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Größte Transfer-Minus im Sommer 2022: Barça, Real, PSG & ganz viel Premier League

Dominik Hager
Tchouameni ist bislang der teuerste Transfer des Sommers
Tchouameni ist bislang der teuerste Transfer des Sommers / Quality Sport Images/GettyImages
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Selbst wenn das Transfer-Fenster noch knapp eineinhalb Monate offen ist, sind schon einige teure Deals über die Theke gegangen. Denken wir nur an Spieler wie Lewandowski, Mané, de Ligt, Sterling oder Tochouameni. Wir werfen einen Blick auf die zehn Klubs, die Stand jetzt das größte Minus durch kostspielige Transfers und fehlende teure Verkäufe eingefahren haben.


10. West Ham United: -54,95 Millionen Euro

Zugänge:

Nayef Aguerd: 35 Millionen Euro
Flynn Downes: 10,65 Millionen Euro
Alphonse Areola: 9,3 Millionen Euro

Abgänge:

Andriy Yarmolenko: 0 Euro
Ryan Fredericks: 0 Euro
Mark Noble: 0 Euro (Karriereende)

West Ham United sorgt dafür, dass der FC Bayern trotz des de-Ligt-Transfers knapp die Top 10 verpasst hat. Mit welchen Transfers es West Ham in diese Liste geschafft hat, ist aber schon erstaunlich. Rechnet man die Marktwerte von Aguerd (12 Millionen Euro), Downes (2 Millionen Euro) und Areola (8 Millionen Euro) zusammen, kommt man auf 22 Millionen Euro. West Ham hat jedoch das 2,5-fache davon gezahlt. Aguerdo und Downes sollten jedoch entwicklungsfähig sein. Areola stand schon im Vorjahr als Leihspieler im Kader und wurde nun fest verpflichtet.

Die Abgänge haben zuletzt allesamt keine große Rolle gespielt. Der bekannteste Name ist Andriy Yarmolenko, der fortan in Saudi-Arabien kickt.

9. Manchester United

Zugänge:

Lisandro Martinez: 57,37 Millionen Euro
Tyrell Malacia: 15 Millionen Euro
Christian Eriksen: 0 Euro

Abgänge:

Andreas Pereira: 9,5 Millionen Euro
Paul Pogba: 0 Euro
Nemanja Matic: 0 Euro
Dean Henderson: 0 Euro (Leihe)

Manchester United möchte sein Team für Erik ten Hag natürlich nachbessern. Gelungen ist das bislang noch nicht wirklich. Martinez ist eine interessante, aber auch kostspielige Lösung für die Abwehr, während Malacia eigentlich mehr ein Talent als eine Startelf-Option ist. Eriksen hat nach seinem Herzinfarkt ein tolles Comeback gegeben, ist aber wohl nur Backup für Bruno Fernandes. Frenkie de Jong soll noch kommen, jedoch hakt der Deal noch an der fehlenden Bereitschaft des Spieles.

Der de-Jong-Deal wäre wichtig, um den Pogba-Abgang zu kompensieren. Dieser wird eine Lücke hinterlassen, wenngleich der Franzose nie so ganz sein Können abrufen konnte. Alle anderen Verkäufe fallen nicht ins Gewicht. Möglicherweise verlieren die Red Devills aber noch Cristiano Ronaldo, was dann schon ein größeres Problem wäre.

8. Tottenham Hotspurs

Zugänge:

Richarlison: 58 Millionen Euro
Yves Bissouma: 29,2 Millionen Euro
Djed Spence: 14,7 Millionen Euro
Ivan Perisic: 0 Euro
Fraser Forster: 0 Euro
Clément Lenglet: 0 Euro (Leihe)

Abgänge:

Steven Bergwijn: 31,25 Millionen Euro
Cameron Carter-Vickers: 7 Millionen Euro
Jack Clarke: unbekannt

Die Spurs haben viel angekündigt und konnten mit Richarlison zumindest schon mal einen Top-Transfer tätigen, der die ohnehin schon gute Offensive verstärken wird. Bissouma ist ein Mann für das zentrale Mittelfeld, während Spence ein heiß umworbener Außenverteidiger war, den die Spurs für sich gewinnen konnten. Mit Perisic kommt Erfahrung und Qualität dazu. Für die Abwehr kam zudem noch Lenglet per Leihe aus Barcelona, konnte zuletzt aber nicht überzeugen.

Mit Steven Bergwijn hat ein Außenbahnspieler den Verein verlassen, der als großes Talent galt und gilt, sich in London aber nicht durchsetzen konnte. Die anderen Abgänge fallen noch weniger ins Gewicht.

7. Nottingham Forest

Zugänge:

Taiwo Awoniyi: 20,5 Millionen Euro
Neco Williams: 20 Millionen Euro
Moussa Niakhaté: 10 Millionen Euro
Giulian Biancone: 10 Millionen Euo
Omar Richards: 8,5 Millionen Euro
Brandon Aguilera: 950.000 Euro
Dean Henderson: 0 Euro (Leihe)

Abgänge:

Brice Samba: 5 Millionen Euro
Tobias Figueiredo: 0 Euro

Ein Aufsteiger findet sich in den Top 10 wieder. So etwas gibt es dann wirklich nur in England. Besonders viel Geld hat der Traditionsklub in der Bundesliga gelassen. Für Awoniyi, Niakhaté und Richards wurden etwa 40 Millionen Euro fällig. Doch auch mit Williams und Henderson hat man Top-Klub-erfahrene Spieler geholt, die bei Liverpool und Man United aber nicht viel gespielt haben.

Torhüter Brice Samba wird durch die Henderson-Leihe nicht mehr benötigt und hat den Verein in Richtung Lens verlassen.

6. Newcastle United: -66 Millionen Euro

Zugänge:

Sven Botman: 37 Millionen Euro
Matt Targett: 17,5 Millionen Euro
Nick Pope: 11,5 Millionen Euro

Abgänge:

Freddie Woodman: unbekannt

Der prominenteste Neuzugang des neureichen Klubs ist Sven Botmann. Dieser gilt als großes Innenverteidiger-Talent und kommt aus Lille. Zudem haben die Magpies Linksverteidiger Matt Targett und Torhüter Nick Pope verpflichtet. Mindestens ein Kracher für die Offensive soll aber noch kommen. Als Kandidat gilt der Ex-Dortmunder Isak.

Den Verein hat Torhüter Freddi Woodman verlassen, der bereits in der vergangenen Saison verliehen wurde. Über die Ablöse ist nichts bekannt.

5. Paris Saint-Germain: -68,2 Millionen Euro

Zugänge:

Vitinha: 45 Millionen Euro
Nuno Mendes: 38 Millionen Euro
Hugo Ektike: 0 Euro (Leihe mit Kaufoption)

Abgänge:

Alphonse Areola: 9,3 Millionen Euro
Marcin Bulka: 2 Millionen Euro
Angel Di Maria: 0 Euro
Xavi Simons: 0 Euro
Colin Dagba: 0 Euro (Leihe)

Der teuerste Transfer von Paris Saint-Germain war - wenn man das Handgeld berücksichtigt - eigentlich Kylian Mbappé, der aber natürlich nicht aufgelistet ist. Ansonsten hat PSG mit Vitinha einen talentierten zentralen Mittelfeldspieler aus Porto verpflichtet. Nuno Mendes wurde nach seiner Leihe fest verpflichtet und kostet 38 Millionen Euro. Zudem haben die Pariser ein Leih-Deal von Sturm-Talent Ekitike über die Bühne bringen können und besitzt die Möglichkeit, den 20-Jährigen 2023 fest zu verpflichten.

Von den Abgängen könnte höchstens Di Maria ins Gewicht fallen. Der Argentinier wechselte nach Vertragsende ablösefrei zu Juventus Turin. Xavi Simons gilt als großes Talent, hat sich nach Vertragsende für eine Rückkehr nach Holland entschieden. Der Mittelfeldspieler, der einst der Barca-Akademie angehörte, wechselt nach Eindhoven.

4. FC Barcelona: -77,5 Millionen Euro

Zugänge:

Robert Lewandowski: 45 Millionen Euro
Raphinha: 58 Millionen Euro
Andreas Christensen: 0 Euro
Franck Kessié: 0 Euro

Abgänge:

Philippe Coutinho: 20 Millionen Euro
Francisco Trincão: 3 Millionen Euro Leihgebür
Rey Manaj: 2,5 Millionen Euro

Der FC Barcelona hat seinen Kader enorm verstärken können. Robert Lewandowski wird den Katalanen mit zahlreichen Toren helfen, während Raphinha eine weitere Option für den offensiven Flügel darstellt. Auch die ablösefreien Transfers von Andreas Christensen und Franck Kessié können sich absolut sehen lassen.

Wirklich Geld in die Kasse gespült hat bislang nur Coutinho, weshalb das Transfer-Minus durchaus üppig ausfällt. Sollte der Verkauf von Frenkie de Jong an Manchester United jedoch durchgehen, wäre der Saldo wieder in etwa ausgeglichen. Dies berücksichtigt aber nicht weitere mögliche Einkäufe wie beispielsweise Jules Koundé.

3. Real Madrid: -79 Millionen Euro

Zugänge:

Aurélien Tchouameni: 80 Millionen Euro
Antonio Rüdiger: 0 Euro

Abgänge:
Víctor Chust: 1 Million Euro
Gareth Bale: 0 Euro
Luka Jovic: 0 Euro
Isco: 0 Euro
Marcelo: 0 Euro

Mit Kylian Mbappé hat Real Madrid den Mega-Coup schlechthin verpasst. Mit Tchouameni und Antonio Rüdiger kamen zwei starke Spieler, von denen einer sehr teurer und der andere ablösefrei war. Tchouameni gehört zu den größten Mittelfeld-Talenten überhaupt und wird Real langfristig verstärken. Antonio Rüfiger kann die Abwehr noch mal auf ein neues Level heben, wenn er seine überragende Vorsaison bestätigt.

Die Abgänge fallen allesamt nicht groß ins Gewicht. Lediglich der Marcelo-Abschied könnte in der Kabine seine Wirkung hinterlassen. Isco hat keine Rolle mehr gespielt und auch bei Bale und Jovic wird man froh darüber sein, die Spieler los bekommen zu haben, wenn auch im Falle von Jovic zu merkwürdigen Konditionen.

2. FC Arsenal: -82,86 Millionen Euro

Zugänge:

Gabriel Jesus: 52,2 Millionen Euro
Fabio Vieira: 35 Millionen Euro
Matt Turner: 6,36 Millionen Euro
Marquinhos: 3,5 Millionen Euro

Abgänge:

Mattéo Guendouzi: 11 Millionen Euro
Konstantinos Mavropanos: 3,2 Millionen Euro
Alexandre Lacazette: 0 Euro

Der FC Arsenal hat auf die verpasste Champions-League-Quali reagiert und bereits krägftig investiert. Die Abgänge sind allesamt zu vernachlässigen, die Zugänge hingegen nicht.

Der Statement-Transfer war der Kauf von Gabriel Jesus, der bei den Skyblues Erling Haaland zum Opfer fiel. Der Angreifer wird auf jeden Fall mehr Qualität in die Offensive bringen. Fabio Vieira ist zudem ein ganz spannender offensiver Mittelfeldspieler, der mit viel Potenzial und Technik ausgestattet ist. Matt Turner kommt als Ersatz-Keeper aus den USA, wohingegen Marquinhos ein 19-jähriges Offensiv-Talent aus Brasilien ist.

1. FC Chelsea: - 86,2 Millionen Euro

Zugänge:

Raheem Sterling: 56,2 Millionen Euro
Kalidou Koulibaly: 38 Millionen Euro

Abgänge:

Andreas Christensen: 0 Euro
Antonio Rüdiger: 0 Euro
Jake Clarke-Salter: 0 Euro
Romelu Lukaku: 8 Millionen Euro Leihgebür

Schon zum Zeitpunkt der Übernahme war klar, dass die Blues ordentlich investieren werden und auch müssen. Durch den fehlgeschlagenen Vertragsverlängerungen von Christensen und Rüdiger, musste eine Verstärkung in der Abwehr her. Mit Kalidou Koulibaly kam ein Top-Verteidiger, ein weiterer wird wohl noch folgen. Koundé und Kimpembe wären Kandidaten.

Im Offensivbereich hat man Raheem Sterling für viel Geld verpflichtet und im Gegenzug Romelu Lukaku an Inter Mailand verliehen. Weitere Verpflichtungen sind auch hier nicht ausgeschlossen, Cristiano Ronaldo wird allerdings nicht kommen.

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