur nach der Verpflichtung von Max Kruse wohl erledigt haben dürfte. Auch der englische Zweitligist Blackburn Rovers soll sich mit Hofmann beschäftigen.