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Ex-Schalker blüht auf: Wie "Lijnkeeper" Unnerstall in Enschede ganz Fußball-Holland begeistert

Yannik Möller
Lars Unnerstall
Lars Unnerstall / ANP/GettyImages
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In Fußball-Deutschland ist Lars Unnerstall vor allem durch seine Zeit bei Schalke 04 bekannt. Von den Gelsenkirchenern hat er sich aber längst emanzipiert: Zurzeit wird der Torwart nicht nur in Enschede, sondern in der ganzen Niederlande gefeiert.


47 Pflichtspiel-Einsätze hat Lars Unnerstall für Schalke absolviert. Im Herbst der Saison 2011/12 schaffte er den Sprung zu den Profis, wo er plötzlich nicht mehr nur hinter Ralf Fährmann auf der Bank saß, sondern dann auch federführend das Tor hütete.

Und das zog sich auch bis in die darauffolgende Saison, ehe Timo Hildebrand für eine Ablösung sorgte und sich Unnerstall einer Knie-Operation unterziehen musste. Dieser Einschnitt markierte auch das vorzeitige Ende seiner Zeit bei S04. Erst wurde er im Winter 2014 verliehen, bevor er im anschließenden Sommer fest zu Fortuna Düsseldorf wechselte. Drei Jahre später erfolgte der Wechsel in die Niederlande.

Dort spielt er seit nunmehr fünf Jahren. Erst für Venlo (66 Einsätze), zwischendurch für Eindhoven (22) und seit dem vergangenen Sommer für Twente Enschede. Ein Verein, der übrigens eine Fan-Freundschaft mit den Anhängern von Schalke pflegt. So schließt sich, zumindest im groben Sinne, ein Kreis.

Unnerstall begeistert in der Eredivisie - Forderungen zur Elftal-Nominierung

Weder für Enschede, noch für den heute 31-Jährigen selbst, hätte dieser Transfer zu einem besseren Zeitpunkt kommen können. Kurzum: Der Klub profitiert derzeit von einer großen Formstärke des Keepers, der nicht nur das Vereinsumfeld begeistert, sondern nahezu die ganze Fußball-Niederlande.

Ein Wechsel, der im Grunde nur zustande kam, weil Roger Schmidt in Eindhoven lieber auf andere Keeper setzte - unter anderem auf den von RB Leipzig aus verliehenen Yvon Mvogo. Später holte Schmidt noch Joel Drommel von Twente. Für Unnerstall ging es in die andere Richtung.

Das deutschsprachige Portal Oranjefussball, das über den Fußball in der Niederlande informiert, gab zu seiner bisherigen Saison eine Einschätzung für 90min ab: "Unnerstall spielt bis auf ein-zwei Schwächen in der Vorbereitung eine konstant starke Saison und hat sich nur ganz wenige Fehler erlaubt."

Weiter: "In mehreren Spielen, wie zuletzt beim 1:0 gegen PEC Zwolle, rettete er für sein Team das Ergebnis mit herausragenden Paraden - vor allem auf der Linie."

Und das ist auch der große Pluspunkt für den Torhüter, wenn über seine Stärken gesprochen wird: Allen voran sein Verhalten auf der Linie sorgt immer wieder für Frust bei den gegnerischen Angreifern. Nach Ajax und Feyenoord hat Enschede bisher auch die drittwenigsten Gegentore hinnehmen müssen.

Die Twente-Fans sind "voll überzeugt von ihm". Sogar für die niederländische Nationalelf, über die das Portal ebenfalls berichtet, gab es schon spektakuläre Gedankenspiele: "Angesichts der Verletzungsprobleme bei der Elftal wurde er zuletzt auch als neuer niederländischer Nationalkeeper ins Spiel gebracht, u.a. vom Ex-Profi John van de Brom im Rahmen der ESPN-Übertragung des letzten Twente-Spiels."

Ein Vorhaben, das sich aufgrund der Nationalität selbstredend schwer umsetzen ließe. Dennoch zeigt es, welch Standing sich Unnerstall inzwischen in der Eredivisie hat erarbeiten können.

Ihn selbst soll die Bezeichnung "Lijnkeeper" aber etwas nerven. Ein Begriff, der einen Torwart beschreibt, der besonders auf der Linie stark hält. Der Ex-Schalker sieht sich offenbar nicht allzu gerne auf eine einzige Stärke reduziert - angesichts seiner Leistungen wenig verwunderlich.

Dutch Eredivisie"FC Twente v PEC Zwolle"
Unnerstall befindet sich in Höchstform / ANP/GettyImages

Unnerstall-Formkurve bringt weitere S04-Verbindungen mit sich

Tatsächlich hat der aktuelle Lauf Unnerstalls aber noch eine weitere Verbindung zu S04: Eigentlich wollte Johannes Spors, der ehemalige Sportdirektor von Vitesse Arnheim, ihn verpflichten. Twente setzte sich durch, sodass Arnheim einen gewissen Markus Schubert holte. Einen weiteren Keeper, der zuvor auch bei Königsblau tätig war.

Allerdings spielte er "bislang eher glücklos". Inzwischen ist Schubert nur noch Ersatz im Team von Thomas Letsch - der wiederum kurzzeitig als neuer Schalke-Trainer für die neue Saison im Gespräch war.


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