Kramer will Gladbach in die K.o.-Runde führen: "Werden jetzt nicht mehr unterschätzt"

Christoph Kramer gehört aktuell zu Gladbachs Säulen
Christoph Kramer gehört aktuell zu Gladbachs Säulen / DeFodi Images/Getty Images
facebooktwitterreddit

Borussia Mönchengladbach steht vor der großen Chance, zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte in die K.o.-Runde der Champions League einzuziehen. Vor dem Auftakt der "Rückrunde" führt man die Gruppe B an und will am Mittwoch gegen Donezk den nächsten Schritt in Richtung Achtelfinale machen.

Ein wichtiger Faktor der bisherigen Leistungen in der Königsklasse ist Christoph Kramer, der allerdings vor den kommenden Aufgaben warnt.

Kramer stand bislang in jedem Spiel der laufenden Saison für die Borussia auf dem Feld und zumeist organisierte er über die vollen 90 Minuten das Spiel der Fohlen. Der lange Ausfall von Denis Zakaria spülte den Weltmeister von 2014 in die Stammformation und Kramer verdiente sich seine Rolle mit überzeugenden Auftritten.

Sein Trainer Marco Rose gab auf der Presserunde nach dem unnötigen 1:1 in der Liga gegen Augsburg ein lobendes Statement ab. "Chris zeigt in den letzten Monaten besonders in der Champions League, warum er Weltmeister wurde. Wie er die Mannschaft geführt und sich reingehauen hat, war außergewöhnlich", ordnete Rose die Leistungen Kramers ein.

Dass die Borussia trotz der stark besetzten Gruppe weiter vom Achtelfinale der Königsklasse träumen darf, ist auch Kramers Anteil. Jedoch warnt der 29-Jährige, dass man noch sehr hart für diesen Erfolg arbeiten muss.

Kramer warnt und stellt sich wie immer in den Dienst der Mannschaft

Im Interview mit Fohlen-Hautnah sprach Kramer über die Gladbacher Aussichten, tatsächlich in das Achtelfinale einzuziehen.

"In den ersten Spielen wurden wir von allen drei Mannschaften ein bisschen unterschätzt, auch wenn es nur im Unterbewusstsein war. Das wird jetzt nicht mehr passieren. Insofern ist die Ausgangslage eine völlig andere. Trotzdem glaube ich, ist eine Menge möglich. Wir sind sehr offensiv an das Thema Champions League herangegangen. Nach der 'Halbzeit' sind wir Erster. Deswegen ist es natürlich unser Ziel weiterzukommen, auch wenn wir gewarnt und auf der Hut sein müssen. Denn die Gegner, die jetzt kommen, werden ein anderes Gesicht zeigen. Das fängt mit dem Heimspiel gegen Donezk an", will er keine Überheblichkeit aufkommen lassen.

Kramer traf auch selbst in der Ukraine
Kramer traf auch selbst in der Ukraine / DeFodi Images/Getty Images

Dass Kramer sogar selbst ein Tor beim 6:0 in der Ukraine erzielen konnte, verleitete ihn scherzhaft zu der Aussage, dass er am Ende der Saison "Christoph Kramer Torschützenkönig" als Schlagzeile lesen will. Doch wie üblich will der Mittelfeld-Organisator, dass die Mannschaft erfolgreich ist - er selbst sei nur ein Teil des Teams. Im Bezug auf Zakarias nun stattfindende langsame Rückkehr in die Mannschaft, wollte er nichts von einer Konkurrenzsituation wissen.

"Bevor es Konkurrenten sind, sind es in erster Linie meine Mitspieler. Da freue ich mich einfach, dass er in einer Phase, in der er uns als Mannschaft gut tut, zurückkommt. Wir waren knapp besetzt. Jetzt sind László Bénes und Denis Zakaria zurück. Das sind Spieler, die dem Spiel noch mal eine andere Statik geben können und die uns in den ganzen Englischen Wochen guttun. Es gibt auch nicht mehr das richtige Stammspieler-System, wie es das früher klassischerweise gab. Wir haben so viele Spiele. Da mache ich mir keine Sorgen, das ich nicht zu Einsatzzeiten komme. Vor allen Dingen freut es mich aber für Denis. Vor seiner Verletzung war er der Senkrechtstarter. Dann ist es für einen jungen Menschen besonders schlimm, wenn eine Verletzung einen so zurückwirft. Er hat sich dann in einer langen Reha zurück gekämpft. Es freut mich unheimlich für ihn, dass er wieder auf dem Platz stehen kann, weil wir alle wissen, dass es das Schlimmste ist, wenn du als Fußballer nicht spielen kannst. Deswegen freut es mich, wenn so eine lange Leidenszeit bei einem Teamkollegen beendet ist", sprach Kramer gewohnt weitsichtig.

Zakaria und Kramer sind Kollegen, keine Konkurrenten
Zakaria und Kramer sind Kollegen, keine Konkurrenten / TF-Images/Getty Images

Trainer Rose bestätigte Kramers Aussagen, denn er geht davon aus, "dass auch Chris Kramer keine zehn Spiele in 34 Tagen machen wird." Doch es werden wohl insgesamt noch einige Partien für die Borussia hinzukommen, wenn es nach Kramer selbst geht.

"Borussia ist mein Klub. Ich habe bei Borussia mein erstes Bundesligaspiel gemacht und ich hoffe, dort auch mein letztes Spiel machen zu können. Es ist der Klub mit dem ich groß geworden bin, gewachsen bin und mit dem ich viele schöne Erinnerungen geteilt habe. Ohne zu gefühlvoll zu werden habe ich Borussia irgendwie auch lieben gelernt. Natürlich kann ich mir vorstellen, meine Karriere bei Gladbach zu beenden, ganz klar. Ich habe mir aber noch keine großartigen Gedanken über 2023 hinaus gemacht, weil man im Hier und Jetzt leben sollte und ich es auch aktuell viel zu schön finde. Es läuft noch viel Wasser den Rhein runter bis dahin und es kann noch viel passieren", verspricht Kramer eine lange Zusammenarbeit.