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Kohfeldts Sorgenkinder: Wo bleibt Werders Power von der Bank?

Sport-Club Freiburg v SV Werder Bremen - Bundesliga
Von Werders Bankspielern muss deutlich mehr kommen | Pool/Getty Images

Werder Bremen befindet sich im Auftrieb. Nach drei mutmachenden Resultaten sind die Norddeutschen wieder im Rennen um den Klassenerhalt dabei. Die Mannschaft zeigte sich zuletzt deutlich selbstbewusster und leidenschaftlicher. Doch eine wichtige Baustelle ist noch immer nicht behoben.

Man muss sich schon ganz schön anstrengen, um das letzte Jokertor von Werder Bremen heraus zu kramen. Am 18. Mai des vergangenen Jahres erzielte Claudio Pizarro kurz vor Schluss den Siegtreffer gegen RB Leipzig. Seitdem warten die Einwechselspieler der Norddeutschen auf einen Torerfolg. Nicht einmal eine Vorlage können Kohfeldts Optionen von der Bank vorweisen.

Speziell in den vergangenen Krisenwochen wurde die Ineffizienz der Joker deutlich. Die Angreifer zeigten zu wenig Torgefahr. Die defensiven Kräfte konnten die Verteidigung oft nicht stabilisieren, oder fanden überhaupt keine Bindung zum Spiel. Neuen Schwung lassen sie zu häufig vermissen.

Werders Joker: Zu viel des Guten?

In den vergangenen Spiele stehen die vergebenen Chancen von Yuya Osako und Davie Selke exemplarisch für die fehlende Leichtigkeit bei den Bremer Einwechselspielern. Ein Blick auf die Leistungen zeigt, dass es diese Spieler teilweise zu gut meinen. Unter dem Druck, nichts falsch machen zu wollen, leidet immer wieder die Präzision. Dabei wollen sich die Werderaner für einen Stammplatz empfehlen.

Zwar stimmt oft der Einsatz, doch auch hier schlagen die Grün-Weißen über die Stränge. Philipp Bargfrede sah gegen Freiburg in knapp einer Stunde die Gelb-Rote Karte. Ohnehin fällt es Kohfeldt schwer, seine Stars eins zu eins auszuwechseln. Die Joker nehmen zu selten die Rolle der oft ausgepowerten Starter ein und reißen Löcher in das bis dato stimmende Gefüge.

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Fin Bartels auf dem Weg zu einer folgenlosen Einwechslung | BERND THISSEN/Getty Images

So sind die Einwechselspieler keine Hilfe. Dennoch müssen sie zwangsläufig zu ihren Minuten kommen, um das Team speziell im Mammut-Programm des Saisonendspurts zu entlasten. Dass das Feingefühl und die Stabilität in der Breite fehlen, könnte Werder noch einmal zurückwerfen.

Bremen überraschte zuletzt mit neuen Stärken. Diese werden von den gegnerischen Mannschaften wohl bald wieder besser angenommen. Darum ist die Unterstützung von der Bank gerade jetzt umso wichtiger. Ohne sie wird es mit dem Klassenerhalt sehr eng. Das muss auch Kohfeldt seinen Jungs auf den Weg geben.